FC Wohlen
Das Model im Tor des FC Wohlen

Der 22-jährige Joel Kiassumbua macht nicht nur als Torhüter eine gute Figur, sondern auch als Model vor der Kamera.

Ruedi Kuhn
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Joel Kiassumbua, das Model des FC Wohlen
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Er macht auch als Model eine sehr gute Figur.
Dieser Blick lässt alle Frauenherzen schmelzen.
Dieser eher nicht: Joel Kiassumbua nach einem Gegentreffer.

Joel Kiassumbua, das Model des FC Wohlen

Wagner, ZVG

Nach 84 Minuten steht Wohlens Torhüter Joel Kiassumbua im Stadio Comunale in Chiasso im Brennpunkt des Geschehens. Chiasso-Verteidiger Nicolas Lüchinger stürmt alleine auf ihn zu. Es kommt zum Duell Mann gegen Mann. Die 500 Zuschauer halten den Atem an. Lüchinger schiesst – und Kiassumbua hält. «Es ging alles sehr schnell», blickt Wohlens Nummer eins zurück. «Ich blieb möglichst lange stehen und breitete die Arme aus. Dann machte ich einen kleinen Schritt nach links und wehrte den Ball mit dem rechten Fuss zur Seite ab.»

Der Mann der Stunde

Weil Kiassumbua seinen Kasten gegen die kopflos anrennenden Tessiner auch in den verbleibenden zehn Minuten rein hielt, blieb es am vergangenen Montag beim 1:0-Sieg des FC Wohlen. Der Keeper ist beim souveränen Leader der Challenge League der Mann der Stunde. Seine Bilanz in den bisherigen 14 Spielen ist ausgezeichnet. Er blieb siebenmal ungeschlagen und kassierte gerade mal zwölf Gegentreffer. Kiassumbua spielt schon im dritten Jahr für die Freiämter. In den Saisons 2012/13 und 2013/14 musste er sich allerdings mit der Reservistenrolle zufrieden geben. Während der Vorbereitung auf die laufende Meisterschaft aber machte Trainer Ciriaco Sforza den U17-Weltmeister von 2009 zur Nummer eins und verbannte den routinierten Flamur Tahiraj auf die Ersatzbank.

Es war ein mutiger Entscheid von Sforza. Nicht nur das: Der Entscheid war mit Sicherheit auch richtig. Kiassumbua nützte nämlich die Gunst der Stunde. «Am Anfang war ich etwas nervös», erklärt er. «Mir fehlte es an Spielpraxis. Im Laufe der Zeit wurde ich immer ruhiger. Und heute schaffe ich es, die Konzentration bis zum Schluss eines Spiels hoch zu halten.» Dass Wohlen-Präsident Lucien Tschachtli den Vertrag mit Kiassumbua unlängst um drei Jahre verlängert hat, ist ein grosser Vertrauensbeweis. Wer weiss? Vielleicht winkt dem FC Wohlen dank dem Klassemann zwischen den Pfostenschon bald ein Millionendeal? Hält der Aufwärtstrend an, dürfte Kiassumbua in nächster Zeit in den Fokus vom einen oder andern Super Ligisten rücken. Angebote gibt es bis jetzt noch keine, aber das kann sich schnell ändern.

«Das Posieren vor der Kamera macht Spass»

Kiassumbua sorgt aber nicht nur als Torhüter des FC Wohlen für Schlagzeilen. Seit einem Jahr ist der 1.90 Meter grosse und 83 Kilogramm schwere Athlet auch als Model tätig. «Das Posieren vor der Kamera macht mir Spass und ist eine willkommene Abwechslung», sagt er. «Wer mich engagieren möchte, der kann mit der Model-Agentur Fotogen in Zürich einen Termin vereinbaren.» Spielt Kiassumbua nicht gerade Fussball oder macht als Model gute Figur, verbringt er möglichst viel Zeit mit seiner Familie. Vor kurzem zügelte er mit Mutter Ursula, Vater Joao, Schwester Lea und ihrer knapp zweijährigen Tochter Moesha von Luzern nach Zürich. Und wer weiss: In der Limmatstadt gibt es mit dem FCZ und GC gleich zwei Klubs, die für Kiassumbua als künftige Arbeitgeber in Frage kommen.

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