Verständlich wäre es allerdings, wenn der eine oder andere vom Nervenflattern erfasst würde. Verlieren die Pariser am Fusse des Vesuv und gewinnt der FC Liverpool in Belgrad, dann können sie ihren Traum vom Gewinn der Champions League ein weiteres Mal, das siebte Mal in Folge, ad acta legen. Dann lägen sie fünf Punkte hinter den Reds und vier hinter Napoli, das in der vorletzten Runde den Roten Stern empfängt.

Obwohl die Geldgeber aus Katar schon Unsummen in den Klub investiert haben mit dem alles überlagernden Ziel, die Königsklasse zu gewinnen, haben sie es noch nie über den Viertelfinal
hinausgebracht. Zuletzt scheiterte der Spanier Unai Emery an dieser Mission.

Der deutsche Trainer Thomas Tuchel steht daher unter einem erheblichen Druck. Er wird zwar in Frankreich allenthalben für seine Arbeit und sein freundliches Auftreten gelobt. Die
Versetzung der Superstars Mbappé und Rabiot auf die Ersatzbank hat ihm Respekt eingebracht. Die beiden waren fünf Minuten zu spät zur Teamsitzung erschienen.

Leichtfüssig in der Liga, schwerfällig in der CL

Aber gemessen wird Tuchel nur am Abschneiden in der Königsklasse. In der Ligue 1 hat er zwar soeben mit dem zwölften Sieg im zwölften Spiel dafür gesorgt, dass der PSG den Startrekord von Tottenham in einer der fünf grossen europäischen Ligen ausgelöscht hat. Doch das ist zweitrangig. Ja, die Leichtigkeit, mit der sich der PSG von Meistertitel zu Meistertitel siegt, ist mit Sicherheit ein Grund, weshalb er sich schwertut, wenn es auf internationaler Bühne gegen Schwergewichte aus Spanien und England geht, die in ihren nationalen Ligen mehr gefordert werden. Und: Von 19 Begegnungen mit italienischen Klubs hat er nur 2 gewonnen.

Dass Paris noch auf ein Weiterkommen hoffen darf, hat es dem Ausgleichstor zum 2:2 von Angel Di Maria in der Nachspielzeit des Hinspiels zu verdanken. Zuvor hatte ihm Neapels Zwergensturm mit Insigne (163 cm) und Mertens (169) das Leben schwergemacht.

Er kehrt zurück: Gianluigi Buffon dürfte nach seinem Platzverweis mit Juve gegen Real Madrid in der vergangenen Champions-League-Saison zurückkehren. Und bei seinem neuen Verein Paris Saint-Germain zum Debüt kommen.

  

Eine besondere Note erhält die Partie mit der Rückkehr von Buffon auf die internationale Bühne. Die Sperre nach seinem Platzverweis mit Juve gegen
Real Madrid ist abgelaufen. In der Meisterschaft hat er sich bisher mit Areola abgewechselt, doch Tuchel wird ihn heute wohl aufstellen. Auf Buffon und dem Offensivquartett Neymar, Mbappé, Cavani und Di Maria ruhen die Hoffnungen auf den Befreiungsschlag.