WM 2018
9 Gründe, warum der ewige Geheimtipp Belgien jetzt wirklich vom WM-Titel träumen darf

Als ewiger Geheimfavorit wurde Belgien vor der WM abgestempelt. Doch an diesem Turnier können die «Roten Teufel» endlich die Erwartungen erfüllen. Nach dem 2:1-Sieg gegen Brasilien wartet im Halbfinal Frankreich – ein Duell mit offener Ausgangslage.

Ralf Meile
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Belgien
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1. Lukakus Power 1,91 Meter gross, 94 Kilogramm schwer: Romelu Lukaku ist eine imposante Erscheinung. Noch beeindruckender ist, wie pfeilschnell er trotz dieser Masse sprintet und dank seiner Wasserverdrängung fast nicht vom Ball zu trennen ist, wenn er ihn mal hat. Der Stürmer von Manchester United glänzt aber auch ohne Ball: Wenn er Verteidiger an sich bindet und so Räume für die Mitspieler schafft. Lukaku ist erst 25 Jahre alt – aber mit 40 Länderspieltoren bereits jetzt Belgiens Rekordtorschütze.
2. Hazards Liebe zum Ball Der Captain ist der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der «Roten Teufel». Überragend, wie Chelseas Eden Hazard gegen Brasilien in der zweiten Halbzeit den Ball auch in grösster Bedrängnis in den eigenen Reihen halten konnte.
3. Kompanys Einsatz Der 32-jährige Abwehrturm hält die Defensive zusammen. Vincent Kompany geht mit viel Leidenschaft voran. Physisch stark, aber auch mit guter Technik. Dass er ein Leader ist, belegt die Tatsache, dass er schon seit sechs Jahren Kapitän des überlegenen englischen Meisters Manchester City ist.
4. Auf dem Zenit Der Hauptteil des Kaders ist schon seit einigen Jahren der gleiche. 2014 galt Belgien als WM-Geheimfavorit – und schied im Viertelfinal aus. 2016 galt Belgien als EM-Geheimfavorit – und schied im Viertelfinal aus. So bitter diese Niederlagen waren, so haben sie doch auch etwas gebracht. Nämlich die Erkenntnis, dass noch mehr nötig ist für den grossen Triumph. Diese Erfahrung kann den Gescheiterten helfen, Gefeierte zu werden. Ebenso wie die Tatsache, dass alte Grabenkämpfe zwischen Flamen und Wallonen beigelegt wurden. «Ich fange einen Satz in Französisch an und beende ihn auf Flämisch. Und ich werfe ein bisschen Spanisch und Portugiesisch oder Afrikanisch ein – je nachdem, mit wem ich spreche. Ich bin Belgier, wir sind alle Belgier», sagte Romelu Lukaku.
5. Trainerteam Nach dem enttäuschenden EM-Out gegen Aussenseiter Wales musste Trainer Marc Wilmots gehen. Seine Aufbauarbeit führte ein Spanier fort, der seine Karriere als Spieler und Trainer in England bestritt: Roberto Martinez. Der 44-Jährige ist der Chef, bekannter ist sein Assistent: Thierry Henry. Der Franzose kann dem Team weitergeben, wie es ist, Weltmeister zu werden. Denn Stürmer Henry war 1998 bei Frankreichs bislang einzigem Titelgewinn dabei.
6. Breites Kader Weil Belgien schon nach zwei Gruppenspielen für die Achtelfinals qualifiziert war, stellte Martinez in der dritten Partie gegen England eine fast neue Mannschaft auf. So wurden ausser den zwei Ersatzgoalies alle anderen 21 Kaderspieler schon an der WM eingesetzt. Anfangs war Kompany verletzt, er wurde von Dedryck Boyata ersetzt. Nun fehlt im Halbfinal Flügel Thomas Meunier gesperrt – und Martinez muss keinen Spieler ins kalte WM-Wasser werfen, was sicher von Vorteil ist. Wie ausgeglichen Belgien ist, belegt diese Tatsache: In fünf Spielen haben schon neun Spieler getroffen.
7. Das nötige Glück Als gegen Brasilien nach rund einer Stunde beim Stand von 2:0 für Belgien Gabriel Jesus nach einer Intervention von Kompany durch die Luft fliegt, bleibt die Pfeife des Schiedsrichters stumm. Ein diskutabler Entscheid, nicht auf Penalty zu entscheiden. Auch gegen Japan im Achtelfinal hatte Belgien Glück, das es sich aber auch erkämpft hatte: Es holte einen 0:2-Rückstand auf und gewann mit dem letzten Angriff des Spiels noch 3:2.
8. De Bruynes Übersicht Manchester City führte er zum Gewinn der Meisterschaft und auch gegen Brasilien zeigte der 27-Jährige eine Glanzleistung. Kevin de Bruyne hat Tempo und Dynamik in seinem Spiel, mit dem er die Defensive der Seleção ein ums andere Mal überforderte. Er erzielte das wegweisende 2:0 – mit einem herrlichen Distanzschuss in die weite Ecke.
9. Courtois' Paraden Gerade gegen ein Team wie Brasilien lässt es sich wohl nie verhindern, dass der Gegner zu Chancen kommt. Belgien hat mit Thibaut Courtois einen Weltklasse-Goalie im Tor – ohne solchen wird kein Team Weltmeister. In der Nachspielzeit streckte sich der 1,99 m lange Keeper derart, dass er Neymars Schlenzer über die Latte lenken und eine Verlängerung verhindern konnte. Es war seine letzte von vielen starken Paraden.

Belgien

Keystone

Wird die WM 2018 zur Weltmeisterschaft der Belgier? Zum zweiten Mal nach 1986 steht das Team wieder im Halbfinal einer WM. Nun fehlen nur noch zwei Siege bis zum ganz grossen Traum, dem golden glänzenden, wunderschönen WM-Pokal.

Belgien hat das Zeug dazu – denn der Mix stimmt und die Schlüsselspieler sind in Form. 91⁄2 Gründe, warum Belgien jetzt wirklich vom WM-Titel träumen darf:

1. Lukakus Power

1,91 Meter gross, 94 Kilogramm schwer: Romelu Lukaku ist eine imposante Erscheinung. Noch beeindruckender ist, wie pfeilschnell er trotz dieser Masse sprintet und dank seiner Wasserverdrängung fast nicht vom Ball zu trennen ist, wenn er ihn mal hat. Der Stürmer von Manchester United glänzt aber auch ohne Ball: Wenn er Verteidiger an sich bindet und so Räume für die Mitspieler schafft. Lukaku ist erst 25 Jahre alt – aber mit 40 Länderspieltoren bereits jetzt Belgiens Rekordtorschütze.

2. Hazards Liebe zum Ball

Der Captain ist der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der «Roten Teufel». Überragend, wie Chelseas Eden Hazard gegen Brasilien in der zweiten Halbzeit den Ball auch in grösster Bedrängnis in den eigenen Reihen halten konnte.

3. Kompanys Einsatz

Der 32-jährige Abwehrturm hält die Defensive zusammen. Vincent Kompany geht mit viel Leidenschaft voran. Physisch stark, aber auch mit guter Technik. Dass er ein Leader ist, belegt die Tatsache, dass er schon seit sechs Jahren Kapitän des überlegenen englischen Meisters Manchester City ist.

4. Auf dem Zenit

Der Hauptteil des Kaders ist schon seit einigen Jahren der gleiche. 2014 galt Belgien als WM-Geheimfavorit – und schied im Viertelfinal aus. 2016 galt Belgien als EM-Geheimfavorit – und schied im Viertelfinal aus. So bitter diese Niederlagen waren, so haben sie doch auch etwas gebracht. Nämlich die Erkenntnis, dass noch mehr nötig ist für den grossen Triumph. Diese Erfahrung kann den Gescheiterten helfen, Gefeierte zu werden. Ebenso wie die Tatsache, dass alte Grabenkämpfe zwischen Flamen und Wallonen beigelegt wurden. «Ich fange einen Satz in Französisch an und beende ihn auf Flämisch. Und ich werfe ein bisschen Spanisch und Portugiesisch oder Afrikanisch ein – je nachdem, mit wem ich spreche. Ich bin Belgier, wir sind alle Belgier», sagte Romelu Lukaku.

5. Trainerteam

Nach dem enttäuschenden EM-Out gegen Aussenseiter Wales musste Trainer Marc Wilmots gehen. Seine Aufbauarbeit führte ein Spanier fort, der seine Karriere als Spieler und Trainer in England bestritt: Roberto Martinez. Der 44-Jährige ist der Chef, bekannter ist sein Assistent: Thierry Henry. Der Franzose kann dem Team weitergeben, wie es ist, Weltmeister zu werden. Denn Stürmer Henry war 1998 bei Frankreichs bislang einzigem Titelgewinn dabei.

6. Breites Kader

Weil Belgien schon nach zwei Gruppenspielen für die Achtelfinals qualifiziert war, stellte Martinez in der dritten Partie gegen England eine fast neue Mannschaft auf. So wurden ausser den zwei Ersatzgoalies alle anderen 21 Kaderspieler schon an der WM eingesetzt. Anfangs war Kompany verletzt, er wurde von Dedryck Boyata ersetzt. Nun fehlt im Halbfinal Flügel Thomas Meunier gesperrt – und Martinez muss keinen Spieler ins kalte WM-Wasser werfen, was sicher von Vorteil ist. Wie ausgeglichen Belgien ist, belegt diese Tatsache: In fünf Spielen haben schon neun Spieler getroffen.

7. Das nötige Glück

Als gegen Brasilien nach rund einer Stunde beim Stand von 2:0 für Belgien Gabriel Jesus nach einer Intervention von Kompany durch die Luft fliegt, bleibt die Pfeife des Schiedsrichters stumm. Ein diskutabler Entscheid, nicht auf Penalty zu entscheiden. Auch gegen Japan im Achtelfinal hatte Belgien Glück, das es sich aber auch erkämpft hatte: Es holte einen 0:2-Rückstand auf und gewann mit dem letzten Angriff des Spiels noch 3:2.

8. De Bruynes Übersicht

Manchester City führte er zum Gewinn der Meisterschaft und auch gegen Brasilien zeigte der 27-Jährige eine Glanzleistung. Kevin de Bruyne hat Tempo und Dynamik in seinem Spiel, mit dem er die Defensive der Seleção ein ums andere Mal überforderte. Er erzielte das wegweisende 2:0 – mit einem herrlichen Distanzschuss in die weite Ecke.

9. Courtois' Paraden

Gerade gegen ein Team wie Brasilien lässt es sich wohl nie verhindern, dass der Gegner zu Chancen kommt. Belgien hat mit Thibaut Courtois einen Weltklasse-Goalie im Tor – ohne solchen wird kein Team Weltmeister. In der Nachspielzeit streckte sich der 1,99 m lange Keeper derart, dass er Neymars Schlenzer über die Latte lenken und eine Verlängerung verhindern konnte. Es war seine letzte von vielen starken Paraden.