WM 2018
Bestes WM-Ergebnis: Belgien holt sich mit 2:0 gegen England den dritten Platz

Belgien beendet die WM auf dem dritten Rang. Die Mannschaft von Roberto Martinez gewann das Klassierungsspiel gegen England mit 2:0. Thomas Meunier in der 4. Minute und Eden Hazard in der 82. Minute schossen die Tore.

Silvan Hartmann
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Dries Mertens (rechts) ist Hazards erster Gratulant zu dessen Treffer zum 2:0-Endstand.
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WM 2018: England - Belgien, Spiel um Platz 3
Eden Hazard dreht jubelnd ab. Sein Treffer zum 2:0 war der Endstand in diesem Spiel um Rang 3 gegen England.
Belgiens Eden Hazard (mitte) war nur selten von Englands Defensive zu stoppen. Er schoss den Treffer zum 2:0.
Hier rettet Toby Alderweireld in höchster Not für Belgien die 1:0-Führung.
Da ist sie, die goldige Ausgleichschance für Englands Eric Dier, der den Ball hier über Belgiens Thibaut Courtous lupft.
Wie ein Schnellzug: Eden Hazard (rechts) enteilt seinem Gegenspieler Jesse Lingard. Er verzettelt sich in der zweiten Halbzeit aber zu oft in Einzelaktionen.
Nach 60 Minuten ist der Arbeitstag für Belgiens Romelu Lukaku (links) beendet. Und somit auch die Chance, noch ein Wörtchen um die Torjägerkrone mitzumischen...
Englands Trainer Gareth Southgate (zweiter von links) muss viele Anweisungen geben, sodass sein Team Lösungen gegen die Belgier findet.
Die Engländer, hier mit Ruben Loftus-Cheek, werden in der zweiten Halbzeit offensiv gefährlicher. Gute Chancen bleiben aber Mangelware.
Belgiens Torhüter strahlt auch in diesem Spiel um Rang 3 eine wahnsinnige Ruhe aus und hält sein Gehäuse auch nach 60 Minuten rein.
Belgiens Romelu Lukaku mit perfekter Ballmitnahme. Anschliessend scheitert er aber an Englands John Stones (im Bild links).
Hier kommt Harry Kane (rechts) einem Torerfolg in der ersten Hälfte noch am nächsten. Sein Schuss geht zwar an Verteidiger Vincent Kompany vorbei aber auch am rechten Torpfosten.
Der Mann der ersten Hälfte: Thomas Meunier (links). Nicht nur wegen seines Tores, sondern auch weil er auf seiner rechten Seite sehr viel für die Offensive sorgt.
Ruben Loftus-Cheek (in rot) darf im Spiel um Rang 3 von Beginn weg ran bei den Engländern.
Die belgischen Fans können sich freuen. Ihr Team liegt gegen England 1:0 vorne.
Hier wird Englands Raheem Sterling (in rot) von vier belgischen Spielern in die Mangel genommen.
Lukaku kommt hier einen Schritt zu spät. Wenn er Englands Harry Kane noch als Torschützenkönig gefährden will, braucht er Tore im heutigen Spiel.
Ein nachdenklicher Harry Kane (rechts) und sein Bewacher: Vincent Kompany.
Frustiert: Englands Torhüter Jordan Pickford (rechts) und Aussenverteidiger Danny Rose konnten den Führungstreffer der Belgier nicht verhindern.
Schon ist es geschehen: Thomas Meunier (rechts) dreht nach seinem Treffer jubelnd ab. Torhüter Jordan Pickford und Verteidiger Danny Rose kommen zu spät.
Belgiens Captain Eden Hazard wie man ihn kennt: Alleine beschäftigt er mehrere Spieler von England.
Der Ball ist im Tor und die Engländer sind ein erstes Mal bezwungen.
Schuss ins Glück: Hier trifft Thomas Meunier (links) durch die Beine von Englands Torhüter Jordan Pickford zur 1:0-Führung für Belgien.
Englands Nationalteam hat sich gut auf das Spiel um Rang 3 eingestellt und feiert die frühe Führung.
Grosse Freude über den Führungstreffer bei den Belgiern.
Belgiens Nummer 15 (Thomas Meunier) wird von seinen Teamkollegen nach seinem frühen Tor gefeiert. Zum 2:0 trifft Captain Eden Hazard mit der Binde.
Nacer Chadli steht bei Belgien wiederum in der Startformation.
Hier trifft Thomas Meunier (gelb) zum 1:0 für Belgien.
Thomas Meunier (hinten) brachte England und mit der Nation Raheem Sterling schon nach wenigen Minuten in Rücklage.
Kevin De Bruyne (mitte) umringt von zwei Engländern.

Dries Mertens (rechts) ist Hazards erster Gratulant zu dessen Treffer zum 2:0-Endstand.

Dmitri Lovetsky

Den grössten Spass an diesem ungeliebten Duell der Halbfinalverlierer hatte der Fifa-Präsident. Als Gianni Infantino den Roten Teufeln die Bronzemedaillen um den Hals hängte, strahlte der Schweizer über das ganze Gesicht.

Captain Eden Hazard und seine Kollegen nahmen das beste Ergebnis der belgischen WM-Geschichte emotionsloser zur Kenntnis. Das 2:0 gegen ausgelaugte englische Junglöwen brachte ihnen Platz drei, aber nicht die Erfüllung ihrer Träume.

Dem Mutterland des Fussballs bleibt nach berauschenden Wochen und einem tristen Ende in Russland noch weniger: Immerhin darf sich Harry Kane über den Goldenen Schuh als bester Torjäger der WM freuen, solange im Finale zwischen Frankreich und Kroatien am Sonntag nicht noch völlig verrückte Dinge passieren. Das konnte Kane nach der dritten Niederlage im siebten Turnierspiel jedoch nur bedingt aufheitern.

"Das Spiel hat wieder gezeigt, dass wir noch viel Platz nach oben haben", sagte der Captain, blickte aber zuversichtlich in die Zukunft: "Wir sind noch lange nicht am Ende, wir verbessern uns weiter und werden immer besser. Wir wollen nicht wieder 20 Jahre auf ein Halbfinale und grosse Matches warten."

Belgiens Trainer Roberto Martinez lobte derweil seine Spieler. "Sie haben sich auf ihrem Talent nicht ausgeruht, sondern wollten Erfolg und haben hart dafür gearbeitet", sagte der Spanier.

Grosse Anspannung war vor 64406 Zuschauern in St. Petersburg nicht zu spüren, aber wer wollte es den beiden Teams auch verdenken? "Um ehrlich zu sein, es ist nicht das Spiel, das irgendeine Mannschaft spielen möchte", hatte Englands Teammanager Gareth Southgate nach der bitteren Niederlage gegen Kroatien (1:2 n.V.) gesagt.

Für den Weltverband Fifa ist die Partie jedoch eine willkommene Gelegenheit, mehr Geld zu verdienen und mehr bunte Bilder zu produzieren.

Dafür sorgten Thomas Meunier (4.) mit einem frühen und Hazard (82.) mit einem späten Tor nach einem klasse Pass von Kevin De Bruyne.

Die Three Lions, mit fünf Neuen und der jüngsten Startelf ihrer WM-Geschichte (25 Jahre, 174 Tage), waren in ihrem 100. Spiel bei einem grossen Turnier phasenweise überfordert und verloren nach dem 0:1 in der Vorrunde auch das zweite Duell mit den Belgiern.

Im Spielaufbau fehlte der angeschlagene Jordan Henderson und damit die Dynamik, die England ins erste Halbfinale seit 28 Jahren gebracht hatte. Immerhin auf Keeper Jordan Pickford war Verlass: Die englische Entdeckung des Turniers hielt reaktionsschnell gegen De Bruyne (12.). Beim Schuss des belgischen Verteidigers Toby Alderweireld (35.) hatte Pickford Glück.

Und Captain Kane? Der Torjäger hatte weder im Viertel- noch im Halbfinale getroffen, in der 23. und 54. Minute verpasste er seinen siebten Turniertreffer jeweils um Zentimeter. Doch sein ärgster Verfolger im Kampf um den Goldenen Schuh blieb noch harmloser: Romelu Lukaku spielte bekannt mannschaftsdienlich, rieb sich jedoch an den kantigen Verteidigern auf, die er aus der Premier League kennt.

Apropos: 19 der 22 Spieler, die zu Beginn auf dem Platz standen, sind bei Vereinen in Englands Edelliga beheimatet. Erfahrener und auch technisch überlegen sind jedoch die Belgier. Zudem hatten sie einen Tag länger Zeit zu regenerieren und zweimal 30 Minuten Verlängerung weniger in den Beinen.

All das reichte letztlich locker, um aus dem Schatten der legendären WM-Helden von 1986 zu treten. Damals hatten Jean-Marie Pfaff und seine Vorderleute in Mexiko das Spiel um Platz drei gegen Frankreich verloren (2:4 n.V.).

Belgien - England 2:0 (1:0)

St. Petersburg. - 64'406 Zuschauer. - SR Faghani (IRN). - Tore: 4. Meunier 1:0. 82. Hazard 2:0.

Belgien: Courtois; Alderweireld, Kompany, Vertonghen; Meunier, Tielemans (78. Dembélé), Witsel, Chadli (39. Vermaelen); De Bruyne, Lukaku (60. Mertens), Eden Hazard.

England: Pickford; Jones, Stones, Maguire; Trippier, Loftus-Cheek (84. Alli), Dier, Delph, Rose (46. Lingard); Sterling (46. Rashford), Kane.

Bemerkungen: Beide Mannschaften komplett. Verwarnungen: 52. Stones (Foul). 78. Maguire (Unsportlichkeit). 94. Witsel (Unsportlichkeit).

Lesen Sie das Spiel in unserem Liveticker nach:

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