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Bundesbeamten schauen zu viel Fussball: Datenstau!

Starker Verkehr herrschte am letzten Montag in Bundesbern. Und zwar auf dem Internet des Bundes. Der Grund: Weil so viele Bundesangestellte den Match der Schweizer gegen Chile verfolgten, kam es zu Wartezeiten.

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Datenstau wegen fussballverrückten Beamten

Datenstau wegen fussballverrückten Beamten

Keystone

Erhöhtes Verkehrsaufkommen führt meist zu Stau. Auch in diesem Fall. Betroffen waren allerdings weder Haupt- noch Schnellstrassen, sondern die Datenautobahn der Bundesverwaltung. Der Grund ist klar: Weil zu viele fussballbegeisterte Bundesangestellte über das Internet den Match der Nationalmannschaft gegen Chile verfolgten, hatten die pflichtbewussten Verwaltungsmitarbeiter Verzögerung beim Datenverkehr hinzunehmen.
«Es kam zu vereinzelten Wartezeiten von bis zu 15 Sekunden beim Surfen», sagt Claudio Frigerio, Sprecher des Bundesamtes für Informatik und Telekommunikation (BIT). Ansonsten sei das Netz voll funktionstüchtig gewesen. «Unser Netz ist nicht darauf ausgelegt, dass die Angestellten TV schauen.» Wie viele der 35 000 Benutzer der Nati bei ihrer Niederlage zuschauten, kann Frigerio nicht sagen. Aber: «Wenn noch mehr den Match verfolgt hätten, dann wären die Wartezeiten beim Surfen sicher gestiegen.»
UBS mit separatem Online-Stream
Mit Beinahe-Zusammenbrüchen hat die UBS Erfahrung, in diesem Fall hat die grösste Schweizer Bank allerdings vorausschauend agiert. «Wir haben einen separaten Online-Stream für die WM eingerichtet», sagte die UBS dieser Zeitung. UBS-Mitarbeiter, die sich am Montag fürs Fussballschauen entschieden haben, blockierten damit nicht die Internetverbindungen ihrer Kollegen. «Bei der UBS gelten Jahresarbeitszeiten. Wer WM-Spiele schaut, muss dies zu einem anderen Zeitpunkt kompensieren», heisst es bei der UBS. Der Stream sei ein Mitarbeiter-Angebot. Ganz gratis ist dieser aber nicht: Die UBS musste der Fifa eine Gebühr für den Live-Stream bezahlen. Über die Höhe der Gebühr wollte die UBS keine Angaben machen. (btu)

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