FC Wohlen

Bittere Pille für Wohlen: Winterthur gewinnt in der Niedermatten mit 2:0

Die Wohler haben viele Chancen verspielt.

Die Wohler haben viele Chancen verspielt.

Winterthur schien dem FC Wohlen sehr zu liegen. In den ersten drei Meisterschaftsspielen in dieser Saison haben die Freiämter nie gegen die Zürcher verloren. Doch die Bilanz wurde getrübt: Zu Hause in der Niedermatter verliert Wohlen gegen die Zürcher mit 2:0.

Es sind nur zwei Szenen, die aus einem gelungenen Nachmittag einen ernüchternden machen. Zwei Szenen, die sich in ihrem Ablauf so sehr ähneln, dass man sich fragt: Darf das ein zweites Mal passieren? Zwei Szenen, die sich nicht ankündeten und deshalb umso mehr nicht in diesen Nachmittag passen wollen. Die erste stammt aus der 26. Minute: Wohlens Captain Alain Schultz steuert mit dem Ball am Fuss das Winterthurer Tor an. Eine Finte. Funktioniert. Noch eine Finte. Funktioniert nicht mehr. Der Ball geht im Dickicht der Beine des Gegners verloren. Kontersituation. Zwei lange Bälle genügen, um zum ersten Mal in der Wohler Abwehr Chaos zu stiften. Stefano Milani profitiert von der Unübersichtlichkeit. 1:0. Die zweite Szene: 54. Minute. Analoger Ablauf, andere Protagonisten: Der Ballverlierer heisst diesmal Miguel Castroman, der Torschütze Tunahan Cicek. 2:0.

«Ein schwieriger Nachmittag», konstatiert Innenverteidiger Nicolas Bürgy nach dem Schlusspfiff in den Katakomben der Niedermatten, «vor allem für den Kopf». Was der 20-Jährige damit meint, ist dieses Missverhältnis aus Input und Output, das schwierig zu akzeptieren sei. Denn die Mannschaft von Trainer Martin Rueda rackerte. Von der ersten bis zur letzten Minute. Belege dafür sind beispielsweise die elf Eckbälle, die die Freiämter herausholten. Oder die 20 Schüsse, die man abgab. Oder die 66 Prozent Ballbesitz.

Jugendlichkeit hinten wie vorne

Es ist aber auch ein Nachmittag, der den Eindruck bestärkt, dass im FC Wohlen zu viel Technik und zu wenig Wasserverdrängung steckt. Denn die Rueda-Elf zelebriert zeitweise ästhetischen Kombinationsfussball – aber nur bis an die gegnerische Strafraumgrenze. Das Erfolgserlebnis, wie es Rueda nennt, blieb eben aus. Und darum lobt man nicht den aufsässigen Jugendsturm bestehend aus Castroman und Graf oder das ebenso junge, aber stabile Verteidigungsduo Bürgy/Dünki, sondern versucht zu eruieren, warum die Freiämter auf dem Rasen nicht im Stande waren eine Antwort in Form von Toren zu formulieren.

Fehlte es dem FC Wohlen an Typen, die in schwierigen Situationen ein Statement abgeben können? «Nein», entgegnet Mittelfeldspieler Simon Grether, «wir haben eine Mannschaft, die in der Lage ist, sich aus misslichen Situationen zu befreien, das haben wir schon mehrmals gezeigt.» Gegen Winterthur klappt es nicht. Vielleicht, weil das Team von Trainer Sven Christ cleverer agierte, vielleicht aber auch, weil bei Wohlen die drei nominell stärksten Stürmer fehlten.

Hoffen auf offensive Besserung

Als Ausrede will man die Absenzen der verletzten Abegglen, Ianu und Ramizi zwar nicht gelten lassen, dennoch tauchen ihre Namen in der Analyse bald einmal auf. «Auch wenn wir im Training die ganze Zeit Torschüsse üben, so können wir den Wettkampfdruck nie eins zu eins simulieren», versucht Rueda derweil die Ladehemmungen seiner jungen Offensivabteilung zu erklären. Fest steht: Wohlen kreiert Chancen. Das stimmt positiv. Und nun müsse halt einfach wieder einmal einer rein, dann komme man automatisch wieder in Fahrt sagen die Betroffenen unisono. Gegen Winterthur geht aber keiner rein.

Auch deshalb geht die Achterbahnfahrt des FC Wohlen in Bezug auf die Resultate in dieser Rückrunde weiter. Und wie es beim Achterbahnfahren halt so ist, kann die Fahrt manchmal attraktiv sein, und was bleibt, ist dann doch nur Eines: die Übelkeit.

Wohlen - Winterthur 0:2 (0:1)

Niedermatten. – 720 Zuschauer. – SR: Schärli. – Tore: 26. Milani 0:1. 54. Cicek 0:2.

Wohlen: Kiassumbua; Lika, Bürgy, Dünki, Kleiner; Grether (78. Lotti), Muslin, Geissmann, Schultz; Castroman (68. Minkwitz), Graf (63. Brown).

Winterthur: Minder; Elvedi, Hajrovic, Schuler, Calbucci (79. Mangold); Cicek (58. Trachsel), D’Angelo (68. Cecchini), Milani; Foschini; Begondo, Fassnacht.

Bemerkungen: Wohlen ohne Giampà, Abegglen, Ianu und Ramizi (alle verletzt). Winterthur ohne Araz, Avanzini, Schättin, Paiva (alle verletzt) und Iapichino (krank). – Verwarnungen: 43. Muslin (Foul). 84. Bürgy (Foul).

Lesen Sie hier die Partie in unserem Liveticker nach:

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