Champions League

Chelsea, Leverkusen, Barcelona und Milan können Achtelfinals klar machen

Bayer jubelte in der Champions League öfter als in der Bundesliga

Bayer jubelte in der Champions League öfter als in der Bundesliga

In der Gruppe E brauchen Chelsea und Leverkusen dazu einen Sieg, in der Gruppe H reicht den zwei Favoriten AC Milan und FC Barcelona womöglich schon ein Remis. Vor allem die gute Ausgangslage von Bayer Leverkusen überrascht.

Gestartet war der Bundesligist mit einer Niederlage bei Chelsea. In der Meisterschaft kommt Bayer seit Wochen nicht richtig auf Touren und belegt bloss Platz 8. Aber die beiden Erfolge in der Champions League gegen die sieglosen Genk und Valencia öffneten die Tür für die Achtelfinals. "Man hätte das nicht für möglich gehalten", gab selbst Trainer Robin Dutt zu.

In Valencia stellt sich dem Bayer-Ensemble ein härterer Brocken in den Weg als am Freitag in der Bundesliga in Freiburg (1:0). Die Spanier hatten das Hinspiel vor zwei Wochen in den ersten 45 Minuten dominiert und eher unerwartet noch verloren. "Wir brauchen eine andere Mentalität und mehr Selbstvertrauen als in Freiburg", sagte etwa Captain Simon Rolfes.

Ob sich die Leverkusener beim Gang ins Estadio Mestalla an Führungsspieler Michael Ballack orientieren können, ist noch ungewiss. Der 35-jährige Mittelfeldspieler trainiert nach einem Nasenbeinbruch, erlitten am Freitag in Freiburg, mit einer Spezialmaske. "Er muss selber entscheiden, ob er spielen kann", so Sportchef Rudi Völler.

Dennoch ist zu erwarten, dass sie bei Bayer den Leithammel, der zu Beginn der Saison so viele Probleme mit Trainer Dutt gehabt hat, zu einem Einsatz "ermuntern" werden. Nicht nur, weil Ballack in Freiburg das Siegtor erzielt hat. In Spanien täte dem jungen Team vor allem die Erfahrung des 98-fachen Internationalen gut. Ballack hat mehr Spiele in der Champions League absolviert (90), als der Rest der Mannschaft zusammen (65).

In der Gruppe H lief bislang alles nach Papierform. Titelverteidiger FC Barcelona und Milan haben sechs Punkte mehr als BATE Borissow und Viktorica Pilsen. Die Mailänder (in Borissow) und die Katalanen (in Pilsen) sind mit einem Sieg durch. Ein Remis würde reichen, wenn der andere Favorit sein Spiel gewinnt.

Der guten Ausgangslage zum Trotz sind die Mailänder nicht sorgenfrei. Der Ausfall von Antonio Cassano, der nach einem vermuteten (leichten) Schlaganfall zur Beobachtung in einer Mailänder Klinik liegt, ist der neueste Tiefpunkt in einer durch Verletzungen gestörten ersten Saisonphase. In Weissrussland stehen Trainer Massimiliano Allegri mit Ibrahimovic und Robinho nur noch zwei Stürmer zur Verfügung. Zudem fehlen die Mittelfeldspieler Mathieu Flamini, Gennaro Gattuso und Kevin Prince Boateng. Der Einsatz von Clarence Seedorf ist ungewiss.

Während dem italienischen Meister Milan die Spieler ausgehen, fehlen dem deutschen Champion Borussia Dortmund die Punkte. Im Heimspiel gegen Olympiakos Piräus braucht der BVB dringend den ersten Sieg, sonst ist nicht nur die Achtelfinal-Qualifikation kein Thema mehr, sondern sind wohl auch die Chancen auf den 3. Platz (und die 1/16-Finals in der Europa League) dahin.

Die schwachen Resultate in der Champions League mit zuletzt zwei deutlichen Auswärtsniederlagen in Marseille (0:3) und Piräus (1:3) stehen im krassen Gegensatz zu den Leistungen in der Bundesliga. Im heimischen Alltag holte Dortmund aus den letzten fünf Spielen 13 Punkte und begeisterte am Samstag beim 1:1 in Stuttgart mit einer vorzüglichen Darbietung. "In der Champions League wollten wir in den ersten Spielen zu viel", analysierte Trainer Jürgen Klopp. "Jetzt wollen wir beweisen, dass wir es auch in Europa können."

Noch ist nicht alles verloren. Dortmund empfängt noch Piräus und Marseille - und hält sich an das Beispiel von Werder Bremen. Die Hanseaten waren 2005/2006 ebenfalls mit nur einem Punkt aus drei Spielen gestartet und erreichten in extremis die Achtelfinals dank zwei Siegen in der Rückrunde doch noch. Wahrscheinlicher ist gleichwohl ein anderes Szenario. Jenes, nach dem Dortmund nach Werder Bremen (1993/1994), dem VfB Stuttgart (2007/2008) und dem VfL Wolfsburg (2009/2010) der vierte deutsche Meister sind wird, der in der Champions League schon in der Gruppenphase scheitert.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1