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Das Spiel der skandalösen Entscheide

Thorsten Fink (l.) diskutiert mit Schiri Ludovic Gremaud

Thorsten Fink (l.) diskutiert mit Schiri Ludovic Gremaud

Der FC Basel lässt in einem unnötig turbulenten Spiel bei Xamax wichtige Punkte liegen. Es ist das dritte Spiel in Folge, das für den FCB mit einem Remis endet. So richtig in Rage brachte Trainer Fink aber die miserable Schiedsrichterleistung.

So hat man Thorsten Fink noch nicht auf Schweizer Plätzen gesehen. Der sonst so besonnene Deutsche stürmte nach dem Halbzeitpfiff wutentbrannt auf den Neuenburger Kunstrasen und nahm sich den Schiedsrichter und seinen Assistenten zur Brust. Wild gestikulierend teilte er den Unparteiischen mit, was er von der verwirrenden Szene rund um den Ausgleichstreffer von Xamax hielt.

Eine Minute zuvor war bei einem Konter von Ibrahima Niasse die Fahne des Assistenten nach oben gegangen, woraufhin alle Akteure auf dem Spielfeld kurz innehielten. Schiedsrichter Ludovic Gremaud liess aber zum Entsetzen der Basler weiterspielen, was Niasse zum 1:1 ausnützte.

«Schiedsrichter nicht Super-League-tauglich»

Mit diesem unpopulären Entscheid hatte Gremaud nun ausnahmslos alle auf der Maladière gegen sich aufgebracht. Das Heimteam hatte der Super-League-Neuling schon seit der 25. Minute gegen sich. Vor dem Führungstreffer befanden sich nach dem Freistoss von Alex Frei nicht weniger als vier Basler im Abseits. Da die Neuenburger nicht weiterspielten, wusste Marco Streller erst gar nicht, was er tun sollte. Bei seinem Pass auf den Torschützen Valentin Stocker stand dieser dann schliesslich aber gleich nochmals im Offside – rekordverdächtig.

«Dieser Schiedsrichter war nicht Super-League-tauglich, das muss man jetzt einfach einmal sagen. Das erste Tor war Abseits, und beim 1:1 überstimmt er seinen Linienrichter, der recht hatte. Das geht einfach nicht in einem solchen Spiel», sagte FCB-Trainer Thorsten Fink.

Fink auf die Tribüne verwiesen

Da verkam die Tatsache, dass Xamax zu jenem Zeitpunkt eigentlich schon 2:0 hätte führen müssen, zur Randnotiz. Markus Steinhöfer hatte in der 20. Minute mit einer spektakulären Abwehraktion auf der Torlinie einen Heber von Federico Almerares unschädlich gemacht, Omar Ismaeel setzte den Nachschuss kläglich über die Latte. Und unmittelbar vor dem 1:0 schob Geoffrey Tréand den Ball allein vor Costanzo an Goalie und Tor vorbei.

Nach der Pause drohte das Spiel zu eskalieren. In der 54. Minute knallte Aleksandar Dragovic den Ball nach einer Verletzung von Behrang Safari mit voller Wucht auf die Tribüne, worauf Federico Almerares auf den Österreicher losging. Fink stürmte auf das Feld, um zu schlichten, wurde aber von Gremaud umgehend auf die Tribüne geschickt.

Ausgleich in letzter Sekunde

Danach wurde doch noch Fussball gespielt. Die Gäste zeigten sich nach den turbulenten Ereignissen konzentrierter und gingen durch Alex Freis 20. Saisontreffer in Führung. Stocker hatte den Ball quer durch den Neuenburger Strafraum gespielt. Damit schien der Mist geführt – bis in die Nachspielzeit. Der eingewechselte Raphael Nuzzolo tauchte plötzlich allein vor Costanzo auf und spitzelte den Ball in der 93. Minute am Argentinier vorbei. «Das ärgert mich sehr. Das darf so kurz vor Schluss nicht mehr passieren», meinte Fink.

Damit hat der FCB vor dem Heimspiel gegen YB noch einen Zähler Vorsprung auf den FC Zürich. Fink lässt sich davon nicht beeindrucken: «Um das Positive zu sehen: Wir sind seit elf Spielen ungeschlagen.»

Resultate der 29. Runde: Zürich - Young Boys 2:1 (0:0). Bellinzona - Sion 2:2 (2:2). Luzern - Thun 0:1 (0:0). Grasshoppers - St. Gallen 1:3 (1:1). Neuchâtel Xamax - Basel 2:2 (1:1).

Rangliste (je 29 Spiele): 1. Basel 59. 2. Zürich 58. 3. Young Boys 48. 4. Sion 43. 5. Luzern 41. 6. Thun 37. 7. Bellinzona 28. 8. Neuchâtel Xamax 27. 9. St. Gallen 26. 10. Grasshoppers 25.

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