Eigentlich war es ein lockeres Gespräch vor der Oxford Union Society. Bis zur letzten Frage des Moderators an Fifa-Chef Sepp Blatter: «Messi oder Ronaldo?»

Lionel Messi sei «ein guter Junge, den sich jede Mutter und jeder Vater gerne wünscht» sagt Blatter und kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: «Er ist extrem schnell und tanzt mit dem Ball.»

Er schiesse zudem viele Tore und sei zu allem auch noch bescheiden. «Dieser Spielstil bringt ihm bei der Wahl des Weltfussballers stets viele Stimmen ein.»

Nach dem Lobgesang an Messi erhob sich Blatter aus seinem Stuhl, um den «militärischen Spielstil» von Cristiano Ronaldo zu imitieren. «Er tritt wie ein Kommandant auf», so Fifa-Boss, der das Publikum mit seiner Einlage zum Lachen brachte.

Fifa-Präsident Blatter vergleicht in Oxford die Mega-Stars Lionel Messi und Cristiano Ronaldo

Doch Blatter spottete gar noch weiter: «Der eine von beiden gibt etwas mehr Geld für seine Frisur aus» - meint der Schweizer in Anspielung an Ronaldos Eitelkeit. «Beide sind aussergewöhnliche Fussballer, aber ich ziehe Messi vor», sagt Blatter zum Abschluss.

Ronaldo reagiert mit Ironie

Real Madrid, der Klub von Cristiano Ronaldo, reagierte empört auf die Aussagen des Fifa-Präsidenten. Trainer Carlo Ancelotti sprach an einer Pressekonferenz von «mangelndem Respekt» gegenüber seinem Star und Präsident Florentino Pérez forderte Blatter in einem Brief auf, sich bei Ronaldo zu entschuldigen und die Worte zurückzunehmen.

Auch der portugiesische Fussballverband reagierte prompt: «Blatter hat es nicht nur gegenüber Ronaldo, sondern gegenüber ganz Portugal an Achtung fehlen lassen.»

Der Dribbelkönig selbst meldete sich auf Twitter mit einer Portion Ironie zu Wort: «Ich hoffe, Herr Blatter hat noch ein langes und gesundes Leben, damit er seine Lieblingsteams und -spieler noch lange verfolgen kann.»

Blatter entschuldigt sich

Sepp Blatter versucht nun die Wogen zu glätten und machte via Twitter einen Rückzieher: «Lieber Cristiano. Ich entschuldige mich, sollte dich meine unbedachte Antwort bei einer privaten Veranstaltung am Freitag aufgeregt haben. Ich wollte dich niemals beleidigen.» Die Welt habe viele talentierte Spieler, zu denen auch Ronald gehöre. Ob er damit das angekrazte Ego des Portugiesen wieder besänftigte, ist unklar.