Beim Schweizerischen Fussballverband (SFV) zeigte man sich überrascht über die Medienmitteilung der Fifa. Darin war mitgeteilt worden, dass der aktuell beste Schweizer Unparteiische seine sportliche Laufbahn gerade erst beendet habe und ab 1. August in Diensten des Weltfussballverbandes stehe. Zwar wusste man beim SFV über die laufenden Verhandlungen Busaccas mit der Fifa, von einem Rücktritt des Tessiners war jedoch im Haus des Fussballs in Muri bei Bern bis gestern nichts bekannt.

Formell ist es zwar nicht notwendig, dass ein Schiedsrichter seine Freizeit-Tätigkeit schriftlich kündigt, da er über keinen Vertrag mit dem Verband verfügt. Wenn jedoch das Schiedsrichter-Aushängeschild drei Tage vor Meisterschaftsbeginn seinen Job auf diese Art und Weise an den Nagel hängt, hinterlässt dies doch einen schalen Nachgeschmack. Selbst der Tessiner Kantonskollege und neue Schweizer Schiedsrichterchef Carlo Bertolini war von Busacca nicht über den sofortigen Rücktritt informiert worden. Da er jedoch von dessen Ambitionen wusste, hatte er ihn vorsorglicherweise nicht für die Startrunde der Axpo Super League am Wochenende nominiert.

Massimo Busacca war über zwei Jahrzehnte lang als Schiedsrichter tätig, davon zwölf Jahre auf internationaler Ebene. Er war bei zwei Weltmeisterschaften (2006 und 2010) sowie einer Europameisterschaft (2008) dabei und leitete die Finals der Champions League (2009), des UEFA-Cups (2007) und des Uefa-Supercups (2010). In der höchsten Schweizer Spielklasse hat der sprachgewandte Tessiner über 250 Partien geleitet.