Prügel-Affäre
Constantin legt nach: «Fringer musste gemassregelt werden, wie ein Kind auf dem Pausenplatz»

Auch am Tag nach seiner Prügelattacke gegen Teleclub-Experte Rolf Fringer zeigt Christian Constantin keinerlei Reue.

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Christian Constantin bleibt am Tag nach seiner Prügelattacke auf Rolf Fringer gelassen.

Christian Constantin bleibt am Tag nach seiner Prügelattacke auf Rolf Fringer gelassen.

Keystone

«Wofür soll ich mich da entschuldigen?», fragt der Sion-Präsident im Interview mit dem «Blick», als er auf seinen Ausraster angesprochen wird. «Er war in Bezug auf seine Aussagen mir gegenüber nicht einsichtig. Also musste er gemassregelt werden. Wie ein Kind auf dem Pausenplatz.» Nach eigenen Angaben habe er Fringer «fünf oder sechs Ohrfeigen und einen Tritt in den Hintern verpasst».

Dass er die Kontolle über sich verloren habe, davon will Constantin nichts wissen. «Zuerst war mein Sohn Barthélémy bei ihm, sagte ihm, er solle aufhören, unsere Familie in den Dreck zu ziehen. Als er von Teleclub wieder eine Plattform dafür kriegte, fand ich es angemessen, ihn mal zu massregeln. Dreissig Sekunden später stand er wieder – und gab Interviews. Es ist ihm also rein gar nichts passiert. Kein Kratzer», so CC, der heute um 15 Uhr in Martigny eine Medienkonferenz gibt und dort nochmals ausführlich seine Sicht der Dinge darlegen wird.

Constantin regte sich vor allem über die persönlichen Angriffe von Fringer auf seine Person auf. «Er soll aufhören mich zu beleidigen. Er kann mich oder den Klub weiter kritisieren. Aber nicht persönlich beleidigen», fordert er. «Ich habe nie etwas über ihn gesagt. Er aber geht dauernd auf mich los.»

Dass Fringer ihn vor Gericht zerren könnte, macht dem millionenschweren Inhaber eines Architekturbüros keine Sorgen. «Das ist doch wunderbar. Dann wird das Gericht entscheiden. Wenn ich wegen ein paar Ohrfeigen und einem Tritt in den Hintern verurteilt werde, dann ist das so», gibt sich Constantin kämpferisch. Von Seiten der Swiss Football League, die eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet hat fürchtet er ebenfalls keine Konsequenzen, schliesslich habe Fringer ja keine offizielle Funktion mehr.

Dass er Fringer verklagen will, bestätigte Constantin. «Ich habe gegen Fringer Strafanzeige wegen Ehrverletzung und Verleumdung eingereicht. Und das nicht plötzlich. Das hatte ich mit meinem Anwalt schon längst geplant.»

Constantin steigt aus Sions Olympia-Kandidatur aus

Christian Constantin hat seine Funktionen bei der Sittener Kandidatur für die Olympischen Spiele 2026 niedergelegt.

Der Patron des FC Sion habe am Freitagmorgen darum gebeten, von seinen Ämter entbunden zu werden, teilte das Organisationskomitee um Präsident Jean-Philippe Rochat mit. «Der Bitte habe ich entsprochen. Christian Constantin nimmt nicht mehr an den Arbeiten des Kandidatur-Komitees teil, solange keine Klarheit in der jüngsten Affäre Constantins vorliegt», erklärte Rochat. (sda)

«Narzisst mit null Empathie»

Auslöser für Constantins Prügelattacke waren Aussagen von Fringer in der Teleclub-Sendung «Kick-Off» vom Dienstagabend. Dort kritisierte der Experte den Sion-Boss scharf: «Er ist ein Narzisst, hat null Empathie, schaut nur für sich. Man sagt, er sein ein Farbtupfer für die Liga. Aber ich muss sagen, langsam wird es lächerlich. Es ist Jahr für Jahr der gleiche ‹Stuss›.»

Bereits vor zwei Jahren waren Fringer, damals Sportchef in Luzern, und Constantin verbal aneinander geraten, als der Sittener Präsident versucht hatte, den Innerschweizern Marco Schneuwly auszuspannen. (pre)