Fussball

Bühne für Sternstunden: Nach sieben Jahren spielt die Nati wieder in Bern

Die Schweizer Nationalmannschaft trägt nach sieben Jahren wieder ein Pflichtspiel in Bern aus. Das hat mehrere Gründe. Doch eines ist klar: Es ist die Bühne für Schweizer Fussball-Sternstunden!

Am Freitag sind es 2526 Tage, die das letzte Pflichtspiel der Schweizer Nationalmannschaft in Bern zurückliegt. Es war nicht irgendeine, mittlerweile längst vergessene Qualifikationspartie.

Nein, es war der Auftakt zur zweiteiligen Barrage für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Am 12. November 2005 empfing das Team des damaligen Trainers Köbi Kuhn die Türkei. Die Kulisse war atemberaubend, ein Meer von rot-weissen Fähnchen trug die Nati zum 2:0-Erfolg, der Grundstein für das vier Tage später in Istanbul gelöste WM-Ticket.

Die Torschützen hiessen Philippe Senderos und Valon Behrami. Letzterer wird auch übermorgen wieder auf dem Rasen stehen, wenn die Schweiz nach knapp sieben Jahren wieder ein Pflichtspiel in der Hauptstadt austrägt.

Stichwort Rasen: Er war der Grund für die lange Absenz. Kurz nach dem Spiel gegen die Türken wurde im Stade de Suisse aus dem Natur- ein Plastikrasen.

Eine Form der Unterlage, gegen die sich der Schweizer Fussballverband partout verwehrt. «Bern hat sich während sieben Jahren selber der Nati beraubt, obwohl wir den Verantwortlichen unsere Ablehnung von Anfang an klargemacht haben», sagt der Nationalmannschaftsdelegierte Peter Stadelmann.

Erst im Herbst des letzten Jahres kam man in Bern auf Druck des damaligen YB-Trainers Christian Gross zur Vernunft, seit Anfang 2012 spriessen dort wieder natürliche Grashalme.

Prompt reagierte auch der Verband auf den Sinneswandel und schenkte Bern das Freundschaftsspiel am 29. Februar dieses Jahres gegen Argentinien. Am Freitag nun geht es im Stade de Suisse für die Nati endlich wieder um etwas.

Basel geht wohl leer aus

Laut Stadelmann hat Bern gute Chancen, bei mindestens einer der nach dem Norwegen-Spiel noch anstehenden drei Heimpartien der WM-Qualifikation Gastgeber zu sein. 2013 empfängt die Schweiz Zypern, Island und zum Abschluss der Quali Slowenien. Für eine Austragung in Bern bieten sich die letzten zwei Spiele an.

Weil: a) könnte die Nati gegen Island den entscheidenden Schritt zum Gruppensieg tätigen; b) sollte die Schweiz vor dem letzten Spieltag als Gruppensieger feststehen, käme es gegen die Slowenen zum Schaulaufen. Beides sind Voraussetzungen für ein gut gefülltes Stadion mit gut 30 000 Plätzen. «Das Stade de Suisse ist gross, aber nicht zu gross», sagt Stadelmann.

Angesichts der vom Namen her wenig attraktiven Gegner hat Basel, wo im St. Jakob Park fast 40 000 und somit schweizweit die meisten Fans Platz finden, nur kleine Chancen, eines der kommenden Qualifikationsspiele auszutragen. «Ist ein Stadion nicht gefüllt, macht der Verband Verluste», sagt Stadelmann, «aber wir gehen natürlich nach Basel, wenn wir gegen die ganz Grossen des Weltfussballs antreten.»

Vergangenheit macht Mut

Wohin es Ottmar Hitzfelds Truppe für die nächsten Spiele verschlägt, ist laut Stadelmann noch offen. Die Gegenwart heisst übermorgen Stade de Suisse. Gegen Norwegen, den stärksten Kontrahenten auf dem Weg nach Brasilien, ist nur ein Sieg gut genug.

Mut macht da die Vergangenheit: Vor der siebenjährigen Kunstrasenpause entpuppte sich das Stade de Suisse, vor dessen Bau das legendäre Wankdorf-Stadion, regelmässig als Bühne für Sternstunden der Schweizer Nationalmannschaft (siehe Box).

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