Vasilije Mustur

«Südafrikas Verbrecher sind brutal - ohne Zweifel. Sie töten Menschen für sehr belanglose Dinge». Mit dieser Aussage im Interview der aktuellen Ausgabe des Deutschen Nachrichtenmagazins «focus» schockt der neue südafrikanische Polizeichef Bheki Cele 100 Tage vor Beginn der WM im eigenen Land die gesamte Fussballwelt.

Doch damit nicht genug: Um Übergriffe auf die Fussballfans während der WM zu verhindern, droht Cele den Gesetzlosen sogar mit Krieg. «Wenn jemand das Leben eines Polizisten oder Bürgers bedroht, dann muss die Polizei tödliche Gewalt einsetzen, um Leben zu schützen». Ausserdem kündigt der Polizeichef an, dass während den Spielen 55'000 zusätzliche Sicherheitskräfte auf Südafrikas Strassen patrouillen werden. «Sie sind extra für die WM trainiert worden». Zudem waren die Polizisten auch präventiv aktiv. «Vor drei Wochen haben wir eine Kampagne gestartet, um die zehn gefährlichsten Verbrecher festzunehmen - meist Bankräuber und Serienvergewaltiger. Nach zwei Wochen waren alle hinter Gitter», sagt Cele.

Fussballverband bleibt gelassen
Trotz dieser massiven Sicherheitsvorkehrungen löst Cele mit seinen Äusserungen eine neue Debatte über die Sicherheit während der WM 2010 in Südafrika aus. Doch Ulrich Pfister - Sicherheitschef des Schweizer Fussballverbandes - sieht auf Anfrage von «a-z.ch» keinen Grund zur Sorge. «Südafrika hat der FIFA gegenüber eine Sicherheitsgarantie abgegeben. Unsere Spieler und die gesamte Schweizer Delegation werden somit während der WM geschützt sein». Allerdings ist sich auch Pfister bewusst, dass die Strassenkriminalität in Südafrika gross ist. «Südafrika ist ein Touristenland. Aber wir empfehlen den Fussballfans, sich beim Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) über die Verhaltensempfehlungen zu informieren und sich an diese Richtlinien zu halten».

Mobiles Schweizer Konsulat an WM
Derweil ist sich das Auswärtige Amt (EDA) in Bern ihrer Verantwortung für die Schweizer Fans, die nach Südafrika reisen durchaus bewusst. «Das EDA hat im Oktober 209 eine Mission nach Südafrika entsandt, um die Sicherheitslage und die spezifischen konsularischen Herausforderungen abzuklären, die mit diesem Grossereignis verbinden sind», bestätigt EDA-Sprecher Georg Farago. Zudem stehe das EDA in Kontakt mit dem Schweizer Fussballverband, der FIFA und Schweizer Reiseveranstaltern, welche Reisen zur Fussball-WM anbieten. Dies ist dem Departement von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey aber nicht genug: «Das EDA klärt ab, welche zusätzlichen Massnahmen zu treffen sind. Insbesondere ist eine Verstärkung der Schweizer Vertretung und ein an den Spielorten unserer Nationalmannschaft eingesetztes mobiles Konsulat vorgesehen», sagt Farago.

Vor der Abreise nach Südafrika ruft das EDA die Fans aber auf, die Reisehinweise unter www.eda.admin.ch/reisehinweise, www.dfae.admin.ch/voyages oder www.dfae.admin.ch/viaggi zu konsultieren. Zudem wird der Bund ein Merkblatt für Fussball-Fans verfassen, das durch die Reiseveranstalter an die WM-Kunden verschickt wird. Inhalt: Empfehlungen zur Reisevorbereitung und nützliche Links zur Informationsbeschaffung.