WM-Qualifikation
Bunte Hunde, grelle Vögel – die Stars der möglichen Schweizer Playoff-Gegner

Die Schweiz kennt ihre vier möglichen Gegner für die WM-Playoffs. Als gesetztes Team bekommt sie es im November mit Schweden, Irland, Nordirland oder Griechenland zu tun. Hier die Stars der möglichen Schweizer Playoff-Gegner.

Markus Brütsch
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Emil Forsberg (l.) einer der vier Stars der möglichen Schweizer Playoff-Gegner.

Emil Forsberg (l.) einer der vier Stars der möglichen Schweizer Playoff-Gegner.

Keystone

Schweden – Emil Forsberg

Viel Aufregung um nichts − so lässt sich zusammenfassen, was im Sommer ein Satz von Emil Forsberg ausgelöst hat. Dabei hatte der 25-jährige Schwede ja nur gesagt, Mailand sei eine fantastische Stadt.

Und weil sein Berater auch noch ein wenig Öl ins Feuer goss, hiess es in Leipzig bald: Forsberg probt den Aufstand. Doch der Offensivspieler, der es in der vergangenen Bundesligasaison neben acht Toren auf sagenhafte 22 Assists gebracht hatte, wechselte nicht zur AC Milan, sondern blieb den Bullen treu.

Emil Forsberg.

Emil Forsberg.

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Vielleicht auch, weil sich seine Frau Shanga in Leipzig so wohl fühlt. Auch sie spielt bei RB Fussball, in der Regionalliga zwar und nur noch aus Spass, aber auch sie trägt die Nummer 10 und ist die härteste Kritikerin ihres Mannes. Er sei sonst für Kritik nicht so empfänglich, sagt Forsberg, aber von meiner Frau nehme ich sie an. Und sie macht ja zu Hause auch noch anderes, als zu kritisieren.»

In der WM-Qualifikation hat Forsberg (4) hinter Marcus Berg (8) für Schweden die meisten Tore geschossen.

Nordirland – Kyle Lafferty

Mit sieben Toren hatte Kyle Lafferty Nordirland erstmals an eine Europameisterschaft geschossen. Nun hat er mit drei Treffern dazu beigetragen, dass die Green & White Army in den WM-Playoffs dabei ist.

Lafferty, derzeit bei Heart of Midlothian unter Vertrag, ist nicht nur ein Wandervogel (Burnley, Darlington, Glasgow Rangers, Palermo, Norwich, Rizespor, Birmingham City), sondern auch ein ordentlicher Stürmer.

Kyle Lafferty.

Kyle Lafferty.

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Das wusste auch Christian Constantin, als er ihn im Sommer 2012 mit einem Dreijahresvertrag zum FC Sion lotste. Für diesen schoss er in 28 Spielen acht Tore, gesprochen wurde aber zumeist über anderes. Zum Beispiel über seine Frau Nicola, die 2010 «Miss Schottland» geworden war.

Oder über den speziellen Torjubel, als er am Boden liegend zuckte wie ein sterbender Fisch an der Angel. Palermos Präsident Maurizio Zamparini hat ihn später so verabschiedet: «Lafferty ist ein unkontrollierbarer Schürzenjäger mit einem schlechten Lebensstil. Darum haben wir ihn verkauft.»

Griechenland – Konstantinos Mitroglou

Als Konstantinos «Kostas» Mitroglou noch für den Nachwuchs von Preussen-Vluyn auflief, wusste man bereits um das grosse Talent des griechisch-deutschen Doppelbürgers. Doch bei Borussia Mönchengladbach gelang ihm der Sprung in die Bundesliga nicht.

Geboren in der Hafenstadt Kavala, war «Kostas» zwar schon als kleiner Junge mit seinen Eltern nach Deutschland gezogen, doch um seine Laufbahn zu lancieren, musste er zurück in die alte Heimat. Er gewann mit Olympiakos Piräus zehn Trophäen; in Griechenland nannten sie ihn «den Deutschen».

Konstantinos Mitroglou (m.) mit seinen Teamkollegen beim Training.

Konstantinos Mitroglou (m.) mit seinen Teamkollegen beim Training.

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Es lief gut, und es kam das Angebot des FC Fulham, wo er viele Verletzungsprobleme hatte und von der englischen Presse als Flop verspottet wurde. Für Benfica Lissabon aber schoss er so viele Tore, dass sie ihn «Mitrogolo» tauften.

Die 52 Tore in 88 Spielen für die «Adler» waren für Olympique Marseille Anlass genug, den bulligen 1,89-Meter-Stürmer Ende August für 15 Millionen zu verpflichten. In der WM-Ausscheidung schoss er für Griechenland in acht Spielen sechs Tore.

Irland – James McClean

Als die Partie in Cardiff abgepfiffen wurde und Irland den Sprung in die Playoffs geschafft hatte, rannte James McClean los. Das Ziel: Die Arme seiner Frau Erin, die in der ersten Zuschauerreihe auf ihn wartete.

Allerdings ohne die drei Kinder, die noch zu klein sind, um einen solchen Abend im Stadion zu verbringen. So wird ihnen später eben der Papa von seinem grossen Abend in Wales erzählen müssen, an dem er mit seinem Siegtreffer eine ganze Nation in Ekstase versetzte.

Jubel bei James McClean.

Jubel bei James McClean.

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Dabei ist dieser volltätowierte 28-Jährige von West Bromwich bisher nicht als Torjäger aufgefallen. In der Premier League hat es der linke Flügel in 133 Spielen auf zehn Tore gebracht, in 54 Länderspielen immerhin auf neun.

Bisher am stärksten in Erscheinung getreten war McClean vor ein paar Jahren, als er sich weigerte, bei einem Spiel mit Wigan die berühmte Mohnblume auf dem Trikot zu tragen. Aus persönlichen Gründen, er sei auch Nordire, liess McClean wissen. Und erhielt danach Morddrohungen.