Analyse
Aufwühlender WM-Abend: Grosser Sieg der Schweiz, aber die Diskussionen drehen sich um den Doppeladler

Die Schweiz besiegt Serbien 2:1 und ist somit auf gutem Weg in den WM-Achtelfinal – aber der Doppeladler der beiden Torschützen Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri mit albanischen Wurzeln gibt zu reden. Die Analyse zum Schweizer Sieg.

Etienne Wuillemin
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Die Schweiz jubelt nach dem 2:1-Siegtreffer von Xherdan Shaqiri.
58 Bilder
Shaqiri war selten so gut im Nationalteam wie in diesem 71. Länderspiel
Erleichterung bei der Schweizer Nati nach dem Schlusspfiff
Steven Zuber, Valon Behrami, Blerim Dzemaili, Fabian Schär freuen sich über den 2:1-Sieg
Captain Stephan Lichtsteiner jubelt - es spricht Bände
Xherdan Shaqiri enteilt Dusko Tosic und trifft in den Schlussminuten zum 2:1-Siegtreffer!
Xherdan Shaqiri tunnelt Torhüter Vladimir Stojkovic
Auch Xherdan Shaqiri lässt sich zum Doppeladler-Jubel hinreissen
Kraftwürfel Shaqiri zieht für den Jubel sein Trikot aus
Und zeigt den Adler
Das Spiel auf Messers Schneide nach dem 1:1-Ausgleich: Vladimir Stojkovic blockt Mario Gavranovics Abschluss
WM 2018: Schweiz - Serbien, die Bilder zum 2. Gruppenspiel
Granit Xhaka macht nach seinem Weitschuss-Traumtor den Adler – und provoziert damit die Serben massiv
Eine Geste, die zu reden geben wird: Granit Xhaka macht nach seinem Weitschuss-Traumtor den Adler
Nemanja Matic im Zweikampf mit Valon Behrami
Xherdan Shaqiri erkämpft sich einen Ball
Manuel Akanji
Filip Kostic enteilt Fabian Schär
Gesprächsstoff zur Pause: Stephan Lichtsteiner und Xherdan Shaqiri
Gesprächsbedarf zur Pause: Xherdan Shaqiri diskutiert mit Aleksandar Mitrovic
Gesprächsbedarf zur Pause: Xherdan Shaqiri diskutiert mit Aleksandar Mitrovic
RUSSIA SOCCER FIFA WORLD CUP 2018
Xherdan Shaqiri gegen Halb-Serbien
Blerim Dzemaili vergibt eine Grosschance
Manuel Akanji gegen Nemanja Matic
Blerim Dzemaili verzeichnet für die Schweiz eine erste Chance
Ein Bild, das man nicht sehen wollte: Serbien geht gegen die Schweiz früh in Führung
Jubel bei den Serben
Erste Szene des Spiels, erstes Tor: Aleksandar Mitrovic köpfelt Serbien in Führung
Mitrovic bringt Serbien dank eines Kopfballtreffers in Führung
Mitrovic bringt Serbien dank eines Kopfballtreffers in Führung
0:1 - Yann Sommer bleibt machtlos
Mitrovic bringt Serbien dank eines Kopfballtreffers in Führung
Russia Soccer WCup Serbia Switzerland
Aleksandar Kolarov im Zweikampf mit Xherdan Shaqiri
Stephan Lichtsteiner gegen Serbiens Filip Kostic
Serbiens Aleksandar Prijovic behauptet sich gegen Granit Xhaka
Die Startelf der Schweizer
Die Startelf der Serben
Xherdan Shaqiri spielt sich ein
Haris Seferovic grüsst Serbiens Mittelfeldspieler Adem Ljajic
Er trägt sie: Xherdan Shaqiris Kickschuhe mit der Schweizer und der kosovarischen Flagge.
Die Schweizer Nati begutachtet den Rasen von Kaliningrad
Auch die Serben tun es: Sie inspizieren den Platz
Nach dem 1:1 gegen Brasilien sind die Schweizer Fans sicher: Heute folgt ein Sieg gegen Serbien.

Die Schweiz jubelt nach dem 2:1-Siegtreffer von Xherdan Shaqiri.

LAURENT GILLIERON

Und dann kommt dieser Jubel. Granit Xhaka hakt die Daumen ineinander, wirbelt seine Finger durch die Luft. Da ist er und fliegt und fliegt und fliegt: der Doppeladler. Xherdan Shaqiri tut es ihm nach dem umjubelten 2:1-Siegtreffer gleich.

Einfach eine Jubelpose? Oder pure Provokation?

Wie auch immer das Urteil ausfällt, eines müsste Xhaka und Shaqiri eigentlich bewusst gewesen sein: Dass sie damit die Diskussionen um Identität, um Herkunft und Heimat wieder neu entflammen. Ob das gut ist für das Verhältnis dieser Mannschaft zur Schweiz? Man darf es bezweifeln.

Was bedeutet der Adler-Jubel? Für Jugendliche aus Albanien ist es eine schlichte Geste der Freude. Doch es gibt auch eine andere Interpretation. Nämlich jene, dass eine politische Message dahinter versteckt ist. An die Adresse von Serbien.

Das Verbot verhinderte den Jubel nicht

Eines wurde in diesen Szenen offensichtlich. Es war eben doch ein ziemlich spezielles Spiel für Xhaka, Shaqiri und Co. Für viele Menschen aus ihrer Verwandtschaft sind die Wunden aus dem Krieg gegen Serbien noch nicht verheilt. Dass der Schweizer Fussballverband seinen Spielern im Vorfeld der Partie quasi verboten hat, über diese Dimensionen der Partie zu sprechen, verhindert eben nicht, dass sich die Spieler mit der Thematik beschäftigen. Beschäftigen müssen, weil ganz vieles an sie herangetragen wird.

WM 2018: Schweiz - Serbien, die Bilder zum 2. Gruppenspiel
56 Bilder
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Granit Xhaka macht nach seinem Weitschuss-Traumtor den Adler – und provoziert damit die Serben massiv
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Gesprächsbedarf zur Pause: Xherdan Shaqiri diskutiert mit Aleksandar Mitrovic
Gesprächsbedarf zur Pause: Xherdan Shaqiri diskutiert mit Aleksandar Mitrovic
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Mitrovic bringt Serbien dank eines Kopfballtreffers in Führung
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Er trägt sie: Xherdan Shaqiris Kickschuhe mit der Schweizer und der kosovarischen Flagge.
Die Schweizer Nati begutachtet den Rasen von Kaliningrad
Auch die Serben tun es: Sie inspizieren den Platz
Nach dem 1:1 gegen Brasilien sind die Schweizer Fans sicher: Heute folgt ein Sieg gegen Serbien.

WM 2018: Schweiz - Serbien, die Bilder zum 2. Gruppenspiel

LAURENT GILLIERON

Und trotzdem sind auch in der Schweiz schon viele Diskussionen im Gang. Weil die Fans zu Recht erwarten, dass Schweizer Nationalspieler sich vorab um die Schweiz kümmern. Auch im Erfolgsfall. Dies ist dem Verband durchaus bewusst. Im November 2014 besprach er die Thematik schon einmal mit seinen Spielern. Um darauf hinzuwirken, dass diese künftig auf den Doppeladler-Jubel verzichten.

Die Schweiz musste lange leiden

Zum Fussball. Wie die Schweiz auf den Rückstand gegen Serbien reagiert, verdient grossen Respekt. Wie sie bis zum Ende aus dem 0:1 ein 2:1 macht, steht für einen grossen Sieg. Und es ist zu hoffen, dass die tolle Leistung nicht im Schatten der Adler-Diskussionen verschwindet.

Die Schweiz musste lange leiden. Eine Halbzeit lang kam sie nicht zurecht mit der Wucht der Serben. Die Momente des Schreckens waren kaum zu zählen. Es war eine Schweizer Mannschaft am Werk, die gehemmt und schläfrig wirkte.

Ein Reifebeweis der Schweizer

Doch in der Pause ist etwas geschehen, fast ein bisschen wundersam. Die Schweiz trat plötzlich wie verwandelt auf. Kompakt, dynamisch, leidenschaftlich. Die Tore von Xhaka und zum Schluss von Shaqiri waren folgerichtig.

Damit besteht die Schweiz ihre wohl grösste Prüfung unter Vladimir Petkovic. Nicht bravourös, dafür war der Anfang zu bescheiden. Aber doch eindrucksvoll. Weil eine solche Reaktion von grosser Klasse zeugt. Die Schweiz hat damit einen weiteren Reifebeweis abgelegt. Nun gilt es, gegen Costa Rica nachzulegen.

Doch der Achtelfinal ist nur ein Zwischenziel. Es lockt der Flug in die Geschichtsbücher. Ob mit oder ohne Adler.