Der Schweizer Trainer Bernard Challandes dürfte im Kosovo bereits Kultstatus erreicht haben. Anfang September dieses Jahres coachte der Westschweizer die kosovarische Nationalmannschaft zum ersten Pflichtspielsieg in der Geschichte. Ein 2:0-Erfolg gegen die Färöer-Inseln versetzte ein ganzes Land in Ekstase.

Nun folgte der nächste Meilenstein in der noch jungen Geschichte der kosovarischen Nationalmannschaft. Mit 4:0 fertigte Challandes Mannschaft Aserbeidschan ab. Das bedeutet den Gruppensieg in Liga D der Nations League.

Zwei Siege zur EM

Der Kosovo steigt deshalb in Liga C der Nations League auf. Was aber weitaus wichtiger ist, ist dass sich der Kosovo durch den Gruppensieg für die Playoffs qualifiziert hat. Es winkt ein EM-Ticket. Georgien, Weissrussland und Mazedonien werden die Gegner sein. Gespielt wird im K.o.-System mit zwei Halbfinals und einem Final. Das bedeutet: Nur zwei Siege trennen den 1.8-Millionen-Einwohner-Staat von der Teilnahme an der EM 2020.

Ein oft gehörtes Argument bei der Nations-League-Thematik ist, dass vor allem kleine Nationen vom neu geschaffenen Wettbewerb profitieren können. Der Fall Kosovo ist ein Paradebeispiel dafür. Ein Land, das erst vor wenigen Wochen den ersten Pflichtspielsieg einfahren konnte, darf bereits mit der Teilnahme an der EM liebäugeln. Ein rasanter Aufstieg. 

Kosovo erzielt die meisten Tore

Überragender Mann beim entscheidenden Sieg gegen Aserbeidschan war Arber Zeneli. Dem Mittelfeldspieler, der in den Niederlanden bei Heerenveen unter Vertrag steht, gelang ein Dreierpack. In der Startaufstellung standen auch die beiden FCZ-Spieler Benjamin Kololli und Hekuran Kryeziu.

Die vier Tore aus dem letzten Spiel sorgten dafür, dass der Kosovo von allen Teams im Wettbewerb die meisten Tore erzielt hat. 15 waren es zum Schluss. Auf dem zweiten Platz liegen die Schweiz und Mazedonien mit je 14 Toren.