Cup-Halbfinal
Das Spiel seines Lebens: Der 29-jährige GC-Captain Marko Basic lechzt nach dem Gewinn einer Trophäe

Marko Basic, der Captain der Grasshoppers, stand im letzten Spiel gegen den FC Zürich nicht auf dem Platz, sondern daneben. Heute Abend, im Cup-Halbfinal spielt der Kroate wieder, zum «Spiel meines Lebens» wie er sagt.

Markus Brütsch
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Stolz, die Captainbinde zu tragen: Marko Basic soll als Führungsfigur den jungen Spielern eine Orientierungshilfe sein.

Stolz, die Captainbinde zu tragen: Marko Basic soll als Führungsfigur den jungen Spielern eine Orientierungshilfe sein.

Freshfocus

Am Sonntag hat Marko Basic gezittert. Zum einen wegen der klirrenden Kälte, zum anderen wegen des knappen Spielstands. Beim 149. Derby zwischen GC und dem FCZ sass der Kroate wegen einer Sperre nur auf der Tribüne und musste mit seinem Team bis zum Ende um die drei Punkte bangen.

«Vor allem die letzten Minuten wollten und wollten nicht vorbeigehen. Wir hatten es versäumt, das vorentscheidende 2:0 zu erzielen, weil bei unseren Konterchancen die Konzentration beim letzten Pass fehlte», sagt Basic. «Aber insgesamt haben wir clever gespielt.»

Ein anderes Spiel

Obwohl der 29-Jährige sagt, bisweilen sei es ganz interessant, ein Spiel der eigenen Mannschaft von aussen zu verfolgen und mal einen anderen Blickwinkel zu haben, ist er natürlich froh, heute Abend wieder auf dem Platz zu stehen. Dem 1:0 in der Super League soll auch im Cuphalbfinal ein Sieg folgen. «Das wird vermutlich ein ganz anderes Spiel, weil der gegnerische Trainer die Lehren aus der ersten Partie gezogen hat und taktische Änderungen vornimmt», sagt Basic. «Vor allem aber dürfte der FCZ noch aggressiver spielen.»

Doch der zentrale Mittelfeldspieler, der ebenso in der Innenverteidigung eine gute Figur macht, ist sich sicher, dass auch sein Trainer ein paar gute taktische Überlegungen an die Mannschaft weitergibt. «Yakin brachte neue Ideen und frische Energie in unser Team», sagt Basic.

«Als er das erste Mal in die Kabine kam und sagte, dass er nicht nur hier sei, um einen normalen Job zu machen, sondern um Erfolg zu haben und jeden Spieler besser zu machen, und wie er uns dabei in die Augen sah, da spürte ich, wie motiviert dieser Trainer ist», erzählt Basic. «Wir haben seither eine gute Ambiance in der Kabine.»

Der Weg über den FC Lugano

Basic macht keinen Hehl daraus, wie stolz er sei, Captain dieser Mannschaft zu sein. «Es ist schon speziell, beim Schweizer Rekordmeister die Binde tragen zu dürfen. Ich liebe es, Verantwortung zu übernehmen, das motiviert mich zusätzlich.» Er versuche auch, den vielen jungen Spielern zu helfen, aber dies täten die anderen erfahrenen Führungsspieler ebenso.

Bald ist es zehn Jahre her, seit Basic den Weg in die Schweiz fand. Als Spieler von Kamen Ingrad in der zweiten kroatischen Liga drängte es ihn ins Ausland. Aber wie sollte dies ohne Berater funktionieren? Der damals 20-Jährige ergriff die Initiative, rief einen Cousin im Tessin an und nach Probetrainings und längeren Wartezeiten wegen der fehlenden Arbeitserlaubnis fasste er schliesslich beim FC Lugano Fuss.

Er spielte sieben Saison bei den Bianconeri und feierte im Sommer 2015 mit diesen den ersehnten Aufstieg in die Super League. Wie lange hatte er doch trotz seiner beachtlichen Torgefährlichkeit und Kopfballstärke darauf warten müssen, endlich in der höchsten Klasse aufzulaufen.

6:5

gewann GC vor ziemlich genau 14 Jahren im Hardturm einen legendär gewordenen Halbfinal gegen den FCZ. Dieser führte unter Trainer Lucien Favre bis zur 82. Minute 5:2, ehe GC (Trainer Alain Geiger) noch zum 5:5 ausglich. In der Verlängerung schoss dann Nuñez die Hoppers zum Sieg.

Doch die Schuhe schnürte er fortan nicht mehr für Lugano, sondern für die Grasshoppers, die ihn mit einem Dreijahresvertrag in die Deutschschweiz gelockt hatten. Er wurde unbestrittener Stammspieler, zog sich aber vor einem Jahr einen Kreuzbandriss zu und fiel zehn Monate aus. Erst im Oktober des vergangenen Jahres kehrte er in die Startelf der Hoppers zurück – bei einem 4:0 im Derby gegen den FCZ ...

Die Kälte vergessen

Am 25. Mai wird Basic 30 Jahre alt. Es würde nun nicht schlecht passen, könnte er nach dem runden Geburtstag zwei Tage später seinen grössten sportlichen Erfolg feiern: den Cupsieg. Ausser dem Aufstieg mit Lugano hat er in seiner Karriere noch nichts erreicht. «Man spielt doch Fussball, um irgendwann einmal eine Trophäe zu holen», sagt Basic.

Noch nie war er so nahe dran, nur zwei Siege fehlen noch. Deshalb sagt er vor dem heutigen Halbfinal gegen den FCZ: «Das ist für mich das bisher grösste Spiel. Das Spiel meines Lebens.» Er wird die Kälte vergessen und rennen, was die Beine hergeben.