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Das Fussball-Wochenende in 5 Fakten: Die brennendsten Geschichten auf den Plätzen

EWU und BR
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Basels Torhueter Tomas Vaclik schaut im Spiel gegen den FC Lugano einem Ball nach.

Basels Torhueter Tomas Vaclik schaut im Spiel gegen den FC Lugano einem Ball nach.

Keystone

1. Die Klasse und Breite von YB

Man kann sich gut ausmalen, wie es sich die YB-Spieler gestern zu Hause vor dem Fernseher auf dem Sofa bequem gemacht und nach Basel geschaut haben. In der Annahme zwar, der FCB werde gewinnen, aber ... Genau: Plötzlich fieberten sie mit, als der FC Lugano in der Schlussphase leidenschaftlich das 1:0 verteidigte.

So wurde es das perfekte Wochenende für die Young Boys. Denn am Abend zuvor hatten diese einen fast makellosen Start ins neue Fussballjahr erwischt. Wie souverän sie den FC St. Gallen mit 2:0 besiegten, war schon ziemlich beeindruckend. Es war vor allem ihr Verdienst, dass bei den Gästen nach dem Wechsel an der Vereinsspitze nichts von einer Aufbruchstimmung zu sehen war.

Guillaume Hoarau bringt die Young Boys mit einem Kopfballtor auf Kurs.

Guillaume Hoarau bringt die Young Boys mit einem Kopfballtor auf Kurs.

KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

Allein der Fakt, dass Marco Wölfli, der Von-Ballmoos-Ersatz im YB-Tor, keinen schwierigen Ball zu halten hatte, zeigte die Überlegenheit der eingespielten Berner. «Das Einzige, was man uns vorwerfen kann, ist die mangelnde Chancenverwertung», sagte Trainer Adi Hütter.

Von einer Vielzahl an Möglichkeiten hatten nur Hoarau und Sulejmani je eine genützt. Ersterer machte aber seit langem wieder einmal einen topfitten Eindruck – und könnte zum grossen Berner Plus werden. Wer jedenfalls mit Nsamé den Leader der Torschützenliste auf die Bank setzen kann, muss in der Offensive verdammt viel Klasse haben.

2. Super League: Alles sehr eng

Vier Teams aus der unteren Tabellenhälfte sind erfolgreich in die Rückrunde gestartet. GC (3:1 in Sion), Lugano (1:0 in Basel), Thun (4:2 beim FCZ) und Luzern (2:1 gegen Lausanne) gewannen alle. Heisst: Es ist in der Tabelle zum grossen Zusammenschluss gekommen, zwischen Rang 3 (FCZ) und Rang 9 (Luzern) liegen nur fünf Punkte. Sion hat bereits sechs Zähler Rückstand.

Moreno Costanzo avancierte im Letzigrund zum Matchwinner für den FC Thun.

Moreno Costanzo avancierte im Letzigrund zum Matchwinner für den FC Thun.

KEYSTONE/WALTER BIERI

Bei Luzern feierte Gerardo Seoane ein gelungenes Debüt als Trainer. Lange war sein Team gegen Lausanne überlegen – erst am Schluss kam es nochmals ins Zittern und hatte bei einem Lattenknaller Glück. Unterschiedlich die Zürcher Gefühlslage: Während der FCZ vogelwild verteidigte, zeigte sich Murat Yakins stark verändertes GC abgeklärt und effizient.

3. Schärs Leiden, Akanjis Freude

Fabian Schärs neues Jahr gleicht bis anhin einem Horrorfilm. Mit Deportivo La Coruña ist er auf den drittletzten Rang abgerutscht. In den letzten drei Spielen gab es nur einen Punkt bei 14 Gegentreffern. Nun wechselte Deportivo den Trainer, auch für Schär folgt eine neue Zeit der Bewährung. Genügend Einsatzzeit ist im WM-Jahr essenziell.

Fabian Schär rutscht mit dem Deportivo La Coruña auf den drittletzten Rang.

Fabian Schär rutscht mit dem Deportivo La Coruña auf den drittletzten Rang.

KEYSTONE/EPA EFE/CABALAR

Derweil durfte Manuel Akanji mit Dortmund seine ersten sieben Minuten erleben. Dies nach dem kleinen Dämpfer, vom Verein (nachvollziehbar) nicht für die Europa League selektioniert worden zu sein. Bald vorbei sind die Tage von Akanji im Hotel. Er bezieht derzeit mit seiner Freundin eine Wohnung in Dortmund. Die Basis fürs Durchstarten ist gelegt.

4. Shaqiris Tor per Kopf

Xherdan Shaqiri hat vieles. Schnelligkeit, gutes Auge, schöne Pässe. Er ist wirblig, zeigt tolle Dribblings – aber mit Köpfchen? Nein, das ist äusserst selten. Am Samstag aber traf er für Stoke City tatsächlich mittels herrlichem Kopfball. Sein Tor konnte die 1:2-Niederlage nicht verhindern.

Seltenes Kunststück: Xherdan Shaqiri trifft per Kopf.

Seltenes Kunststück: Xherdan Shaqiri trifft per Kopf.

KEYSTONE/AP PA/DANIEL HAMBURY

Sein Team ist auf einen Abstiegsplatz abgerutscht, wobei neun Mannschaften innerhalb von drei Punkten klassiert sind. Shaqiris persönliche Leistungen sind derzeit
aber ein Grund zur Freude. Er ist agiler als auch schon, hat viel Einfluss aufs Spiel und fast in jeder Partie einige prägende Szenen. Das sind, im Hinblick auf die Weltmeisterschaft im kommenden Sommer in Russland, Nachrichten, die hoffnungsvoll stimmen.

5. Das Zeichen aus Frankfurt

Es schien, als habe sich ein Paradiesvogel ins «Aktuelle Sportstudio» des ZDF verirrt. Peter Fischer trug einen purpurroten Anzug und einen riesigen weissen Schal. Er komme eben direkt vom Ball des Sports, sagte der Präsident von Eintracht Frankfurt. Eingeladen war der 61-Jährige nicht nur, weil die Hessen in der Bundesliga eine starke Saison spielen (Rang 6).

Kevin-Prince Boateng für Eintracht Frankfurt.

Kevin-Prince Boateng für Eintracht Frankfurt.

KEYSTONE/AP dpa/STEFAN PUCHNER

Nein, der Unternehmer hatte mit seiner Aussage, keine AfD-Mitglieder in seinem Verein haben zu wollen, für viel Aufregung gesorgt. Das Gedankengut der Partei sei nicht mit den Satzungen des Vereins konform, sagte Fischer, «der Sport hat einen politischen Auftrag». Die «Tausenden von Hassmails», die ihm zugesandt worden sind, nimmt er in Kauf.

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