Am Schluss hüpfen die Fans auf den Rängen im Joggeli – und die Spieler atmen erleichtert durch. 2:1 gewinnt der Meister gegen einen aufsässigen und defensiv starken Aufsteiger aus Lausanne. Die Gäste führen lange mit 1:0. Doch Urs Fischer setzt zum Schluss bedingungslos auf Offensive, bringt mit Janko einen zweiten Stürmer und mit Steffen und Callà zwei frische Flügel. In der Nachspielzeit wird er für sein Risiko belohnt, erst Suchy und dann Janko drehen das Spiel. Eine noch spektakulärere und extremere Aufholjagd als beim Hinspiel in Lausanne, wo Basel auch 0:1 hinten lag.

Überhaupt wagte Urs Fischer einiges für dieses Spiel gegen das bisher überraschende Lausanne. Im Vergleich zur Champions-League-Partie vom Dienstag gegen Paris wechselt Fischer – bis auf Spielmacher Matias Delgado – den kompletten Angriff aus. Boëtius und Elyounoussi spielen auf den Flügeln für Steffen und Bjarnason, Sporar im Sturm für Doumbia. Und die Neuen sind heiss, machen von Beginn weg mächtig Dampf. Doch vor dem Tor versagen den FCB-Spielern entweder die Nerven oder sie scheitern am glänzend haltenden Kevin Martin im Lausanne-Goal. Trotzdem sagt Fischer: «Die Neuen mussten lange auf ihre Chance warten. Aber ich darf sehr zufrieden sein. Sie haben in der ersten Halbzeit ein regelrechtes Feuerwerk gezündet.»

Eigentlich müsste Basel längst vorne liegen, als Lausanne in der 42. Minute durch Margiotta in Führung geht. Dem Tor vorangegangen: ein haarsträubender Fehler von Marek Suchy. Dem Tschechen rutscht ein langer Ball unter dem Fuss durch, danach läuft er neben Margiotta her. Die Leihgabe von Juventus Turin zieht aus 20 Metern ab und hämmert den Ball zum 1:0 rein.

Ein kleiner Befreiungsschlag

Wie gegen Paris kassierte Basel auch gestern Abend kurz vor dem Pausenpfiff ein Tor nach einem individuellen Fehler. Zur Erinnerung: Am Dienstag vertändelte Renato Steffen den Ball. Eine gefährliche Ecke statt eines geklärten Angriffs und Sekunden später stand es 1:0 durch Matuidi. Lausanne aber ist nicht Paris. Und Basel zeigt sich trotz Rückstand wenig beeindruckt, macht nach der Pause im gleichen Stil weiter wie davor. Basel macht das Spiel, doch Chancen bleiben lange Zeit aus. Bis Fischer mit einem Doppelwechsel die Schluss-Offensive einläutet.
Der Sieg ist hoch verdient: Bis zum Ende des Spiels kommt Basel auf 25 Abschlussversuche, Lausanne gerade mal auf deren 7. Einzig die schlechte Chancenauswertung muss sich der Serienmeister ankreiden lassen. Trainer Urs Fischer: «Wir müssen das Spiel in der ersten Halbzeit entscheiden, dann müssen wir nicht bis zur 93. Minute zittern. Daran müssen wir weiter arbeiten.»

Fischer kam in den letzten Tagen in die Kritik, weil sich der FCB nach bloss vier Runden in der Königsklasse von der Champions League verabschieden muss, gar um das europäische Überwintern bangt. In der Liga bleibt Basel souverän, bietet gar Spektakel. Und somit ist der gestrige Sieg auch ein kleiner Befreiungsschlag für Fischer. Ein wichtiger vor der Länderspiel-Pause. Eine Pleite hätte die Diskussion um ihn neu entfacht. Also: Durchatmen!

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