Im Anschluss an die mit 1:2 verlorene Partie gegen den FC Zürich gesellte sie sich wieder zur anhaltenden Abwehrproblematik: die Stürmerdiskussion. Wer schiesst beim FC Basel ein Tor, wenn bei Marco Streller die Beine schwer werden und Mohamed Salah die Abschlussschwäche einholt? Wen soll Murat Yakin einwechseln, wenn die Mannschaft wie am Sonntag einem Rückstand hinterherrennt?

Matias Delgado: Er zeigte zwar sein feines Füsschen, ein Skorer ist der Argentinier jedoch nicht. Seine Aufgabe soll dereinst sein, die Stürmer mit brauchbaren Zuspielen zu füttern. Dafür muss er fit werden und müssen sich die Teamkollegen an ihn gewöhnen.

Stephan Andrist: Der Berner Oberländer erinnert mit seiner Schnelligkeit zwar an Salah, jedoch auch mit seiner Harmlosigkeit. Am Sonntag vergab er in der Nachspielzeit die Chance zum Ausgleich kläglich. Den Startelfeinsatz in St. Gallen konnte Andrist zu keinem Zeitpunkt rechtfertigen.

Raul Bobadilla: Delgados Landsmann ist abgelenkt von Nebenschauplätzen. Als Yakin ihn gegen St. Gallen und Tel Aviv einwechselte, war der Effekt gleich null.

David Degen: Ihm attestiert Yakin gute Trainingsleistungen, eine Chance in Form eines längeren Teileinsatzes erhielt der Lampenberger bislang keine.

Auf der Basler Ersatzbank fehlt eine Garantie auf Besserung für den Fall, dass Yakin reagieren muss. Eine, wie sie bei Tabellenführer YB der Japaner Kubo ist. Oder am Samstag beim 4:0 in Aarau Renato Steffen.

Stockers Rückkehr auf Zeit?

Eine weitere Erkenntnis verursacht bei Yakin Sorgenfalten. In dieser Saison steht und fällt das Offensivspiel mit Valentin Stocker. In fünf Partien mit dem Krienser blieb der FCB unbesiegt und erzielte zehn Tore. Bei sechs davon trug sich Stocker als Assistgeber oder Torschütze in die Skorerliste ein. Ohne ihn traf Basel in zwei Spielen je ein Mal und holte nur einen Punkt. «Wir haben ihn sehr vermisst», sagte Yakin nach der Niederlage gegen Zürich.

Der Trainer ist nicht müde zu predigen, dass es nicht nur an Stocker liege, Spiele zu entscheiden. Dass er sich diesen Effekt auch von einem Marcelo Diaz oder Fabian Frei erhoffe. Bislang vergebens. Die Hoffnung auf Besserung basiert vordergründig auf der Rückkehr von Stocker nach dessen abgelaufener Rotsperre.

Zusätzlicher Offensivspieler

Ist es eine Rückkehr auf Zeit? Noch immer ist nicht 31. August, noch immer muss der FCB den Abgang seines Schlüsselspielers ins Ausland befürchten. Stocker hat am Montag im Kreis der Nationalmannschaft das Interesse von Schalke 04 an seiner Person bestätigt. «Schalke ist ein Klub, von dem ich mir vorstellen kann, ein Angebot anzunehmen», sagt er. Eine konkrete Offerte hat der Bundesligist beim FCB bislang noch keine hinterlegt. Doch würde man Stocker keine Steine in den Weg legen. «Wenn Valentin eine solche Möglichkeit bekommt, dann gönne ich ihm das», sagt Yakin.

Auch wenn Stocker bleiben sollte: Der FC Basel kann es sich nicht leisten, von einem Spieler abhängig zu sein. Nicht, wenn er in Meisterschaft, Cup und Europacup hohe Ziele anpeilt und bis Saisonende wohl erneut über 50 Spiele bestreiten wird.

Wohl deshalb und unabhängig vom Verbleib oder Abgang Stockers schaut sich die sportliche Leitung nach einem zusätzlichen Offensivspieler um. «So, wie wir auf dem Spielermarkt dauernd die Augen offen haben», sagt Sportchef Georg Heitz. Dass es zu einer weiteren Rückholaktion kommt, ist unwahrscheinlich. Sowohl Mladen Petric als auch Eren Derdiyok seien kein Thema, wird Yakin auf dem Internetportal des «Tages-Anzeigers» zitiert.