Fussball

Das Wort zum Schweizer Cup: Ungerechte Fussballwelt

Während sich die kleinen Fussballvereine in der Schweiz gut überlegen müssen, ob sie die Cupspiele gegen höherklassige Vereine zu Hause austragen wollen, stellt sich in Deutschland diese Frage nicht.

Die Wetterprognosen verheissen zwar einen Tag ohne Niederschlag, aber warm anziehen sollte sich schon, wer heute Abend ein Cupspiel besucht. Eigentlich ist es ja schade, dass dieser Wettbewerb von den Achtel- bis zu den Halbfinals unter der Woche und oft in gruselig-kalten Nächten stattfindet.

Gerade den unterklassigen Klubs wie Stade Nyonnais oder Red Star, die es heute mit YB und dem FCZ zu tun bekommen, entgehen damit eigentliche Fussballfeste. Auch wenn die Rotsterne für das Derby eine ausverkaufte Allmend Brunau melden.

Doch was tun angesichts des dicht gedrängten Programms? Vielleicht in der Liga eine Wochentagsrunde mehr austragen und die Cup-Achtelfinals dafür auf Sonntag ansetzen.

Allerdings wird dieser Wettbewerb in ganz Europa unter der Woche gespielt. Auch in Deutschland, wo in den letzten zehn Jahren in den ersten beiden Runden immer mindestens sechs Klubs aus der Bundesliga auf der Strecke geblieben sind, während bei uns die Super-Ligisten auch deshalb fast ein Herrenleben haben, weil sie gar noch nicht aufeinandertreffen können. Einzig 2012 strichen einmal gleich drei von ihnen die Segel, zwei Mal dagegen schafften es sogar alle in die Achtelfinals.

Ungerechte Fussballwelt

Der grosse Unterschied aber betrifft die Amateure. Während sich bei uns immer häufiger die «Kleinen» fragen, ob sie den immensen Aufwand der Matchorganisation überhaupt noch leisten wollen, macht der Pokal in Deutschland die Habenichtse glücklich. So konnte der Oberligist FC Villingen 08 nach dem Pokalspiel gegen Schalke 04 dank der Prämie von 115`000 Euro plus Zuschauereinnahmen gleich seinen ganzen Schuldenberg abtragen.

Und der Verbandsligist FC Rielasingen-Arlen kann sich nach dem Duell mit Borussia Dortmund nun eine Tribüne bauen. Gestern hat der Viertligist SV Rödinghausen den FC Bayern empfangen und die Zweitrundenprämie von 321`000 Euro kassiert. Dazu kommen noch die Matcheinnahmen. Da erscheinen die 100`000 Franken, die bei uns der Cupsieger und der Finalist bekommen, schon sehr kümmerlich. Die Fussballwelt ist ungerecht.

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