Das Fussballerherz schlägt höher. Es ist wahrlich ein Genuss, Eden Hazard in Brüssel an diesem lauen Abend zuzusehen. Wie er den Ball eng führt, geradezu streichelt. Der 27-Jährige hat ihn zwar nicht oft, falls doch, wird es laut im Stadion. Sehr laut. Und gefährlich, sehr gefährlich. Weil Hazard stets Tempo macht. Oder den Ball rasch weitergibt und es dadurch vor der Pause zur Grosschance kommt. Oder dann beim 1:0 für Belgien durch Romelu Lukaku, an dessen Ursprung – natürlich – Hazard steht.

Er ist der Spieler, der den Unterschied ausmachen kann. In der Nationalmannschaft. Im Club bei Chelsea, wo er in der Premier League seit Saisonstart siebenmal schon getroffen hat. Und er ist der Spieler, der die Frage, ob er derzeit der beste der Welt sei, mit einem «Ja» beantwortet. Dazu schmunzelt. Als ob dies ihm unangenehm sein müsste.

Wann geht es nach Madrid?

Dass Hazard in seinem 95. Länderspiel gegen die Schweiz kein Treffer gelingt, ist nur eine Randnotiz. Zumal der Captain der Belgier auch beim Siegtreffer erneut den Fuss im Spiel hat. Herrlich, wie er mit dem Absatz den Ball auf Lukaku weiterleitet. Seit mehr als sechs Jahren spielt Hazard für Chelsea, doch es ist eine Frage der Zeit, bis er sich wohl Real Madrid anschliesst.

Mit einem Wechsel kokettiert er schon längst, und jetzt, wo Cristiano Ronaldo nicht mehr bei den Königlichen wirbelt, wird ihr Werben um den Flügelspieler heftiger. Hazard sagt, einerseits würde er gerne den Club wechseln. Andererseits aber schlage sein Herz eben auch für die Londoner. Wie auch immer diese Geschichte enden wird, eines ist gewiss. Einen Spieler eines solchen Formats hat die Schweiz nicht. Und wird sie auch nicht so rasch haben. Dies zumindest war eine Erkenntnis am späten Abend in Brüssel. (cbr)