Super League
Das grosse Spektakel von YB und GC

Die Young Boys und die Grasshoppers trennen sich im Verfolgerduell unentschieden. Guillaume Hoarau bringt YB in der 27. Minute in Führung, vier Minuten später gleicht Florian Kamberi für GC aus.

Ruedi Kuhn
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Den Ball im Auge: GCs Munas Dabbur.

Den Ball im Auge: GCs Munas Dabbur.

Keystone

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die beste Mannschaft im ganzen Land? «YB», sagte Miralem Sulejmani kurz vor dem Rückrundenauftakt. Ganz schön keck, die Aussage des begnadeten Technikers! Und wenn man die Sache durch die gelb-schwarze Brille betrachtet, liegt der Serbe mit dem starken, linken Fuss gar nicht so falsch.

YB jedenfalls gab ein deutliches Lebenszeichen von sich. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter begann vor heimischer Kulisse dynamisch und setzte den Gegner mit hohem Tempo und aggressivem Pressing unter Druck. Guillaume Hoarau traf mit einem Flachschuss den Pfosten (10.). Sulejmani vergab noch vor Ablauf einer Viertelstunde den Führungstreffer ebenfalls nur knapp. Beide Male verwehrte der glänzend reagierende GC-Torhüter Joël Mall dem Ball den Eintritt ins Tor.

Dann war es Alexander Gerndt, der den Führungstreffer für YB auf dem Fuss hatte. Besser machte es Hoarau nach 27 Minuten: Der Franzose erwischte Mall mit einem Kopfball aus sechs Metern. GC aber reagierte: Und wie! Nach einem Corner von Kim Källström traf Youngster Florian Kamberi mit der Hacke aus sieben Metern zum Ausgleich. Ein Traumtor! Und das nach der ersten nennenswerten Offensivaktion des Gastklubs!

Trotzdem: Das 1:1 nach der phantastischen ersten Halbzeit schmeichelte GC. Einerseits deshalb, weil YB die klar bessere Mannschaft war, anderseits weil ein Kopfballtreffer von Hoarau kurz vor dem Pausenpfiff zu Unrecht wegen Abseits nicht gegeben wurde.

Hohes Spielniveau und offener Schlagabtausch auch in der zweiten Hälfte: Was die zwei Teams zeigten, war Extraklasse. GC steigerte sich. Und hätte es im Abschluss etwas kaltblütiger agiert, wäre es am Ende als Sieger vom Platz gegangen. Munas Dabbur scheiterte mit einem Kopfball knapp.

Nach einem Handspiel von Gerndt forderten die Zürcher Penalty, aber Schiedsrichter Adrien Jaccottet liess die Partie fälschlicherweise weiter laufen. Caio und Dabbur vergaben den Matchball. Schliesslich blieb es beim Unentschieden, welches dem Spielverlauf entspricht.

Mag sein, dass YB dem Sieg etwas näher stand. GC aber verdiente sich den einen Punkt dank einer klaren Leistungssteigerung und eines deutlichen Chancenplus‘ in der Schlussphase. Bei den Zürchern stellte man sich im Vorfeld der Partie vor allem die Frage, wie sattelfest die Abwehr ohne den gesperrten Alban Pnishi und den erstaunlicherweise nicht in der Startformation figurierenden Philippe Senderos ist.

32 Treffer hat das Team von Trainer Pierluigi Tami in der Vorrunde kassiert. Das ist kein Zufall. Offensiv ist Tamis Team eine Wucht, aber defensiv lässt es nach wie vor viele Wünsche offen. Das zeigte sich auch zum Rückrundenauftakt. Gegen YB gab mit Jan Bamert ein 17-Jähriger sein Debüt in der Innenverteidigung. Seine Mängel im Stellungsspiel waren offensichtlich. Auch Rechtsverteidiger Moritz Bauer wirkte alles andere als souverän.

Bleibt zum Schluss die Randnotiz, dass es trotz des Remis vor nur 14412 Zuschauern im Stade de Suisse einen Sieger gab: Den FC Basel nämlich, dessen Trainer Urs Fischer die Partie auf der Tribüne im Stade de Suisse verfolgte. Der Meister und Europa-League-Teilnehmer kann den Vorsprung auf das zweitklassierte GC am Sonntag auf zwölf Zähler erhöhen. Voraussetzung ist allerdings ein Sieg gegen den FC Luzern.