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Bei Sion - Basel geht es um die Tabellenführung

Können die FCB-Spieler auch gegen Sion jubeln?

Können die FCB-Spieler auch gegen Sion jubeln?

In der ersten Tranche der 13. Runde stehen am Mittwoch ein Spitzenspiel (Sion - Basel) und ein Krisengipfel (Thun - Zürich) im Fokus.

Im Wallis geht es um die Tabellenführung, zumindest für 24 Stunden. Sion und Basel sind die formstärksten Teams der Liga. Hier die Walliser mit vier Siegen aus den letzten fünf Spielen, da der Meister mit 16 Punkten in sechs Spielen seit der letzten Niederlage (1:3 in Luzern). Die Basler haben, ausgerechnet seit sie die Doppelbelastung mit der Champions League zu verkraften haben, zum Sturm auf den Gipfel angesetzt. Gewinnen sie in Sion, wären sie erstmals in dieser Saison Leader.

"Wir wollen ein gutes Spiel machen, das ist unser Ziel", sagte Coach Heiko Vogel. Der Pfälzer weiss die Schwierigkeit der Aufgabe im Tourbillon richtig einzuschätzen. "Auch ein Unentschieden könnte schon ein Erfolg sein." Natürlich aber strebt der FCB Siege an - auch in Sitten, vor allem aber drei Tage später im Heimspiel gegen die Grasshoppers. Nach dem Erfolg beim FC Zürich wolle man "diese Woche in den nächsten zwei Spielen vergolden."

Auch der FC Sion könnte mit einem Sieg an Luzern vorbeiziehen. Captain Goran Obradovic spielt die Bedeutung der Partie trotzdem herunter: "Wenn wir siegen, ist nichts gewonnen. Und wenn wir verlieren, ist nichts verloren", so der Captain. Beim Hinspiel in Basel verpassten die Walliser den Sieg knapp. Basel glich in der Nachspielzeit zum 3:3 aus. Gemäss Obradovic war dieses Spiel für die Entwicklung der Walliser gleichwohl positiv. "Wir erkannten, dass wir in dieser Saison zu mehr fähig sind als in den letzten Jahren."

Die Partie in Basel hatte wegen Sions Transferstreit mit der FIFA und der Swiss Football League (SFL) zu Diskussionen geführt. 20 Minuten vor Beginn sperrte die Disziplinarkommission der SFL sechs Sion-Spieler, weil sie ihre Qualifikation per superprovisorischer Verfügung beim Bezirksgericht Martigny erlangten. Auch beim Rückspiel im Tourbillon ist das Sextett wieder im Fokus. Es wurde zwar für fünf Partien gesperrt, weil der Rekurs des FC Sion aber aufschiebende Wirkung hat, können die Spieler eingesetzt werden. "Die Rekurskommission wird frühestens Ende Woche entscheiden", so Sions Anwalt Alexandre Zen-Ruffinen. Zumindest Pascal Feindouno und Mario Mutsch werden dabei sein, wenn die Walliser womöglich auf Platz 1 stürmen.

Im Berner Oberland sind die vorderen Plätze am Mittwoch kein Thema. Dabei war der FC Thun nach 6 Runden noch Leader und redeten sie beim FC Zürich vor der Saison vom Meistertitel. Seit Wochen aber zeigen beide Klubs eine gefährliche Tendenz nach unten auf. Die Thuner bringen seit dem Abgang von Flügelstürmer Stephan Andrist zum FCB kein Bein mehr vors andere. In den letzten fünf Spielen schossen sie noch ein Tor. Dieses gelang Milaim Rama, der vor dem Spiel gegen den FCZ sagte: "Wir sind verunsichert."

Neben Andrist vermissen sie bei Thun derzeit auch die verletzten Christian Schneuwly und Benjamin Lüthi. Das Duo hatte mit seinen Rushes auf der rechten Seite im (Spät-)Sommer grossen Anteil am erstaunlichen Start der Oberländer. Trainer Bernard Challandes spricht von einer "schlechten Phase" und war nach dem 0:1 vom Samstag in Lausanne vor allem über die Leistung seiner Stürmer enttäuscht.

Derweil versucht Sportchef Andres Gerber das Umfeld zu beruhigen und verweist auf den Fakt, dass man in der letzten Saison unter dem hochgelobten Murat Yakin in den ersten 12 Runden zwei Punkte weniger geholt habe. Der smarte Ex-Profi weiss aber nur zu gut, dass man sich nicht hinter dieser Statistik verstecken kann. Sie könnte schon am Mittwochabend überholt sein.

Im FC Zürich sind die Krisensymptome nach vier sieglosen Meisterschaftsspielen und dem Abrutschen in die Abstiegszone nicht bloss auf dem Rasen zu spüren. Das Umfeld ist nervös und beschäftigt sich (zu) sehr mit äusseren Einflüssen. Trainer Urs Fischer ärgerte sich vor der Reise ins Berner Oberland über die ungerechtfertigten Kritiken in den Medien nach dem 0:1 gegen Basel. "Sehr, sehr gut" sei sie gewesen, die Leistung seines Teams in den ersten 25 Minuten. "Auch danach waren wir gut." Und um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, tippte er wiederholt auf die vor ihm liegende Video-Kassette. Diese enthielt die bewegten Bilder des sonntäglichen Auftritts der Zürcher.

In Thun erwarte den FCZ einen Abstiegskampf, so Fischer. "Von der Tabellensituation her ist das so. Aber es sind auch noch 24 Runden zu spielen." Die Stimmung im Kader des letztjährigen Zweiten sei gedrückt, aber Fischer versichert, dass er die Mannschaft noch erreiche. "Wenn das nicht so wäre, würde ich es machen wie Barry Smith." Dieser war am letzten Samstag wenige Stunden nach einem 0:9 in Kloten als Trainer des HC Lugano zurückgetreten.

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