FC St. Gallen
Denn sie schaufelten ihr eigenes Grab

Der FC St. Gallen ist pleite. Das hat er vor allem sich selbst zu verdanken. Denn Verantwortliche haben am Ruin kräftig verdient.

Michael Küng
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Die AFG Arena

Die AFG Arena

Keystone

Für die Pleite werden vielerlei Gründe angeführt. Es seien zu wenig Business-Seats verkauft worden, weswegen der ursprünglich für eine Nullrechnung erforderliche Zuschauerschnitt von 8000 Zuschauern nach oben gedrückt worden sei. Obwohl der Zuschauerschnitt in der letzten Saison bei 14 000 Zuschauern lag.

Da heisst es, ausufernde Sicherheitskosten hätten dem Klub zugesetzt. Obwohl die Stadt St. Gallen auf die Bezahlung eben dieser Kosten bis heute verzichtet.

Interessanter sind die ebenfalls vom Verein kommunizierten Zusatzkredite über 10 Millionen Franken, die der Stadionbetreiber für den Bau aufgenommen hat. Und die damit verknüpften Amortisationen, die jährliche Kosten von zwei Millionen Franken verursachen.

Es sind genau diese Kredite, die die Politik verhindern wollte. Sie bestand deshalb beim Bau darauf, drei verschiedene Aktiengesellschaften zu gründen: Eine für den Bau des Stadions (Stadion AG), eine für den Betrieb (Betriebs AG AFG Arena) und eine für den Fussballklub (FC St. Gallen AG).

So konnte zwischen der Stadion AG und dem ausführenden Bauunternehmen ein Sicherungsvertrag mit Bankgarantie abgeschlossen werden. Zusatzkredite waren damit nicht mehr möglich, eine Verschuldung undenkbar.

Doch als die Stadion AG weitere Gelder wollte, unter anderem um die Logen weiter ausbauen zu können, griffen die Verantwortlichen tief in die Trickkiste. An Stelle der Stadion AG beschaffte die Betriebs AG die Kredite, die nötig waren, um den Bauunternehmer für die gewünschten Supplements bezahlen zu können. Sie hatte keine Kreditsperre.

Der Präsident der Betriebs AG ist gleichzeitig auch Inhaber des Stadionbauers, dem Generalunternehmen HRS. Während die Betriebs AG also durch die Zusatzkredite in den Ruin gewirtschaftet wurde, verbuchte die HRS willkommene Zusatzgewinne. Der in der Betriebs AG für die Medien verantwortliche Scherrer lässt ausrichten, Rainer Sigrist sei für eine Stellungnahme nicht erreichbar unter Verweis auf die nächste Pressekonferenz, die am 5. November angesetzt ist.