FC Basel
Basel profitiert vom "Tag der offenen Tür" der Luzerner Abwehr

Nach einem rasanten Spiel mit einem daraus resultierenden Remis gegen St. Gallen will der FCB heute in Luzern gegen einen wiedererstarkten FCL auf die Siegerstrecke zurückfinden. Verfolgen sie die Partie in unserem Live-Ticker!

Sebastian Wendel (Text) und Adrian Gottwald (Live-Ticker)
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FC Luzern - FC Basel Bilder
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Lezcano steigt am höchsten.
Kaja Rogulj hat den Ball vor Matias Delgado.
Matthias Delgado - der Lenker und Denker im FCB-Mittelfeld.
Der FC Luzern spielt nicht schlecht - ist aber vor dem Tor zu wenig kaltblütig.
Matthias Delgado erzielte das 2:0 per Elfmeter.

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Keystone

Durchschnittlich drei Minuten lang kochen Herr und Frau Schweizer am Sonntag ihr Frühstücksei. Was sind schon drei Minuten? Gestern Abend haben wir gelernt: Drei Minuten reichen auch aus, um ein Fussballspiel zu entscheiden. Oder aus Luzerner Sicht: Um es zu verlieren.

46. Minute: FCL-Goalie Jonas Omlin holt im Strafraum Breel Embolo von den Beinen. Delgado verwandelt den fälligen Penalty zum 2:0. 49. Minute: Shkelzen Gashi und Embolo kombinieren sich wie auf der Badiwiese durch die Abwehr der Innerschweizer – 3:0.

Tiefschlaf nach der Pause

Luzern-Trainer Markus Babbel sagt nach dem Schlusspfiff mit ratloser Miene: «87 Minuten bieten wir dem Tabellenführer Paroli. Doch wir verlieren, weil wir nach der Pause drei Minuten im Tiefschlaf waren. Das war eine Einladung, die eine Klassemannschaft wie der FCB dankend annimmt.»

Kann man die Partie auf die drei Minuten nach der Pause reduzieren? Nein, das würde ihr nicht gerecht. Spätestens ab Mitte der ersten Halbzeit ist es ein rassiges, intensives und phasenweise auch ruppiges Spiel. In dem das Heimteam das Mittelfeld über weite Phase beherrscht und bestätigt, was FCB-Trainer Paulo Sousa vor dem Anpfiff sagte: «Luzern hat in der Rückrunde von allen Mannschaften die grössten Fortschritte gemacht.» Die Partie zeigt aber auch: Die krassen individuellen Fehler – sowohl vorne wie auch hinten – ziehen sich weiterhin wie ein roter Faden durch die Saison der Luzerner.

Bewährungsprobe misslingt

Bitter, dass gestern ausgerechnet Jonas Omlin zum Hauptsünder wird: Der 21-jährige Goalie kommt gegen Basel zum Super-League-Debüt, weil David Zibung verletzt ist und die etatmässige Nummer 2, Lorenzo Bucchi, vom Trainer geschnitten wird. Doch bereits die erste Bewährungsprobe misslingt total: Nach einem harmlosen, zentral aufs Tor geschossenen Freistoss von Gashi faustet Omlin am Ball vorbei und legt so den Grundstein für die Niederlage (33. Minute).

Wer einen Fehler macht, will diesen möglichst schnell wieder gutmachen. Und läuft Gefahr, übers Ziel hinauszuschiessen. Nicht anders ist zu erklären, was 40 Sekunden nach der Halbzeitpause passiert: Omlin stürzt sich ungestüm FCB-Stürmer Embolo entgegen und holt ihn von den Beinen. Der Startschuss zu den drei Horrorminuten des FCL.

«Das ist schon bitter. Aber ich hake das ab und freue mich auf das nächste Spiel», sagt Omlin erstaunlich gefasst. Trainer Babbel: «Das wird Jonas nicht umhauen. Er ist ein grosses Talent, ich vertraue ihm weiter zu 100 Prozent.»

Zu wenig konsequent

In der 52. Minute erzielt Tomislav Puljic den Luzerner Anschlusstreffer. Doch mehr als ein Strohfeuer ist das 1:3 nicht. Mit etwas mehr Konsequenz hätten die Basler den Gegner wohl niedergekantert. Sie belassen es aber beim kräfteschonenden Verwaltungsfussball und erhöhen erst in den Schlussminuten durch den eingewechselten Callà auf 4:1.

«Das war ein Zeichen an die Konkurrenz: Wir machen unsere Hausaufgaben! Jetzt freue ich mich auf einen ruhigen Sonntag und schöne Tage bei der Nationalmannschaft», sagt Fabian Frei. Ebenso zufrieden verabschiedet sich FCB-Trainer Paulo Sousa in die Länderspielpause: «Das Resultat lässt vermuten, dass wir es einfach hatten. Das war es keineswegs. Ich bin happy!»

Luzern - Basel 1:4 (0:1).

13'002 Zuschauer. - SR Studer. - Tore: 33. Gashi (Freistoss) 0:1. 47. Delgado (Foulpenalty/Foul an Embolo) 0:2. 49. Gashi (Embolo) 0:3. 52. Puljic 1:3. 87. Callà 1:4.

Luzern: Omlin; Affolter, Rogulj, Puljic, Lustenberger; Wiss; Bozanic (69. Winter), Freuler, Jantscher; Lezcano, Marco Schneuwly.

Basel: Vaclik; Xhaka, Schär, Suchy, Traoré; Frei, Zuffi; Gonzalez (46. Hamoudi), Delgado (70. Elneny), Gashi (81. Callà); Embolo.

Bemerkungen: Luzern ohne Zibung (verletzt), Basel ohne Ivanov, Samuel, Streller (alle verletzt) und Kakitani (krank). Verwarnungen: 31. Xhaka (Reklamieren). 81. Lustenberger (Reklamieren). 81. Degen (Reklamieren/auf der Ersat

Lesen Sie den Verlauf der Partie von Minute zu Minute in unserem Live-Ticker nach: