Die Enttäuschung der über 10'000 bosnischen Anhänger in der mit 17'500 Zuschauer ausverkauften AFG-Arena, die St. Gallen den ganzen Tag in gelb-blau eingetaucht hatten, war grenzenlos. Ihre Lieblinge kämpften, setzten Brasiliens Ballkünstler zu, wurden aber nicht belohnt. Als der eingewechselte Hulk vom FC Porto in der 91. Minute fast von der Grundlinie scharf und flach flankte, lenkte Sasa Papac von den Glasgow Rangers die Hereingabe zum Entsetzen seiner Teamkollegen und der riesigen Fan-Schar ins eigene Tor ab.

Herrlich herausgespielt war das Führungstor Brasiliens. Real Madris Aussenverteidiger Marcelo schloss ein Zuspiel des überragenden Dani Alves nach nur 196 Sekunden via Pfosten gekonnt ab. Die Begeisterung auf den Rängen erreichte Orkanmasse, als Vedad Ibisevic vom VfB Stuttgart nach 13 Minuten nach einem schlimmen Patzer von David Luiz ausglich. Auch Torhüter Julio Cesar von Inter sah unglücklich aus.

Ein Remis hätte dem Spielgeschehen eher entsprochen, wenn auch die grössere spielerische Klasse, die feinere Technik und die Leichtigkeit mit dem Ball von Seiten der Südamerikaner ausging, die im Sommer Olympiagold in London anstreben und sich mit jungen, viel versprechenden Kräften für die WM 2014 im eigenen Land einspielen.

Brasilien - Bosnien-Herzegowina 2:1 (1:1)

AFG-Arena - 17'500 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kever (Sz). - Tore: 4. Marcelo 1:0. 13. Ibisevic 1:1. 91. Papac (Eigentor) 2:1.

Brasilien: Julio César; Daniel Alves, Thiago Silva, David Luiz, Marcelo; Sandro (57. Elias); Hernanes (67. Hulk), Ronaldinho (60. Ganso), Fernandinho; Leandro Damião (82. Lucas), Neymar (93. Jonas)

Bosnien-Herzegowina: Begovic; Jahic, Pandza, Spahic, Papac; Pjanic (81. Maletic), Rahimic, Medunjanin (78. Zahirovic), Misimovic (89. Ibricic); Dzeko, Ibisevic (78. Salihovic).

Bemerkungen: Bosnien-Herzegowina ohne Lulic (verletzt).