Trotz der horrenden Temperaturen geben die Mannschaften ordentlich Gas und erfreuen das Publikum mit einer wahren Flut an Toren. Keine der 15 gespielten Partien ist torlos ausgegangen und am letzten Samstag und Sonntag fielen in fünf Spielen nicht weniger als 24 Tore.

Der Rekord mit 27 Treffern stammt aus dem Jahr 2016. Dazu spielen die Teams voll auf Sieg und verzichten auf ein langweiliges Taktieren, wie es unter diesen Bedingungen eigentlich zu erwarten wäre. Nur ein einziges Spiel endete unentschieden.

Volle Stadien

Die Fans honorieren das Spektakel und sorgen für erstaunliche Zuschauerzahlen. Vor allem wenn man bedenkt, dass Ferienzeit ist und die Bedingungen an den Gewässern und in den Schwimmbädern optimal sind. Doch in der letzten Runde erschienen lediglich in Luzern weniger als 10 000 Zuschauer.

Und natürlich verdient die Super League und mit ihr der FC Basel Lob dafür, dass es gelungen ist, mit Marcel Koller einen versierten Trainer in den Schweizer Fussball zurückzuholen, der fähig ist, diesen weiterzubringen.

Erwachen in der Europacupsaison

Dies ist allerdings auch dringend nötig. Denn die zuvor beschriebenen schönen Beobachtungen und beeindruckenden Zahlen kaschieren die miserablen Leistungen, welche die Schweizer Klubs in der bisherigen Europacupsaison abgeliefert haben. Der FC Basel schied mit zwei schwachen Leistungen gegen Saloniki aus der Champions-League-Qualifikation aus, der FC St. Gallen gegen das bescheidene Sarpsborg aus Norwegen gar direkt aus dem Europacup. Schlechter geht es nicht.

Wollen unsere Vereine nicht, dass schon bald noch grössere Hindernisse den Weg auf die internationale Bühne und damit an die Geldtöpfe versperren, dann sollten der FC Basel (in Arnhem) und der FC Luzern (in Piräus) noch in dieser Woche in der Qualifikation zur Europa League mit dem Punkten beginnen. Sonst gibt es in zwei Jahren ein bitterböses Erwachen.