Nach dem 0:2 an der WM gegen Südkorea und dem 0:0 in der Nations League gegen Frankreich haben die Deutschen im dritten Wettbewerbsspiel in Folge kein Tor zustande gebracht. Auch im neu geschaffenen Wettbewerb droht ihnen der letzte Gruppenplatz. Am Dienstag spielen sie in Paris gegen Frankreich.

Nach 18 Minuten wehrte Jasper Cillessen, zweiter Goalie des FC Barcelona, einen harten und präzisen Schuss von Thomas Müller mit einer Glanzparade ab. Die Führung der Niederländer nach einer halben Stunde kam eher unerwartet. Auf einen Corner traf Routinier Ryan Babel mit einem Kopfball an die Unterkante der Latte, worauf Virgil van Dijk vom FC Liverpool ebenfalls mit einem Kopfball erbte.

Niederlande mit vielen Kontern

Die Deutschen dominierten nach der Pause weitgehend, erarbeiteten sich jedoch nur eine wirklich grosse Chance. Der kurz vorher eingewechselte Leroy Sané, für das WM-Kader nicht berücksichtigt, zog nach 64 Minuten seinen Schuss aus bester Position von der Seite am entfernten Pfosten vorbei. Die Niederländer kamen zu einige guten Kontern. Nach einem üblen Ballverlust von Julian Draxler führte ein Gegenstoss nach 87 Minuten durch Memphis Depay von Lyon zum 2:2. Die Resignation der Deutschen nutzten die Niederländer in den letzten fünf Minuten zu einem Lattenschuss von Depay sowie zum 3:0 von Liverpools Georginio Wijnaldum nach einem Solo.

Nach dem Desaster an der Weltmeisterschaft nutzt der deutsche Bundestrainer Joachim Löw die Partien der Nations League auch dafür, um im Hinblick auf die EM-Qualifikation Verschiedenes zu testen. So verhalf der dem bereits 27-jährigen Stürmer Mark Uth zum Debüt in der Nationalmannschaft, obwohl sich dieser nach seinem Wechsel von Hoffenheim bei Schalke noch keinen Stammplatz erkàmpft hat und obwohl ihm in dieser Saison noch kein Tor gelungen ist.

Wie schon im Match gegen Frankreich (0:0) liess Löw Joshua Kimmich als Sechser vor der Abwehr spielen, während Kimmich bei Bayern München fix auf der rechten Abwehrseite spielt. Überraschend kam auch die Nomination von Jonas Hector, der mit Köln nur noch im Rhythmus der 2. Bundesliga spielt, als linkem Verteidiger.