"Wir haben wieder ein gutes Spiel gemacht, aber leider keinen Punkt geholt", stellte Captain Granit Xhaka nüchtern, aber treffend fest. Obwohl die SFV-Auswahl zu gefallen wusste und dem WM-Dritten spielerisch auf Augenhöhe begegnete, reist sie am Samstag ohne Punktzuwachs weiter nach Island, wo am Montag das nächste Spiel im Rahmen der Nations League folgt.

Die individuelle Klasse in der Offensive entschied das Duell zugunsten der Nummer 1 im FIFA-Ranking. Der Schweizer Joker Mario Gavranovic schoss zwar sein Tor und Xherdan Shaqiri zeigte erneut eine inspirierte Vorstellung, aus den zahlreichen vielversprechenden Offensivaktionen resultierten aber zu wenig zwingende Torchancen. "Wir müssen auf den letzten 30 Metern cleverer und noch frecher spielen", sagte Xhaka.

Im Gegensatz zur Schweiz verfügt Belgien mit Dries Mertens, Doppel-Torschütze Romelu Lukaku und Eden Hazard über eines der besten Sturmtrios der Welt. "Sie bewegen sich hervorragend, haben gute Laufwege, kennen sich sehr gut und sind aufeinander abgestimmt", sagte Torhüter Yann Sommer. Gegen sie zu verteidigen, sei sehr schwierig. Er, der an der WM in Russland der beste Schweizer gewesen war, erreichte für einmal nicht sein gewohntes Niveau; beim ersten Gegentreffer machte Sommer keine gute Figur. "An einem guten Tag halte ich den", sagte er selbstkritisch.

Zu den besten Schweizern gehörte Nico Elvedi. Der 22-Jährige stand endlich einmal in der Startaufstellung und hatte grossen Anteil, dass die belgische Offensive knapp eine Stunde brauchte, um in Schwung zu kommen. "Es ist eine ärgerliche Niederlage, denn wir haben wenig zugelassen", sagte der Verteidiger von Borussia Mönchengladbach, der beim 1:1 eine Viertelstunde vor Schluss Gavranovic den Ball gekonnt mit dem Kopf auflegte. "Wir haben es in der Defensive zwar sehr gut gemacht - und trotzdem zwei Treffer kassiert." Aufgrund der Anzahl Torchancen sei der Sieg der Belgier verdient gewesen.