Als Sieger Portugal und die zweitplatzierten Spanier die Beachsoccer-Arena in Minsk bereits seit Minuten verlassen hatten, dröhnte ein weiteres Mal ein "Hopp Schwiiz, Hopp Schwiiz" aus dem Innern des Sandtempels. Die Schweizer nahmen sich mit dem Feiern ihrer Bronzemedaille Zeit.

Lange genug hatten sie auf einen solchen Erfolg warten müssen, sich diesen hart genug erdulden müssen. Vor vier Jahren bei der Premiere der Europa-Spiele in Baku waren die Schweizer noch als Verlierer aus dem Bronzespiel hervorgegangen. "Es ist einfach fantastisch. Nach dem vierten Platz vor vier Jahren wollten wir Ähnliches nun um jeden Preis verhindern und es hat funktioniert", sagte Routinier Sandro Spaccarotella.

Im kleinen Final gegen die Ukraine forderten die Schweizer die Nerven sämtlicher Beteiligter. Viermal legten die Ukrainer vor, immer kam die Schweiz zurück. "So ist Beachsoccer. Wir haben schon viele solcher Spiele erlebt, und darum auch immer an uns geglaubt", so Spaccarotella. Dem Aargauer, der aufgrund seines langen Nachnamens unter seinem Spitznamen "Spacca" antritt, gelang der wichtige Ausgleichstreffer zum 4:4. Sein Freistosstor war zugleich der Höhepunkt der Partie. Die Entscheidung zugunsten der Schweiz blieb dann Captain und Torgarant Dejan Stankovic vorbehalten. Rund eine Minute vor Spielschluss erzielte Stankovic das 5:4. Zuvor hatte er bereits zum 3:3 getroffen.

Die Schweiz verdiente sich den Sieg im kleinen Final in Minsk auch, weil sie trotz widriger Umstände nie aufgab. Im abschliessenden Gruppenspiel gegen Gastgeber Weissrussland hatte ein umstrittener Penalty Sekunden vor Ende der Ablauf der regulären Spielzeit zum weissrussischen Ausgleich geführt, im Halbfinal gegen Spanien (3:5) hatten die Unparteiischen gleich mehrfach zuungunsten der Schweizer entschieden.