Europa League
Das Notenblatt: So gut waren die FCB-Spieler gegen Maccabi

Marco Streller zeigte gegen Maccabi mit aller Deutlichkeit, weshalb er für den FCB so unverzichtbar ist. Nach seinen Rekordtoren hat der Captain andere Pflichten als Interviews zu geben. Also sprang ein FCB-Neuling in die Bresche.

Sebastian Wendel
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Marco Streller - Note 5,5 Der Captain erzielte die entscheidenden Treffer zum 2:0 und 3:0, die das Weiterkommen sicherten. Rieb sich auf und schuf Räume.
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Yann Sommer - Note 5 In der ersten Halbzeit nicht einmal ernsthaft geprüft. Sein Filetstück war die Glanzparade gegen Radi.
Gaston Sauro - Note 4,5 Abgeklärter Auftritt des Zweikämpfers. In der Spielauslösung mit den gewohnten Mängeln.
Marek Suchy - Note 5 Der Tscheche bestätigt seine Hochform. Verfehlte mit einem Freistosshammer nur knapp das Tor.
Das Notenblatt: So spielten die FCB-Kicker gegen Maccabi Tel Aviv
Philipp Degen - Note 4,5 Engagierte Halbzeit auf der starken, rechten Seite des FCB. Nach der Pause noch die Flanke vor dem 3:0.
Fabian Frei - Note 5 Das Hirn der Mannschaft. Orchestrierte in der zweiten Halbzeit gekonnt die Angriffe, bis er vom Platz durfte.
Mohamed Elneny - Note 4,5 Seine Kollegen brachten ihn vor der Pause einige Male in missliche Situationen. Solider Auftritt.
Geoffroy Serey Die - Note 4,5 Sehr fleissig, nur fehlte lange der Ertrag. Bis er in der 60. Minute die herrliche Flanke vor dem 2:0 schlug.
Behrang Safari - Noti 4,5 Überzeugende Startphase, gekrönt durch die Flanke vor Stockers 1:0. Danach nicht mehr so auffällig.
Valentin Stocker - Note 5 Erzwingt mit seinem Ablenker das 1:0. Assist zum 3:0. Ein rundum gelungener Auftritt des Kriensers.
Taulant Xhaka - Note 4 Kam in der 71. Minute für Stocker. Und half im Zentrum mit, den Sieg zu verwalten.
Giovanni Sio Kam in der 77. Minute für Streller. Zu kurz im Einsatz für eine Bewertung.
Matias Delgado Kam in der 80. Minute für Frei. Zu kurz im Einsatz für eine Bewertung.

Marco Streller - Note 5,5 Der Captain erzielte die entscheidenden Treffer zum 2:0 und 3:0, die das Weiterkommen sicherten. Rieb sich auf und schuf Räume.

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Alle warten auf Marco Streller, doch der kommt nicht. Ausgerechnet nach der Partie gegen Tel Aviv, in der er sich dank den Treffern 22 und 23 zum Basler Rekordtorschützen im Europacup machte, muss Streller zur Dopingkontrolle. Dabei hätte der Captain den Journalisten mit Sicherheit viel zu sagen: Er, die Basler Identifikationsfigur schlechthin, krönt sich im 200. Europacup-Spiel «seines» Vereins zum Rekordtorschützen. Und Streller hätte wohl auch schnell für Klarheit gesorgt: Denn während die Pressevertreter auf ihn warten, kommt plötzlich Unruhe auf. Steht Streller nun wirklich bei 23 Toren? Oder sind es nur 22, auf die man nach einem Blick auf die Klubhomepage kommt? Ein Anruf beim FCB-Historiker klärt auf: Es sind tatsächlich 23, irgendwo habe sich ein Rechenfehler eingeschlichen.

Das wäre geklärt. Aber wo bleibt die Hauptfigur? Auch über eine Stunde nach Abpfiff hält sich Streller noch in der eigens von der Uefa eingerichteten Kontrollkabine auf. Also müssen an diesem geschichtsträchtigen Abend andere für den Captain in die Bresche springen.

Suchy macht Ivanov vergessen

Etwa Marek Suchy, in Sachen «FCB-Erfahrung» im Vergleich mit Streller noch grün hinter den Ohren. Vor einem Monat kam der Tscheche in die Schweiz, als Ersatz für den am Kreuzband verletzten Ivan Ivanov. Doch den Bulgaren vermisst niemand, zu gut füllt Suchy die Lücke aus. Ob in der Viererkette oder wie in den beiden Spielen gegen Tel Aviv als Chef der Dreierkette, der 25-Jährige zeigt keinerlei Anpassungsprobleme.

«Ich habe mich tatsächlich super eingelebt», sagt er. Ein grosser Vorteil beim FCB sei, dass er sich mit allen Teamkollegen auf Englisch verständigen könne. Er habe seit dem vergangenen Sommer und nach vier Jahren bei Spartak Moskau gespürt, dass er eine Luftveränderung brauche. «Ich würde es noch einmal genau so machen, aber als ehrgeiziger Fussballer zieht es mich nach Westeuropa», sagt Suchy, der im Januar 2010 von seinem Stammklub Slavia Prag in die russische Hauptstadt wechselte.

Noch spielt Suchy auf Leihbasis in Basel, der FCB besitzt für Ende der Saison jedoch eine Kaufoption. Er konzentriere sich erst einmal darauf, mit dem FCB Meister zu werden und auch in der Europa League so weit wie möglich zu kommen. Doch hoffe er schon, über den Sommer hinaus bleiben zu dürfen. «Der Verein, die Stadt, das Land, die Menschen - alles ist super hier.» Nach einem Monat im Hotel hat er nun auch eine Wohnung gefunden, die er bald mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter beziehen wird.

Trainer Murat Yakin findet nur lobende Worte für seine Nummer 25: «Marek ist ein Spieler, dem muss man nicht viel sagen. Er spürt sofort, was ich von ihm will.» Gerade für die Dreierkette, in der es für die zentrale Position einen schnellen und mit Übersicht ausgestatteten Spieler brauche, sei Suchy prädestiniert.

Und wenn bald Fabian Schär ins Basler Abwehrzentrum zurückkehrt, kann man den FCB um sein Duo in der Innenverteidigung nur beneiden.