Auslosung

Das Wort zur Champions League: Wann verschwindet endlich die Langeweile?

Cristiano Ronaldo kehrt nach Madrid zurück: Auf den Portugiesen und Juventus Turin wartet in den Achtelfinals mit Atlético Madrid ein harter Prüfstein

Cristiano Ronaldo kehrt nach Madrid zurück: Auf den Portugiesen und Juventus Turin wartet in den Achtelfinals mit Atlético Madrid ein harter Prüfstein

Vielleicht war die Frage nie dringender als jetzt. Jetzt, wo die Fussballorganisationen von Welt und Europa wieder mal darüber diskutieren, wie es noch mehr Geld zu verdienen gäbe, wie noch tollere Super-Ligen ohne Grenzen kreiert werden könnten. Die Frage lautet: War die Champions League jemals so langweilig wie in diesem Herbst? 

Eine Antwort darauf lieferte Cristiano Ronaldo in Bern. Soeben hatte sein Juventus 1:2 gegen YB verloren. Es gelang den Turinern ganz gut, die Motivation zu verstecken. Und darum sagte CR7: «Jetzt wird die Champions League dann endlich interessant.» Ja, es gab wohl noch kaum je einen Herbst, wo die Königsklasse so vorhersehbar war. Und das, obwohl die besten Ligen Europas mittlerweile vier garantierte Startplätze haben.

Nun, gestern wurden die Achtelfinals ausgelost. Und vielleicht hat dabei ja tatsächlich irgendeine höhere Macht ein bisschen mitgeholfen, Ronaldo und seine Juve treffen auf Atlético Madrid. Auf jene Mannschaft also, die in den letzten Jahren den wohl faszinierendsten Fussball Europas geboten hat. Die mit einer unbändigen Leidenschaft manch gelddurchtränkte Equipe ausgeschaltet hat. Wer also auf das Bild eines jammernden CR7 wettet, scheint kaum in Gefahr, seinen Einsatz zu verlieren. Das «Atleti» von Trainer Diego Simeone wird für Juventus die erste Reifeprüfung auf dem Weg zum langersehnten Titel. 

Derweil steht für Xherdan Shaqiri eine ganz andere Reifeprüfung an. Er trifft mit Liverpool ausgerechnet auf seinen ehemaligen Verein Bayern München. Manchmal wurde man das Gefühl nicht los, dass Shaqiri sein Scheitern an der Säbener Strasse noch immer nicht ganz verdaut hat. Als 21-jähriges Supertalent wechselte er im Sommer 2012 vom FC Basel zu den Bayern. Doch so richtig angekommen ist er in München nie, trotz Triple gleich in seiner ersten Saison. Es folgten die Wechsel zu Inter Mailand und Stoke City, es waren schwierige Jahre, stets begleitet von der Frage: Wäre Shaqiri nicht für Höheres berufen gewesen? Doch nun scheint sich die Geschichte zum Guten zu wenden. Shaqiri erlebt bei Liverpool wunderbare Tage, er ist drauf und dran, zu beweisen, dass er auch in einem Weltklasse-Team prägend sein kann. Vielleicht bald nicht für, sondern gegen die Bayern.

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