Ballon d'Or
Cristiano Ronaldo ist erneut Weltfussballer des Jahres

Bei der Ballon d'Or-Gala der FIFA im Zürcher Kongresshaus wurde Cristiano Ronaldo zum dritten Mal nach 2008 und 2013 zum Weltfussballer des Jahres gewählt. Nadine Kessler ist Weltfussballerin des Jahres.

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Cristiano Ronaldo mit dem Ballon d'Or
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Ronaldos Sohn durfte auch auf die Bühne
Die beiden Weltfussballer des Jahres 2014: Cristiano Ronaldo und Nadine Kessler
Nadine Kessler nimmt den Preis entgegen.
Der Kolumbianer James Rodriguez hat das schönste Tor des Jahres 2014 geschossen.
Cristiano Ronaldo und Moderatorin Kate Abdo
Sepp Blatter übergibt Journalist Hiroshi Kagawa aus Japan den Presidential Award 2014
Ralf Kellermann, bester Trainer einer Frauenmannschaft
Jogi Löw, Trainer des Jahres 2014
Team des Jahres (vorne von links) Manuel Neuer, Sergio Ramos, Philipp Lahm, Toni Kroos und Andres Iniesta. (Hinten von links) Arjen Robben, Angel Di Maria, Lionel Messi und Cristiano Ronaldo
Die Nominierten für Weltfussballer des Jahres 2014: Nadine Kessler, Cristiano Ronaldo, Abby Wambach, Manuel Neuer, Marta und Lionel Messi
Sepp Blatter bei der Ansprache
Fifa-Präsident Sepp Blatter mit seiner Freundin Linda Barras auf dem roten Teppich.
Cristiano Ronaldo und seine Entourage
Manuel Neuer posiert mit Rainer Maria Salzgeber und Beni Thurnheer
Philipp Lahm mit seiner Frau Claudia
Inmitten der Fans
Ein Selfie mit Sepp
Marta geht auf Tuchfühlung mit den Fans
Ottmar Hitzfeld
Der ehemalige Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld (rechts) mit seinem Assistenten Michel Pont
Die irische Fussballerin Stephanie Roche (nominiert für Tor des Jahres)
Manuel Neuer, Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo
Cristiano Ronaldo «Ich finde, wir drei sollten in einem Team spielen", meinte Ronaldo auf die Frage, in welchem historischen Fussball-Team er gerne gespielt hätte.
Manuel Neuer
Lionel Messi
Der Ballon d'Or
Schon Stunden vor der Gala zum Fifa Ballon d'Or warten die Fans am roten Teppich
Jogi Low an einer der Pressekonferenzen vor der Verleihung. Der Deutsche ist in der Kategorie Trainer nominiert. Der Bundestrainer hat die Möglichkeit einer vierten Auswechslung während Fussball-Spielen ins Gespräch gebracht. «Für mich als Trainer wäre das sinnvoll», sagte der 54-Jährige.
Diego Simeone, auch nominiert als bester Trainer 2014
Nominiert für Weltfussballerin: US-Amerikanerin Abby Wambach, Brasilianerin Marta und Nadine Kessler aus Deutschland

Cristiano Ronaldo mit dem Ballon d'Or

Keystone

Den Fernkampf um den besten Goleador in der Geschichte der Primera Division und in der Champions League führt Lionel Messi noch an. Ebenso jenen um die Anzahl Titel als Weltfussballer des Jahres. Seit gestern fehlt Ronaldo aber nur noch ein Titel, um den Argentinier zumindest in der letztgenannten Statistik einzuholen. Messi, der offiziell beste Spieler der WM und vierfache Ballon-d'Or-Gewinner, und auch Weltmeister-Goalie Manuel Neuer gingen leer aus.

Genau genommen blieb das Duo gegen den zum achten Mal vorgeschlagenen Ronaldo völlig chancenlos. Die Nationaltrainer und die Captains aller FIFA-Mitgliederstaaten, so auch die Schweizer Vertreter Gökhan Inler und Vladimir Petkovic, sowie die auserwählten Journalisten legten sich mit aller Deutlichkeit fest. Sie wählten "Glamour Boy" Ronaldo addierte 304 Mal auf Platz 1, den zweitplatzierten Messi 55 Mal, Neuer auf Rang 3 85 Mal. Es blieb also dabei, dass seit der Integration des "Ballon d'Or" (davor separate Wahl von France Football) in die FIFA-Gala - trotz diesmal guter Aussichten - weiterhin kein Goalie je mit dem prestigeträchtigen Award ausgezeichnet worden ist. Und es bleibt auch dabei, dass der Sieger seit 2008 stets Messi oder Ronaldo hiess.

Ronaldos Ansage

Als Thierry Henry an der FIFA-Gala im entscheidenden Moment Ronaldos Namen nannte, mag die Reaktion des Preisträgers wieder einmal theatralisch gewirkt haben. Wie er durchatmete, sich langsam erhob. Wie er nach beendeter Dankesrede mit tiefer Stimme "siiiiiim!" (ja auf portugiesisch) ins Mikrofon schrie. Auch auf dem Feld polarisiert Ronaldo wie kaum ein andere Spieler von Weltformat. Die ausladenden Gesten oder die provokante Art manches Torjubels sind nicht jedermanns Art. So wie neulich, als er Mitspieler Gareth Bale zusammenfaltete, weil dieser einen Torschuss einem Pass zu ihm vorzog, der besser postiert war.

Aber im Training von Real Madrid, so wurde schon oftmals berichtet, gehört Ronaldo zu den Fleissigsten. Er ist einer, der Extraschichten einlegt, um an seiner frappanten Schusstechnik zu feilen. Die Extravaganzen auf dem Feld macht er durch Tore am Fliessband wett. 61 waren es im Kalenderjahr 2014 mit den vier Titeln, dazu kamen 22 Assists.

Dieser Wettbewerb mit Messi treibt Ronaldo zu Höchstleistungen an, und er wird das auch in Zukunft tun. "Diese Trophäe ist der Dank für ein Jahr voller Siege", sagte der Portugiese. "Es ist eine sehr wichtige Auszeichnung, die Krönung eines unvergesslichen Jahres, ein einzigartiger Moment." Und dann sagte er diese Sätze, die man auch als Ansage an den argentinischen Konkurrenten des FC Barcelona deuten konnte. "Der Höhepunkt ist noch nicht erreicht. Ich möchte als Bester in die Geschichte eingehen", sagte der Portugiese. Das hängt aber auch davon ab, ob er mit Portugals Nationalteam in absehbarer Zeit noch zu Erfolgen kommen wird.

Goldene Bälle für deutsche Vertreter

Derweil Neuer "diesen Ball nicht halten kann" (Titel von "spiegel.de"), durften sich andere deutsche Exponenten beklatschen lassen. Weltmeister-Trainer Joachim Löw erhielt am 66. Geburtstag von Ottmar Hitzfeld die Trophäe aus den Händen des ehemaligen Schweizer Nationaltrainers als bester Coach des letzten Jahres überreicht. Dazu wurde Ralf Kellermann als bester Trainer eines Frauenteams ausgezeichnet. Mit dem VfL Wolfsburg gewann er 2014 das Triple aus Champions League, Meisterschaft und Cup.

Massgeblichen Anteil daran hatte die 26-jährige Mittelfeldspielerin und Captain Nadine Kessler. Deshalb überraschte deren Ehrung als "Weltfussballerin des Jahres" wenig. Kessler war im letzten August bereits zur kontinental besten Spielerin gewählt worden. Die Wolfsburger Fraktion kämpft derzeit mit der Aufarbeitung des Unfalltodes von Junior Malanda am letzten Samstag. "Wir sind in Trauer. Das Unglück überschattet alles", sagte Kessler.

Hype um die Stars

Gewissermassen zum verspäteten Abschluss des WM-Jahres 2014 erhielten die wichtigsten Protagonisten nochmals eine grosse Bühne. Rund um das Kongresshaus versuchten Hunderte von Schaulustigen, ein Autogramm, ein Selfie oder auf Zehenspitzen auch nur einen Blick auf Ronaldo, Messi oder die diversen einmarschierenden Altstars zu erhaschen. Der Hype rund um den roten Teppich war gewaltig.

Nicht nur für das Trio, das für die Wahl zum "Weltfussballer des Jahres" vorgeschlagen war, ging es so schnell wieder zurück, wie es hergekommen war. Ronaldo und Messi reisten nach ihrem nur wenige Stunden dauernden Aufenthalt in Zürich in Privatjets wieder nach Spanien, Neuer trat mit seinen Teamkollegen Arjen Robben und Philipp Lahm kurz nach der Award-Verleihung den Rückflug ins Trainingslager der Bayern nach Katar an. (SI)

Alle Sieger des Abends im Überblick:

Weltfussballer des Jahres:

Cristiano Ronaldo verteidigt seinen Titel aus dem Vorjahr. Der 29-jährige gewinnt zum dritten Mal nach 2008 und 2013 den Award. In der letzten Saison wurde er Torschützenkönig in der spanischen Liga, sowie in der Champions League. Damit müssen wir weiterhin warten, bis erstmals ein Torhüter diese Auszeichnung erhält.

Das waren die bisherigen Gewinner:

Hollands Stürmerstar Marco van Basten ist 1988, 1989 und 1992 der Beste.
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Deutschlands und Inter Mailands Vorzeigelibero Lothar Matthäus wird 1990 und 1991 ausgezeichnet.
Italiens Goalgetter Roberto Baggio hat 1993 mit Juventus Turin seine beste Saison.
Romario (Mitte) sticht 1994 aus Brasiliens Weltmeisterteam heraus.
Mit George Weah von der AC Milan gewinnt 1995 der erste Afrikaner die Auszeichnung.
Ronaldo lehrt die Torhüter als Stürmer von Barcelona und Inter Mailand (Bild) das Fürchten und ist 1996, 1997 und 2002 der Beste.
Zinedine Zidane ist 1998 Spielmacher von Turin (Bild) und der französischen Weltmeistermannschaft, die Auszeichnungen zwei und drei folgen 2000 und 2003 (bei Real Madrid).
Rivaldo reckt 2002 die WM-Trophäe in die Höhe, Weltfussballer ist er drei Jahre vorher als Spielmacher des FC Barcelona.
Der Portugiese Luis Figo von Real Madrid ist 2001 der Beste seines Fachs.
Ronaldinho überstrahlt in den Jahren 2004 und 2005 alle.
Mit Italiens Weltmeister-Captain Fabio Cannavaro wird 2006 erstmals ein Defensivspieler gewählt
Brasiliens Kaka verzaubert 2007 alle.
Sage und schreibe vier Mal in Folge holte sich Lionel Messi die Auszeichnung zwischen 2009 und 2012. Der argentinische Spieler vom FC Barcelona hat sämtliche Wahlen von 2009 bis 2012 für sich entscheiden können und ist auch dieses Jahr wieder ein Topfavorit.
Bereits zum dritten Mal darf sich Cristiano Ronaldo Weltfussballer des Jahres nennen. Er erhielt den Award bereits 2008 und 2013. Der Stürmerstar wird 2008 als Dreh- und Angelpunkt im Spiel von Portugal und Manchester United zum ersten Mal Weltfussballer. Zum zweiten Mal hat es im letzten Jahr geklappt.

Hollands Stürmerstar Marco van Basten ist 1988, 1989 und 1992 der Beste.

KEYSTONE

Weltfussballerin des Jahres:

Die 26-jährige Nadine Kessler ist die beste Fussballerin der Welt. Die Mittelfeldspielerin des Vfl Wolfsburg gewann im vergangenen Jahr sowohl den Meistertitel in Deutschland als auch die Champions League. Auch sie erinnert, den Tränen nahe, bei ihrer Rede noch einmal an den tragisch verstorbenen Junior Malanda. «Der Unfall überschattet natürlich alles. Dennoch bin ich allen, die mir diese Auszeichnung ermöglichten, sehr dankbar.»

Puskás-Award (Tor des Jahres):

Das schhönste Tor im Jahr 2014 erzielte James Rodriguez. Im WM-Achtelfinal traf er gegen Uruguay mit einem herrlichen Volley aus der Drehung von ausserhalb des Strafraums. Es war der fünfte von sechs Toren des 23-jährigen an der Weltmeisterschaft, wo er Torschützenkönig wurde.

Weltrainer des Jahres:

Die Auszeichnung für des Trainer des Jahres erhält wenig überraschend Jogi Löw. Der 54-jährige führte die Deutsche Nationalmannschaft im Sommer zum vierten Weltmeistertitel. Bei seiner Dankesrede stellt er erstmal fest, dass er diesen Award nicht alleine gewonnen hat. «Ich bedanke mich bei meiner Mannschaft. Was wäre ein Trainer ohne seine Mannschaft? Es ist ein Riesengeschenk, dass ich mit euch arbeiten darf.»

Welttrainer des Jahres bei den Frauen:

Bester Trainer einer Frauenmannschaft war im vergangenen Jahr Ralf Kellermann vom Vfl Wolfsburg. Aufgrund der Tragödie um den tödlich verunfallten Junior Malanda, vom Wolfsburger Fanionteam, hält der Deutsche seine Rede kurz und bittet dafür um Verständnis.

Die Top 11 des Jahres:

(vorne von links) Manuel Neuer, Sergio Ramos, Philipp Lahm, Toni Kroos und Andres Iniesta. (Hinten von links) Arjen Robben, Angel Di Maria, Lionel Messi und Cristiano Ronaldo

(vorne von links) Manuel Neuer, Sergio Ramos, Philipp Lahm, Toni Kroos und Andres Iniesta. (Hinten von links) Arjen Robben, Angel Di Maria, Lionel Messi und Cristiano Ronaldo

Keystone

Torhüter in der Top elf des Jahres ist wenig überraschend Manuel Neuer. Der Deutsche führte seine Nationalmannschaft an der WM in Brasilien zum Weltmeistertitel und hält auch in München bei den Bayern seinen Kasten sauber. Er hat zudem die Chance als erster Torhüter überhaupt zum Weltfussballer des Jahres gewählt zu werden.

Die Viererkette bilden der Weltmeister Philipp Lahm, Champions-League-Sieger Sergio Ramos, sowie die beiden Brasilianer in Diensten von Paris St.-Germain Thiago Silva und David Luiz. Vor allem die Wahl von David Luiz gibt dabei zu denken, da der 27-jährige als einer der Hauptschuldigen des 1:7-Debakels im WM-Halbfinal gegen Deutschland ausgemacht wurde.

Auch im Mittelfeld ist ein Weltmeister anzutreffen: Toni Kroos. Daneben wurden WM-Finalist Angel di Maria, sowie Barcelona-Star Andrés Iniesta ausgezeichnet.

Zu den drei besten Stürmern gehören wenig überraschend Cristiano Ronaldo sowie sein ewigier Widersacher Lionel Messi. Hinzu gesellt sich noch der holländische Flügelflitzer Arjen Robben, der eine tolle WM gezeigt, und sein Team bis in den Halbfinal geführt hat.

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