Acht Klubs aus der Super League stehen in den Achtelfinals des Schweizer Cups. Bereits nach den Spielen vor der gestrigen Live-Auslosung in der SF-Sendung «Sportpanorama» war klar: FCB, FCZ und Co. werden auch in der dritten Runde auswärts und vor allem nicht gegeneinander spielen.

Dafür verantwortlich ist der Modus des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV): «In der 3. Runde treffen die Klubs der RSL soweit möglich nicht aufeinander beziehungsweise sind gesetzt. Die unterklassigen Mannschaften geniessen Heimvorteil.»

Auf der Fansite des FC Aarau, der im Achtelfinal auf den FC St. Gallen trifft, ärgern sich Fans über diese Bestimmungen: «Was haben sich die Herren beim SFV da gedacht, krasse  Wettbewerbsverzerrung», schreibt etwa ein User. «Da esch fake. Sötte alli usem gliche zoge wärde», ein anderer. Es gibt aber auch noch deutlichere Voten: «Scheiss Regelung!»

SFV wundert sich über Knatsch

Marco von Ah, SFV-Mediensprecher, kann die Aufregung nicht nachvollziehen: «Es ist klar, dass ein solcher Wettbewerb unter gewissen Rahmenbedingungen ausgetragen werden muss.» Es handle sich um einen arrivierten Modus. «Und beschwert hat sich bisher noch nie niemand.» Anders als zuletzt teilweise in der Öffentlichkeit kolportiert wurde, seien auch keine Modusänderungen geplant. «Es ist allenfalls möglich, dass wir eine kalendarische Anpassung vornehmen um die Cup-Runden in die wärmeren Tage vorzuverlegen», so von Ah.

Als der Schweizer Cup zwischen 2003 und 2008 unter dem Namen Swisscom Cup ausgetragen wurde, war der Modus noch anders. «Damals waren die Rahmenbedingungen darauf ausgelegt, vermehrt regionale Derbys zu ermöglichen», sagt von Ah.

Vorteile nicht nur auf Seiten der Super-League-Klubs

Für FCB-Mediensprecher Josef Zindel wäre eine offene Auslosung ab der dritten Runde zumindest denkbar. Der FCB sei mit dem aktuellen Modus aber zufrieden. «Durch diese Rahmenbedingungen sind attraktive Viertel- und Halbfinals garantiert», sagt Zindel. Für die oberklassigen Klubs sehe er allerdings den Nachteil, dass sie bis und mit Achtelfinal immer auswärts antreten müssen. «Das wiederum ermöglicht den unterklassigen Klubs attraktive Heimspiele und damit gute Möglichkeiten, Geld zu verdienen.»

Alfred Schmid, Präsident des FC Aarau, tut sich schwer, mit einer Stellungnahme: «Einerseits gehören wir aktuell zu den sogenannt ‹Kleinen›, andererseits hoffen wir, in ein paar Jahren wieder bei den ‹Grossen› zu sein.»

Die beste Mannschaft soll den Cup gewinnen

«Schlussendlich soll der Cupsieger die beste Mannschaft im Cup sein», sagt Schmid. Mit dem aktuellen Modus werde auf jeden Fall verhindert, dass sich ein schwächerer Klub durchmogeln könne.

Natürlich sei der Heimvorteil für das unterklassige Team aus rein sportlicher Sicht ein Vorteil, sagt Schmid. Doch sei zu bedenken, «dass die Sicherheitsmassnahmen gegen einen oberklassigen Klub grosse finanzielle Anstrengungen erfordern». Dieses Problem sieht auch SFV-Sprecher von Ah: «Es ist natürlich nicht Sinn und Zweck, dass die Vorfreude auf ein Cupfest für den ‹Kleinen› durch Auflagen und Kosten bereits im Vorfeld getrübt wird.»

Panne bei Live-Auslosung

Bei der Live-Auslosung der Cup-Achtelfinals dürften die aufmerksamen TV-Zuschauer gestutzt haben - und das gleich beim ersten gezogenen Los: Darauf vermerkt war der «FC Schauffhausen». Dass das zusätzliche «u» beim Los des Erstligisten FC Schaffhausen niemandem auffiel und so auf Sendung ging, ist erstaunlich.