Fussball
Coach Heynckes lobt Shaqiri: «Er kann ein ganz grosser Spieler werden»

Der Trainer des FC Bayern München zeigte sich nach dem 3:0-Testspielsieg in Basel begeistert vom Schweizer Xherdan Shaqiri. Nachdem der Wechsel des Nationalspielers zu Bayern bekannt wurde, tönte es noch anders.

Sebastian Wendel
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Shaqiri im Kampf gegen Basels Diaz

Shaqiri im Kampf gegen Basels Diaz

Keystone

Sportlich schwebt der FC Bayern München zurzeit auf Wolke sieben. Der Titel in der Bundesliga scheint angesichts neun Punkten Vorsprung nur noch Formsache zu sein, ins Champions-League-Achtelfinal gegen Arsenal steigt Bayern als klarer Favorit und auch im Cup agiert er bislang makellos. Klar, dass es mit diesem Hintergrund leicht fällt, Lob zu verteilen. Wie nach dem 3:0-Testspielsieg am Samstag in Basel.

Da wurde Jupp Heynckes an der Pressekonferenz gefragt, wie er denn die Entwicklung von Xherdan Shaqiri einschätze. Und der manchmal etwas knorrig anmutende, 67-jährige Bayern-Trainer holte zu einer wahren Lobeshymne aus: «Xherdan ist ein sehr guter Einkauf von uns gewesen», begann der ehemalige Weltklassespieler. «Für junge Spieler ist es beim FC Bayern immer schwierig, er hat das fantastisch gemeistert. Xherdan kann den Unterschied ausmachen, auch dank ihm haben wir viele Spiele von der Bank aus gewonnen.» Zum Schluss setzte Heynckes, als Spieler Welt- und Europameister mit Deutschland, dem Zauberwerg die Krone auf: «Er wächst mit der Aufgabe und dem Umfeld stetig. Er kann ein ganz grosser Spieler werden.»

Die Superlativen aus Heynckes’ Mund überraschen, wenn man ein knappes Jahr zurückblickt. Es tönte nauch schon anders. Im Februar 2012, kurz nachdem Shaqiris Transfer zu Bayern bekannt wurde und das Champions-League-Duell zwischen Basel und den Münchnern bevorstand, baten deutsche Journalisten Heynckes um einen Kommentar zur Neuerwerbung. Er schmunzelte und sagte: «Bevor ich in Begeisterung ausbreche, muss schon etwas mehr geschehen. Denn ich bin ein sehr anspruchsvoller Trainer. Xherdan Shaqiri verfügt über ein aussergewöhnliches Talent und einen exzellenten linken Fuss. Der rechte – nehme ich mal an – ist nur da, damit er nicht umfällt.»

Heynckes nannte Shaqiri einen «Intuitionsspieler, den man nicht in einem Schema fesseln darf». Hob aber umgehend den Mahnfinger: «Er muss noch viel lernen. Die Bundesliga und Bayern sind etwas ganz anderes als der FC Basel. Er wird merken, dass es bei uns nicht so einfach ist, Fussball zu spielen.

Am Samstag nun, nachdem er Shaqiri ein gutes halbes Jahr trainiert hat, zeigte sich Heynckes vom Schweizer Nationalspieler restlos überzeugt.