FC Basel

Alte, neue und verschwundene Gesichter beim FC Basel

Schnappt Heinz Lindner (rechts) bald Djordje Nikolic nicht nur den Ball, sondern den Platz als Nummer 1 weg?

Schnappt Heinz Lindner (rechts) bald Djordje Nikolic nicht nur den Ball, sondern den Platz als Nummer 1 weg?

Vor dem Spiel in der 3. Qualifikationsrunde für die Europa League gegen Anorthosis Famagusta stehen beim FC Basel Rochaden, Rückkehrer und Abgänger im Fokus.

«Katze», ruft Heinz Lindner nach einem starken Reflex von Djordje Nikolic. «Bravo», bei der nächsten guten Aktion des Serben im Abschlusstraining des FC Basel vor dem Spiel in der Europa-League-Qualifikation gegen Anorthosis Famagusta. Es ist eine nicht überhörbare Unterstützung Lindners. Ganz normal eigentlich in einem Goalietraining. Aber doch etwas auffällig, wie Lindner, die Nummer 2 der Basler, Nikolic, die Nummer 1 beim FCB, pusht.

Man darf vermuten, dass es nicht die einzigen motivierenden Worte sind, durch die Djordje Nikolic in den vergangenen Tagen als Zuspruch erhalten hat. Vielleicht hat er es auch ein bisschen gebraucht, wenn er ganz ehrlich ist. Im ersten Meisterschaftsspiel gegen den FC Vaduz war dem jungen Keeper, der seit Jonas Omlins Abgang das Tor der Basler bewacht, ein folgenschwerer Fehler unterlaufen. Es war der dritte innert weniger Wochen. Die Kritik wurde erneut laut, ebenso wie Fragen nach seiner Qualität.

Bereits kurz nach Abpfiff aber nahmen ihn Captain Valentin Stocker und Trainer Sforza in Schutz. Und auch einen Tag vor dem Famagusta-Spiel in der dritten Quali-Runde stärkt Sforza seinem Torhüter den Rücken. «Er hat einen Fehler gemacht, der ein Tor gekostet hat, und das weiss er auch. In Kroatien gegen Osijek aber hat er starke Paraden abgeliefert. Ich habe ihm gesagt, er solle vorwärts schauen und ruhig bleiben.» Ausserdem habe er ein Aufgebot für die Nationalmannschaft bekommen. «Er hat Qualität und wir sind überzeugt, dass er uns noch viele Punkte retten wird.»

Nikolic hat die Nase weiter vorn

Wer die Worte Sforzas so hört, der muss sicher sein, dass Nikolic am Donnerstag spielen wird. Für die Entwicklung Nikolics ist ein Festhalten an ihm wohl das Beste, würde ihn eine Rotation aus dem Tor doch sehr hart treffen und zweifeln lassen. So ist aber klar: Zwischen den Pfosten wird es zu keinem Debüt und damit zu keinem neuen Gesicht in einem FCB-Dress kommen. Heinz Lindner muss weiter warten.

Auch ein neues, altes Gesichtes wird man am Donnerstag noch nicht in rotblau über den Platz sprinten sehen: Edon Zhegrova. Der Kosovare, dessen Rückkehr nach monatelangem Tauziehen am Dienstag perfekt wurde, ist noch nicht spielberechtigt. Zu kurz war die Zeitspanne seit seiner Unterschrift.

Dafür wird man an der Seitenlinie ein anderes Gesicht sehen, das man rund ums Joggeli bestens kennt: Patrick Rahmen. Der neue zweite Assistent von Sforza feiert sein Debüt in dieser Funktion. Er, der vor rund einem Jahr fast selber Trainer des FCB wurde und doch noch eine Absage kassierte. Dass Rahmen nun zum Staff von Sforza gehört, sei der Wunsch von Letzterem gewesen, wie der 50-Jährige am Mittwoch selber sagt: «Ich kenne Patrick schon länger. Er ist eine loyale, starke Person und hat Qualitäten. Das wollen wir in unserem Staff. Er bringt junge Spieler weiter.»

Blas Riveros vor Abschied beim FCB

Junge weiterbringen, sie entwickeln - etwas, worauf der FCB Wert legt. Mehr denn je. Einer, der von einer solchen Betreuung vielleicht hätte profitieren können, ist Blas Riveros. Seit 2016 ist er beim FCB. Und seit 2016 muss man konstatieren, dass er stagniert. Als Jahrhunderttalent galt er damals in Paraguay. In Basel konnte er aber nie beweisen, dass er dieses Prädikat verdient. Nun scheint seine Zeit hier zu enden. Am Mittwoch hat er nicht mittrainiert. Wo er ist und was mit ihm passiert, will der FCB nicht kommentieren. Es dürfte bald ein Communiqué zu dieser Personalie folgen.

Ohne Riveros, Zhegrova sowie die noch immer verletzten Luca Zuffi, Taulant Xhaka, Raoul Petretta, Yannick Marchand und Elis Isufi bestreitet der FCB heute sein nächstes Spiel um alles oder nichts. «Ich habe es vor dem Osijek-Spiel schon gesagt: Wir haben jetzt drei Finalspiele. Das jetzt ist das zweite und ich hoffe, ich kann nächste Woche zum dritten Final denselben Satz noch mal sagen», sagt Fabian Frei. Zumindest hat der FCB dieses Mal Heimrecht. Doch das alleine wird nicht reichen. Nikosia hat eine erfahrene Mannschaft, welche gute Standards spielt. Der FCB muss sich im Vergleich zum Vaduz-Spiel steigern. Und auf die eine oder andere Parade von «Katze» Nikolic hoffen.

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