Abstiegskampf
Beim FC Aarau droht der Zerfall

Der FC Aarau geht gegen den FC Luzern im Kellerduell 0:4 unter und fällt damit immer tiefer in den Abstiegskampf. Wo die Gründe liegen. Der Kommentar zum FCA-Debakel von az-Sportchef François Schmid-Bechtel.

François Schmid-Bechtel
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Angezählter FCA-Trainer Sven Christ.

Angezählter FCA-Trainer Sven Christ.

Keystone

Am 5. Oktober hat der FC Aarau letztmals ein Super-League-Spiel gewonnen. Kein Wunder, wird nun die Entlassung des Trainers gefordert.

Es wäre jetzt sogar der richtige Zeitpunkt dafür. Einerseits, weil das nächste Spiel erst am kommenden Samstag stattfindet. Andererseits, weil Korrekturen jetzt noch wirkungsvoll wären. Aber die Führung des FC Aarau will Sven Christ vor der Partie gegen den FC Zürich nicht entlassen.

Die Probleme beim FC Aarau greifen noch tiefer. Da sind einerseits Spieler, die sich nicht bewusst sind, was auf dem Spiel steht; was es heisst, Fussballprofi zu sein. Sandro Wieser, der gegen Luzern für sein brutales Foul gegen Gilles Yapi seine letzte Sperre abgesessen hat, wurde am Samstag bei einem Testspiel der Aarauer U21 nach heftigsten Beleidigungen gegen seinen Gegenspieler des Feldes verwiesen. Stephan Andrist rühmt sich im «Blick», ein Schwalbenkönig zu sein. Daniel Gygax reagiert in einem Testspiel mit abschätzigen Gesten gegen sein Reservistendasein.

Da ist auch der Klub als ganzes, der mit seiner Pflästerlipolitik längst die Grenzen überschritten hat. Selbst Aufsteiger Vaduz verfüge über die professionelleren Strukturen, tönt es in der Szene.

Klar zermürbt die ewige Verzögerung des Stadionneubaus. Aber der FC Aarau gibt derzeit nicht das Bild ab, als würde er dieses Stadion auch wirklich verdienen.

Da ist nicht mehr viel Leidenschaft für den Klub, für den Fussball, erkennbar. Da sind nicht mehr viele, die das Feuer am Leben halten. Am ehesten noch Trainer Christ. Auch wenn er der erste ist, der über den Abgrund fliegt.

Lesen Sie hier die Berichterstattung zur 0:4-Klatsche gegen den FC Luzern