Manchester United liegt derzeit in der Meisterschaft bloss im 6. Rang. Der Rückstand auf einen Champions-League-Platz beträgt elf Punkte, der Abstand zu Leader Liverpool ist schon 19 Zähler gross. Immerhin hat Mourinho den Klub in diesem Spätherbst in die Achtelfinals der Champions League geführt - auch dank zwei Siegen gegen die Young Boys sowie einem Auswärtserfolg beim Top-Favoriten Juventus Turin.

Mourinho kam im Sommer 2016 zu Manchester United, nachdem er in der Saison zuvor bei Chelsea als amtierender Meistertrainer entlassen worden war. Unter dem hochdekorierten Trainer aus Portugal sollte Manchester wieder an die Spitze vorstossen. Die ersten Nachfolger des Seriensiegers Sir Alex Ferguson - der Schotte David Moyes und der Niederländer Louis van Gaal - waren gescheitert.

Doch den grossen Erfolg brachte auch Mourinho nicht zurück zum Rekordmeister. Im ersten Jahr unter dessen Führung kam Manchester United in der Premier League nur auf Platz 6, rettete die Saison jedoch halbwegs mit dem Sieg in der Europa League. In der vergangenen Spielzeit reichte es zwar zu Rang 2, allerdings mit einem Rückstand von 19 Punkten auf den Stadtrivalen Manchester City.

Dennoch ist die Bilanz von Mourinho nicht niederschmetternd. Was die Siegesquote betrifft, ist er fast auf Augenhöhe mit Ferguson. Dieser hatte 59 Prozent seiner Spiele mit Manchester United gewonnen, Mourinho kam auf eine Quote von 58 Prozent. Damit ist Mourinho klar besser als seine Vorgänger Moyes und Van Gaal oder der legendäre Matt Busby, die je 52 Prozent verzeichneten

Letztlich wurden Mourinho neben der aktuell schwierigen sportlichen Situation auch weiche Faktoren zum Verhängnis. Das teure Team praktizierte unter ihm einen wenig spektakulären Stil. Das verwöhnte Publikum im Old Trafford goutierte die teilweise erschreckend ideenlosen Darbietungen schon lange nicht mehr.

Ausserdem legte sich Mourinho wiederholt mit Paul Pogba an. Der Weltmeister aus Frankreich enttäuschte seit dem Transfer von Juventus Turin im Sommer vor zwei Jahren wiederholt und wurde von Mourinho oft auch öffentlich kritisiert oder sogar blossgestellt. Deshalb kokettierte Pogba seit Monaten mit einem baldigen Abgang aus Manchester - wirtschaftlich eine schlechte Entwicklung für den Klub, der für den Spieler die damalige Rekordsumme von rund 105 Millionen Euro nach Italien überwiesen hatte.