FC Basel - YB
Das Spitzenspiel, das keine Spannung birgt – oder doch?

Nach der Nati-Pause geht es für den FCB in der Liga am Sonntag gleich mit dem Spiel gegen YB weiter. Die Basler wollen die Pleite im letzten Heimspiel gegen YB wieder gut machen. Und für einen Akteur dürften es sehr spezielle 90 Minuten werden.

Céline Feller
Drucken
Teilen
Das letzte Aufeinandertreffen konnte Breel Embolo mit seinem Tor für den FCB entscheiden.

Das letzte Aufeinandertreffen konnte Breel Embolo mit seinem Tor für den FCB entscheiden.

Keystone

Da ist es wieder. Dieses Wort, das Urs Fischer so oft braucht. Dieses «irgendwo». Aber selten hat es so gepasst wie heute. «Irgendwo» sagt der FCB-Coach, «glaube ich schon, dass es ein Spitzenkampf ist, wenn der Erste gegen den Zweiten spielt.» Aber eben nur irgendwo. Denn im Vorfeld des Spiels des FC Basel gegen YB vom Sonntag (16 Uhr) birgt der Blick auf die Tabelle keine Spannung. 14 Punkte Vorsprung haben die Basler auf die Berner. Und das erst noch mit einem Spiel weniger.

«Lasst euch nicht blenden von diesem Abstand», tritt Fischer aber einmal mehr auf die Euphoriebremse. «Wir bilden uns überhaupt nichts auf diesen Vorsprung ein, und das behalten wir bis am Schluss so bei.» Schliesslich gehe es brutal schnell im Fussball. «Wir hatten das eine oder andere Mal Wettkampfglück. Die Tabelle könnte auch ganz anders aussehen.»

Steffens spezielles Spiel

Aber das tut sie nicht. Fischer erachtet die Partie aber dennoch als sehr wichtig im Meisterschaftsrennen. Man wolle diese drei Punkte in Basel behalten. Das letzte Mal, als die Berner im Joggeli zu Gast waren, hatte das nicht geklappt. In einem äussest spektakulären Spiel gewann YB am Ende 4:3. «Dieses Spiel hat in den Matchvorbereitungn keine Rolle mehr gespielt, das ist schon zu lange her. Aber man muss schon sagen, dass sie es im letzten Spiel hier schon gut gemacht haben. Jetzt müssen wir schauen, dass wir es besser machen.» So zum Beispiel, wie im letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams. Dort konnte Breel Embolo mit einem seiner momentan so schmerzlich vermissten Tore das Spiel entscheiden.

Aber auch dieses Spiel ist schon lange her, es war am 25. Oktober. Und seither ist viel passiert. Am meisten zu reden gab der Wechsel von Renato Steffen, der die Berner nicht gerade friedlich verlassen und zu den Baslern gewechselt hat. Er trifft am Sonntag zum ersten Mal auf seine ehemalige Mannschaft. Allzu viel hinein interpretieren will Fischer aber nicht. «Renato hat den Wechsel vollzogen. Da muss ich nicht extra noch mit ihm zusammensitzen und mit ihm darüber reden. Ich wüsste nicht wieso.» Schliesslich würden solche Gespräche auch immer eine kleine Gefahr bergen: «Ich muss ihn ja nicht noch extra darauf aufmerksam machen. Und am Ende muss ein Spieler mit solchen Situationen einfach umgehen können.» Und auch wenn Steffen das heutige Training abbrechen musste, weil es ihn im Leistenbereich zwickte, dürfte er das Spiel gegen seinen letzten Arbeitgeber absolvieren können.

Boëtius auf dem Weg zurück

Auch sonst kann sich Fischer über die momentane Personalsituation nicht beschweren. Taulant Xhaka hat endlich seine Sperre abgesessen und abgesehen von den Langzeit-Verletzten Andraz Sporar, Manuel Akanji, Philipp Degen und Jean-Paul Boëtius kann er auf alle Spieler zählen. Letzterer sei ausserdem auf einem sehr guten Weg. «Er ist bereits wieder am trainieren. Anfang nächste Woche sollte er dann ein paar Einheiten mit Assitenztrainer Marco Walker absolvieren können, und dann schauen wird, wann wir ihn wieder ins Mannschaftstraining integrieren können.»

Wann Fischer ihn aber effektiv zurück erwartet, konnte er nicht sagen. Dafür weiss er, was er von YB erwartet: «Angriffig und aggressiv, so wie sie schon die ganze Saison auftreten. Sie werden Druck aufsetzten und sie schalten unglaublich schnell um.» Beeindruckt zeigte er sich auch vom Start YBs in die Rückrunde. «Der ist ihnen absolut geglückt.» Auch der Blick auf die letzten absolvierten Spiele spricht für YB: aus fünf Partien resultierten fünf Siege. Doch auch wenn der FCB in den letzten fünf Spielen nur zwei Mal gewinnen konnte, Sorgen muss man sich keine machen. Denn auch wenn Fischer sagt, dass ihm die Direktbegegnungen egal seien, wenn sie am Ende den Titel holen, geht es doch um die Ehre. Denn zwei Mal im eigenen Stadion gegen YB zu verlieren, das ist irgendwo so gar nicht baslerisch.

Aktuelle Nachrichten