Marco Streller, Alex Frei und Massimo Ceccaroni. Sie werden den FC Basel ab Sommer in sportlichen Belangen betreuen. Und ihre Namen, ihr Palmarès und ihre Beliebtheit dürften ein nicht zu verachtend wichtiger Teil dabei gewesen sein, dass die Mitglieder des FC Basel der neuen Führung zugestimmt haben. 

Denn diese drei standen schon immer für Emotionen – und für Leidenschaft. Vor allem für rotblau. Denn sie alle kommen aus der Region. Und sie alle waren dem Verein, den sie künftig führen werden, schon immer zutiefst verbunden. 

Dass Streller, der das Amt des Sportchefs bekleiden wird, seine beiden Freunde mit ins Boot geholt hat, zeigt, dass er einsichtig ist. Einsichtig dahingehend, dass er alleine vielleicht überfordert wäre. Frei und Ceccaroni sind aber mehr als seine Assistenten. Frei wird sich um die Strategie kümmern – hauptberuflich aber weiter die U15 trainieren. «Im Tagesgeschäft wird er weniger involviert sein. Bei wichtigen Entscheiden aber natürlich schon.»

Und Ceccaroni soll die Rolle Adrian Knups übernehmen: die des Nachwuchsverantwortlichen im Verwaltungsrat. Technischer Leiter des Nachwuchs ist er jetzt schon. Und wird somit dafür sorgen, dass den jungen Talenten, von denen dereinst wieder mehr in der 1. Mannschaft spielen sollen, der Weg nicht verbaut wird. 

Freunde – trotz oder wegen allem 

Die sportliche Leitung – ein Dreigestirn. Doch wie tickt dieses? «Wir sind alle ein bisschen Alphatierchen», sagt Streller. «Man kennt die Anekdoten von mir und Alex ja. Wir haben uns auf dem Feld immer sehr, sehr laut und sehr offen die Meinung gesagt.» Man sei nämlich oft nicht einer Meinung. «Aber wir haben das immer ausdiskutiert und einen gemeinsam Nenner gefunden.»

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Marco Streller erklärt, wie die sportliche Leitung tickt. 

Dass die beiden trotzdem immer Freunde geblieben seien, aller Auseinandersetzungen zum Trotz, das könnte noch äusserst konstruktiv werden für die kommende Zusammenarbeit, ist sich Streller sicher. 

«Für uns war es sehr wichtig, dass wir ein Team zusammenstellen, dass nicht aus Ja-Sagern besteht. Sondern man soll konstruktiv streiten können. Das ist wirklich sehr wichtig», wie Streller betont.

Hinzu kommt die Erfahrung, die die drei alle mitbringen. Denn auch wenn Streller während der Mitgliederversammlung Ceccaroni auf die Schippe nahm, weil dieser nicht ein einziges Tor für den FCB erzielt hat, weiss er, welch enorme Erfahrung dieser mitbringt. «Massimo hat noch die Nati B erlebt. Dass waren andere Zeiten, solche, die wir eher nur als Fan kennen.»

Wir, das sind Alex Frei und er. Und dieses wir «hat dafür die absolut glorreichen Zeiten erlebt. Aber wir waren auch im Ausland und haben schwierige Zeiten durchgemacht. Gerade in der Nationalmannschaft. Das sind Dinge, die prägen dich. Und es ist wichtig für die jungen Spieler, dass wir ihnen das weitergeben können.»

Identifikation – nicht mehr nur auf dem Platz 

Aber es sind nicht nur die Erfahrungen, die sie weitergeben werden. Sondern auch einen Punkt, den man sich noch schwerer erarbeiten muss, als die Erfahrung: die Identifikation. Mit dem Verein, den Fans – und zwar so, dass diese es einem auch abkaufen. Streller war oder besser ist ein Meister darin. 

Und die Jungen, von denen künftig vier bis sechs der ersten Mannschaft angehören sollen, sollen das auch werden. Natürlich braucht das alles Zeit. Mindestens eineinhalb bis zwei Jahre werde es dauern. So ein Umbruch kann nicht von jetzt auf sofort umgesetzt werden und dann auch noch reibungslos funktionieren. 

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Marco Streller: «Man muss nicht hier geboren sein, um Identifikationsfigur zu sein.»

Wenn es dann aber so weit ist, soll der Ruf nach Identifikation erhört werden. Dass es dazu nicht zwingend nur Basler braucht, «das haben Franco Costanzo oder Matias Delgado gezeigt. Sie kommen aus Argentinien und trotzdem können sich die Leute mit ihnen identifizieren. Oder Ivan Ergic, der zuletzt sogar Baseldeutsch gesprochen hat.»

Einer der drei, Matias Delgado, ist noch immer da. Und wird es noch bis im Sommer 2018 sein. Was danach kommt, weiss noch niemand. Über allfällige Rückholaktionen wollte Streller keine genauen Auskünfte geben, weil es dazu «schlicht noch zu früh ist».

Sicher ist aber, dass sich das Trio Streller, Frei und Ceccaroni bewusst ist, wie wichtiger dieser Punkt ist. Und sollte es auf dem Platz an Identifikationsfiguren über eine kurze Dauer mangeln, dann hat man sie jetzt in der Führungsetage. Mit Alex Frei. Mit Massimo Ceccaroni. Und vor allem mit Marco Streller.