1. Juventus überzeugt bei der Generalprobe

Natürlich hat man in Italien schon zur Kenntnis genommen, dass das deutsche Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Freitag ein angebliches Vergewaltigungsopfer von Ronaldo zitiert und damit die Berichterstattung über einen Vorfall aus dem Jahre 2009 in Las Vegas neu lanciert hat. Doch aufgesprungen sind die italienischen Medien dieser Story am Tag des Serie-A-Schlagers zwischen Juventus Turin und Napoli nicht.

Auch Ronaldo selber zeigt sich davon gänzlich unbeeindruckt. Auf der Social-Media-Plattform Instagram meldet sich der Superstar in einem Video-Statement zu Wort, in dem er den Bericht als «Fake News» betitelt. Auf dem Rasen liefert er anschliessend eine grosse Vorstellung ab.

Cristiano Ronaldo bereitete beim Sieg über Napoli alle drei Treffer vor.

  

Beim 3:1-Sieg der Bianconeri leistet Ronaldo zu allen drei Toren – zweimal für Mario Mandzukic, einmal für Leonardo Bonucci – die Vorarbeit und erntet hinterher viel Lob. «Wir haben heute den bisher besten Ronaldo im Juve-Dress gesehen», sagt sein Trainer Massimiliano Allegri. «Man hat gesehen, wie wichtig Ronaldo ist», sagt Napolis Trainer Carlo Ancelotti. Wie sehr es den gefeierten Superstar aber ärgert, dass er selber kein Tor erzielt und nicht wenigstens eine seiner drei hochkarätigen Chancen genützt hat, zeigt sich in der Nachspielzeit. Keiner seiner Teamkollegen wäre beim Stand von 3:1 auf die Idee gekommen, sich bei einem Einwurf zu beeilen. Ronaldo aber sprintet an die Linie, um den Ball zu holen und noch einen weiteren Vorstoss zu starten. In der Hoffnung, es reiche ihm noch für einen letzten Angriff und Abschluss. Doch dazu kommt es nicht mehr. Der Portugiese muss weiter auf seinen vierten Meisterschaftstreffer für Juventus warten.

Juventus ohne Punktverlust

Auch am Dienstag in der Champions League gegen YB wird Ronaldo kein Tor schiessen, denn da ist er gesperrt. Gleichwohl wird sich Juventus keine grossen Sorgen machen. Nach dem achten Sieg im achten Pflichtspiel ist klar, dass die Form stimmt. Gut möglich, dass Ronaldo gegen die Berner durch Bernadeschi ersetzt wird, der mit Mandzukic und Dybala einen Dreimann-Sturm bildet. Gegen Napoli fängt sich der Meister vor knapp 40 000 Zuschauern nach einem schwachen Start auf, verwandelt den Rückstand in einen sicheren Sieg und liegt jetzt schon sechs Punkte vor dem Rivalen aus dem Süden.

2. YB baut den Vorsprung weiter aus

Vor dem Champions-League-Spiel gegen Juventus am Dienstag hat YB in der Meisterschaft weiter Selbstvertrauen getankt und dabei auch noch Kräfte gespart. Die Stammkräfte von Bergen und Benito werden beim 4:1 im Berner Derby gegen Thun gar nicht eingesetzt, Hoarau, Assalé und Fassnacht nur eingewechselt. Mit 27 Punkten und +26 Toren beendet der Meister das erste Saisonviertel ohne Punktverlust.

YB marschiert weiter.

  

Weil gestern sowohl der FC Zürich (0:0 gegen Xamax) als auch der FC Basel (nach 2:0-Führung noch 2:2 gegen Lugano) erneut patzen, führt Bern die Tabelle mit einem Vorsprung von zwölf Punkten auf den FCZ an. Einziger Wermutstropfen: Der verletzte Mbabu wird auch gegen Juventus noch fehlen.

3. Matchwinner Barnetta kann es doch noch

Nur 18 Minuten durfte Tranquillo Barnetta in dieser Saison bislang für St. Gallen spielen. Am Samstagabend meldet sich der 75-fache Internationale eindrucksvoll zurück. Zur Pause führt GC noch mit 1:0. Doch dann gibt FCSG-Trainer Peter Zeidler Barnetta eine Bewährungschance, die der 33-Jährige beim Schopf packt. Nach 60 Minuten erzielt er per Kopf den Ausgleich, 18 Minuten später gelingt ihm auch noch der umjubelte 2:1-Siegtreffer.

Tranquilo Barnetta drehte das Spiel gegen GC im Alleingang.

  

Die Sprechchöre für den Doppeltorschützen wollen nach Spielschluss gar nicht mehr verhallen. «Ich weiss, dass es im Fussball schnell gehen kann. Jetzt war die Chance da. Ich habe sie genutzt», sagt Barnetta, und auch Trainer Zeidler kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.

4. Derbyzeit in Madrid, Rom und Hamburg

Real und Atlético Madrid trennen sich im Derbi madrileño 0:0. Atlético bleibt damit in der Liga seit 2012 im Bernabeu-Stadion unbesiegt. Real verpasst die Chance, an Barcelona vorbei auf Platz 1 vorzustossen. Auch in Italien kam es zum Duell der Hauptstadtklubs. Die Roma gewinnt das Derby della Capitale gegen Lazio mit 3:1.

Ex-Lazio-Spieler Aleksandar Kolarov leitet den Sieg von der AS Roma über Lazio Rom ein.

  

Mit dem Freistosstreffer zum 2:1 leitet mit Aleksandar Kolarov ausgerechnet ein ehemaliger Lazio-Spieler den Sieg der Roma ein. Kolarovs Vergangenheit ist für ihn aber kein Grund, auf den Torjubel zu verzichten. Kaum Derbystimmung kommt dagegen in Deutschland auf. Im ersten Hamburger Stadtduell seit mehr als sieben Jahren trennen sich der HSV und St. Pauli in einer trostlosen Zweitliga-Partie 0:0.

5. Schweizer Klassentreffen in Wolfsburg

Das Bundesliga-Debüt von Gladbachs Rechtsverteidiger Michael Lang am Samstag im Wolfsburg ist ein Klassentreffen der besonderen Art. Mit Lang, Yann Sommer, Nico Elvedi, Denis Zakaria und Wolfsburgs Renato Steffen stehen beim 2:2 gleich fünf Schweizer in der Startelf. Wolfsburg kann die Führung der Gäste aus Gladbach zweimal ausgleichen.

Renato Steffen trifft bei Michael Langs Debüt.

  

Das 1:1 erzielt dabei ausgerechnet Langs ehemaliger FCB-Teamkollege Steffen. Es ist der zweite Saisontreffer für den Aargauer, der sich zum Stammspieler gemausert hat. Weil Gladbachs Drmic und Wolfsburgs Mehmedi angeschlagen nicht im Kader stehen, bleiben der Schweizer Fussballreunion in Deutschland sogar noch zwei weitere mögliche Protagonisten fern.

6. Dzemaili gewinnt Captain-Duell mit Behrami

Blerim Dzemaili und Valon Behrami sorgten in Italien für ein Novum. Beim 2:1-Sieg von Bologna gegen Udinese duellierten sich zum ersten Mal in der Serie A zwei Schweizer als Captains. Dzemaili behielt dabei mit Bologna das bessere Ende für sich.

Blerim Dzemaili entschied das Captain-Duell mit Behrami für sich.

  

Mit dem zweiten Sieg innert sieben Tagen verabschiedete sich sein Team von den Abstiegsplätzen. Das zweite Schweizer Serie-A-Duell des Wochenendes zwischen Edimilson Fernandes und Remo Freuler ging an den 22-jährigen Walliser Fernandes, der mit der Fiorentina gegen Atalanta 2:0 gewinnen konnte.