Champions League

Chelsea kämpft PSG nieder – Dortmund verpasst die Sensation gegen Real

Beinahe hätte Borussia Dortmund das beinahe Unmögliche geschafft und das 0:3 im Hinspiel gegen Real weggemacht. Chelsea erkämpfte sich mit einem 2:0 Sieg den Einzug ins Halbfinale.

Die Dortmunder waren trotz akuter Verletzungssorgen von der ersten Minute an gewillt, alles in die Waagschale zu werfen, um den Halbfinaleinzug doch noch zu schaffen. Das statistisch gesehen ziemlich unrealistische Szenario drohte aber schon in der 17. Minute zur Unmöglichkeit zu verkommen. Angel di Maria lief für Real in der Abwesenheit des am Knie verletzten Cristiano Ronaldo zum Penalty (Hands von Lukasz Piszczek) an, sah seinen Schuss aber von Torhüter Roman Weidenfeller pariert.

Dadurch wurde der BVB im ausverkauften Signal-Iduna-Park noch mehr angestachelt und nutzte in der Folge zwei kapitale Aussetzer der Madrilenen. In der 24. Minute wollte Innenverteidiger Pepe einen langen Ball zu seinem Goalie Iker Casillas verlängern, doch Marco Reus antizipierte richtig und verwertete die ungewollte Vorlage kaltblütig. Etwas mehr als zehn Minuten später leistete sich Sergio Ramos einen Fehlpass im Mittelfeld, nach welchem Robert Lewandowski alleine losziehen konnte. Der Pole, der im Hinspiel noch gesperrt war, traf nur den Pfosten, doch wieder stand Reus goldrichtig und erhöhte auf 2:0.

Nach der Pause waren die "Königlichen" defensiv deutlich besser organisiert und bekamen das Geschehen wieder in den Griff. Auch offensiv konnten durch Gareth Bale nach dem verschossenen Penalty wieder Akzente gesetzt werden. Doch nach einer Stunde drehten die Bundesligisten wieder auf und kamen durch Henrich Mchitarjan (zweifach) und Kevin Grosskreutz zu drei Grosschancen. Der Armenier hatte in der 65. Minute Pech, als er Casillas umspielte, danach aber nur den Pfosten traf. Diesen Möglichkeiten trauerten die Borussen am Ende nach. Sie gaben zwar bis zum Schlusspfiff nicht auf, doch das Tor, das die Verlängerung nötig gemacht hätte, wollte ihnen nicht mehr gelingen.

Die Madrilenen schafften es trotz der ersten Niederlage in der laufenden Champions League in die Halbfinals. "Vielleicht ist es gut für uns, von Zeit zu Zeit einen solchen Weckruf zu erhalten. Es ist besser, dass dieser heute Abend gekommen ist und nicht in den anstehenden Spielen", sagte Casillas nach dem Spiel. Der Real-Captain steht mit seinem Team zum vierten Mal in Serie unter den letzten vier Mannschaften in der Königsklasse.

Chelsea erkämpft sich das Halbfinal

Chelseas Weiterkommen darf als verdient bezeichnet werden. Die Londoner vermochten sich gegenüber dem Hinspiel klar zu steigern. Wieder einmal konnten sie ihre Heimstärke in die Waagschale werfen. Zum neunten Mal in Serie blieb Chelsea in einem Pflichtspiel an der Stamford Bridge ohne Gegentor. Letztmals kassierte man im eigenen Stadion am 19. Januar einen Treffer.

Für die Tore von Chelsea sorgten zwei Eingewechselte. Die "Joker" von Trainer José Mourinho stachen. Nach etwas mehr als einer halben Stunde traf André Schürrle mit einem Flachschuss im Anschluss an einen Einwurf. Der deutsche Internationale war unerwartet früh zu einem Einsatz gekommen, weil sich Eden Hazard bereits in der 18. Minute angeschlagen ersetzen liess. Das erlösende 2:0 für Chelsea erzielte erst in der 87. Minute Demba Ba. Der senegalesische Stürmer überwand PSG-Keeper Salvatore Sirigu aus kurzer Entfernung, nachdem der Ball aus einem Getümmel zu ihm geraten war. Chelsea wurde belohnt für den Aufwand, den es davor betrieben hatte. Das 2:0 hätte auch zu Beginn der zweiten Halbzeit fallen können, als Schürrle und Oscar mit ihren Schüssen jeweils an der Latte gescheitert waren. Mourinho hat somit immer noch die Möglichkeit in diesem Jahr, der erste Trainer zu werden, der die Champions League mit drei verschiedenen Klubs gewinnt.

Paris Saint-Germain wurde bestraft für seine Passivität. Der Leader der Ligue 1 beschränkte sich zu stark auf das Verwalten des Polsters aus dem Hinspiel. Er kam erst in den letzten 20 Minuten zu ernsthaften Torchancen. Die Absenz des verletzten Star-Stürmers Zlatan Ibrahimovic wog schwerer als erwartet. Nachdem das Team von Laurent Blanc 25 Minuten lang konsequent verteidigt und jeden Angriff des Gegners im Keim erstickt hatte, geriet es arg unter Druck. Für PSG war es die erste Niederlage nach 11 siegreich gestalteten Ernstkämpfen in Folge.

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