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Auch Fifa-Sprecher Walter De Gregorio geht – wegen eines Witzes?

Der Fussball-Weltverband Fifa verliert in Mediendirektor Walter De Gregorio einen weiteren leitenden Angestellten. De Gregorio gebe «ab sofort sein Amt als Direktor Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit ab.»

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FIFA-Sprecher Walter De Gregorio verkündete seinen Abschied als Mediendirektor.

FIFA-Sprecher Walter De Gregorio verkündete seinen Abschied als Mediendirektor.

Keystone/ENNIO LEANZA

Fifa-Sprecher Walter De Gregorio nimmt den Hut. Der 50-jährige Schweizer verkündete am Donnerstag seinen sofortigen Abschied als Direktor Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. De Gregorio steht der Fifa aber bis Ende des Jahres als Berater zur Verfügung.

Sein Stellvertreter Nicolas Maingot wird interimsweise die Medienabteilung führen. «Walter hat die letzten vier Jahre unglaublich hart gearbeitet, und wir sind ihm dafür sehr dankbar. Ich bin froh, dass wir bis Ende des Jahres auf seine Expertise zurückgreifen können», sagte Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke.

Wieso geht er?

Warum muss De Gregorio gehen? Die «Handelszeitung» spekuliert, dass der Abgang etwas mit seinem Witz bei «Schawinski» zu tun haben könnte. De Gregorio erzählte am Montagabend in der Talkshow nach seinem Lieblingswitz gefragt: «Der Sepp Blatter – der Fifa-Präsident, sein Kommunikationschef und der Generalsekretär sitzen im Auto. Wer fährt? – Die Polizei!»

Der gut informierte «BBC»-Sportjournalist Richard Conway schreibt auf Twitter, der FIFA-Witz hätte De Gregorio nicht gerade geholfen, die Ursache für die Trennung sei jedoch eine andere.

Und zwar soll es zum Streit zwischen De Gregorio und dem FIFA-Chef Sepp Blatter gekommen sein, so Conway. Auslöser sei ein Artikel im Branchen-Magazin «Klein Report» gewesen, in dem der PR-Profi Klaus J. Stöhlker Walter De Gregorio teilweise fürs schlechte Image Sepp Blatters verantwortlich machte. De Gregorio habe Blatter damit konfrontiert, darauf sei es zum Zerwürfnis gekommen, worauf ihn Blatter gebeten habe, zu gehen. Conway stellt ausführlichere Informationen im Rahmen einer «BBC»-Story in Aussicht.

De Gregorio hatte am 14. September 2011 seine Stelle bei der Fifa angetreten. Noch-Fifa-Präsident Sepp Blatter hatte nach der tiefgreifenden Krise des Weltverbandes trotz erneuter Wiederwahl als Fifa-Chef vier Tage nach dem Votum der 209 Mitgliedsverbände seinen Rücktritt angekündigt.

Ein Nachfolger soll auf einem Ausserordentlichen FIFA-Kongress, der voraussichtlich am 16. Dezember in Zürich stattfindet, gewählt werden. (rey/whr)