SBB und YB hoffen laut Mitteilung vom Freitag, dass mit diesem Modell die negativen Begleiterscheinungen auf ein Minimum reduziert werden. Die Fans ihrerseits werden von eigenen Leuten begleitet, müssen aber im Gegenzug auch Eigenverantwortung beweisen.

Die Bahnpolizei bleibt jedoch vorerst an den Bahnhöfen und in den Zügen "lagegerecht" präsent, wie SBB-Chef Andreas Meyer vor den Medien in Bern sagte. Er geht davon aus, dass deren Präsenz "mit der Zeit reduziert werden kann".

Der erste Pilot-Fanzug wird am 11. September von Bern nach Lausanne rollen. Mit an Bord ist ein YB-eigener Begleitdienst, der bis dahin aufgebaut und von der Transportpolizei der SBB geschult wird.

Der Begleitdienst soll gemeinsam mit der Fanarbeit und den Fandachverbänden Sicherheit und Ordnung garantieren. Er ist auch zuständig für das Litteringkonzept und wird die Fahrausweiskontrolle übernehmen. Nach den Auswärtsspielen werden die Züge von SBB-Mitarbeitenden einer Endkontrolle unterzogen.

Keine Haftung für Schäden

Eine Haftung für allfällige Schäden übernimmt YB aber nicht, wie Meyer sagte. Für ihn steht das Projekt erst am Anfang. Man verhandle auch mit anderen Clubs. Mit welchen, sagte er allerdings nicht. Er freue sich, dass mit YB erstmals ein Club Verantwortung übernehme.

In der obersten Schweizer Fussball-Liga gibt es rund ein halbes Dutzend Vereine, die solche Fan-Extrazüge zu den Auswärtsspielen veranstalten, wie Roger Müller, Sprecher der Swiss Football League, der Nachrichtenagentur sda sagte.

Beim FC Basel etwa hiess es auf Anfrage: "Wir delegieren schon seit Jahren in alle Fan-Auswärtszüge eigenes Sicherheitspersonal und Sozialarbeiter als Begleiter und kommen für diese Kosten auf." Ausserdem stehe man in ständigem Kontakt mit der SBB.

Nach Absprache zwischen den Clubpräsidenten und der Liga habe der FCB die ihm präsentierten Ideen für eine neue Regelung der Extrazüge pendent gehalten, bis von allen ein einheitliches Massnahmenpaket beschlossen ist. Der FCB sei offen für jede Lösung, die von allen Beteiligten gemeinsam als sinnvoll erachtet werde.