Kampfgeist
BHs statt Stulpen: FCZ-Frauen wehren sich mit satirischem Video gegen ihre Abschaffung

Die Frauen des FCZ wurden dieses Jahr Cup-Sieger und Meister. Dennoch will der Verein den Betrieb der Frauen-Mannschaft offenbar einstellen. Nun wehrt sich das Team mit einer Video-Botschaft auf Facebook und Youtube.

Corsin Manser
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Es war ein seltsamer Tag dieser 25. Mai 2016. Zumindest für den FC Zürich. Während die Herren-Mannschaft nach dem Heimspiel gegen Vaduz mit gesenktem Haupt den Abstieg in die Challenge League hinnehmen musste, stieg keine zehn Kilometer entfernt auf der Sportanlage Heerenschürli in Zürich-Schwamendingen eine FCZ-Meisterparty.

Die Frauen-Mannschaft hatte sich dank eines 2:2-Unentschiedens gegen den FC Neunkirch soeben vorzeitig den Titel gesichert. Unterschiedlicher hätte die Gemütslage kaum sein können.

FCZ-Frauen: Die Nummer 1 der Schweiz.

FCZ-Frauen: Die Nummer 1 der Schweiz.

Keystone

Auch im Cup gab es an den Frauen des FCZ dieses Jahr kein Vorbeikommen. Den ersten Teil des Doubles realisierte die Mannschaft am 16. Mai in der Tissot-Arena in Biel. Auch dieses Mal hiess der Gegner FC Neunkirch, das Finale wurde 2:0 gewonnen.

Auch der Cup geht an den FCZ.

Auch der Cup geht an den FCZ.

Keystone

Zumindest bei den Ladies alles im Lot, mag sich der arg gebeutelte FCZ-Fan denken. Doch dem ist nicht so!

Die Equipe fürchtet einen «grossen Umbruch», wie sie auf ihrer Facebook-Seite schreibt. Der Vorstand plane sogar, den Frauenbetrieb komplett einzustellen, teilt die Mannschaft mit. «Meister und Cupsieger 2016 – und trotzdem scheinen die Erfolge nicht alle in unserem Verein zufriedenzustellen.»

Doch eine Mannschaft, die soeben das Double gewonnen hat, lässt sich nicht so einfach runterkriegen. Während man bei den Herren vergangene Saison Kampfgeist und Kreativität zuweilen komplett vermisste, zeigen die Frauen, was ein starkes Team wirklich ausmacht. Sie stehen auf und wehren sich gegen das drohende Unheil.

In einer am Dienstag veröffentlichten Video-Botschaft, die nur so von Satire trieft, kämpft der Schweizer Meister auf verdammt sympathische Weise gegen die Pläne des Vorstands an. Nicht nur der Inhalt des Videos überzeugt, sondern auch die Qualität der Aufnahmen.

Ob die Botschaft beim Verein ankommen wird, ist noch unklar. Am 6. Juni soll weiter informiert werden. Sicher ist: Auf Facebook wird das Video schon richtig abgefeiert. Seit gestern Abend ist der rund zweiminütige Clip online und bereits wurde er zehntausende Male angeschaut.

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