FCZ-Fan-Verbannung
Beim FC Zürich fehlt das Verständnis

Seit der Degradierung von Torhüter David Da Costa nehmen die Randale der FCZ-Fans auffällig zu. Auch der Klub gibt ein schlechtes Bild ab.

Etienne Wuillemin
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Die Art der Kommunikation der FCZ-Führung wirkt planlos.

Die Art der Kommunikation der FCZ-Führung wirkt planlos.

KEYSTONE

Der FC Zürich taumelt. Was sich rund um den Verein in den letzten Wochen abspielt, ist schwer nachvollziehbar und irgendwie fragt man sich immer wieder aufs Neue: Geht es noch schlimmer?

Sportlich ist der FCZ in der schlimmsten Krise seit Jahren. Zuletzt gab es sechs Niederlagen am Stück. Reagiert hat der Verein, indem er den Stammtorhüter David da Costa degradierte. Ansonsten geschah: nichts.

Da Costa ist einer, der sich bis aufs Blut mit dem FCZ identifiziert und darum bei den Anhängern grosse Sympathien geniesst. Es ist darum sehr wahrscheinlich, dass die jüngsten Auffälligkeiten der FCZ-Fans in direktem Zusammenhang mit Da Costas Degradierung stehen.

Der FCZ macht indes nicht nur auf dem Rasen und den Rängen negativ auf sich aufmerksam. Der FCZ hat auch Ancillo Canepa. Der Präsident sonnt sich gerne im Erfolg. Und versteckt sich, wenn die Themen unangenehm sind.
Falls er spricht, dann bedient er sich kräftiger Worte. Unmittelbar nach den Fan-Randalen in Basel vor zwölf Tagen in Basel sprach Canepa von «Vollidioten», von «hirnamputiertem Verhalten» und von einem «Bodensatz an Leuten, die man nie erreicht».

Und nun, wenn es darum ginge, Stellung zum Zürcher Fan-Ausschluss zu beziehen? Da geht Canepa wieder auf Tauchstation. Der FCZ verfasste am Nachmittag eine Medienmitteilung. Canepa liess ausrichten: «Ich stehe für Rückfragen nicht zur Verfügung.» Wahrscheinlich haben die Zürcher wirklich das Gefühl, ein zwölfzeiliges Communiqué reiche, um sich zu erklären. Es passt bestens ins Bild des FCZ dieser Tage.

Zuerst schreibt der Verein, er nehme die Verfügung der Aargauer Kantonspolizei «zur Kenntnis». Aber: «Der Entscheid trifft vor allem diejenigen Fans, die sich korrekt verhalten und ihren Klub unterstützen wollen.» Die Verantwortung müssen «allein diese ‹sogenannten Fans› übernehmen, die mit ihrem skandalösen Verhalten am Spiel in Basel die Kurvensperre in Aarau provozierten.» Aber echtes Verständnis? Auf keiner Silbe.

Immerhin bittet der Verein seine Fans, die Verfügung der Kantonspolizei Aargau zu befolgen. Ob diese wirklich nicht nach Aarau reisen, ist allerdings fraglich.

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