Die Autos, die auf den Parkplatz gegenüber dem Stadion einbiegen, kommen aus der ganzen Schweiz. In ihnen sitzen Juve-Fans, gut gelaunt und vorweihnächtlich gestimmt. Was für ein Geschenk, ihren Herzensklub zum Jahresabschluss live sehen zu können. Sie haben dafür viel hingelegt, der Schwarzhandel blühte, in der Sitzreihe vornedran im Sektor C hat ein Mann aus Zürich für sich und seinen Sohn je 600 Franken bezahlt.

Sie haben alle Pech gehabt. Es war nicht ihre Weihnacht, es war unsere. Die Weihnachtsmänner waren die vermeintlichen Statisten, der Engelchor gewissermassen, der Spalier steht, wenn die alte Dame nobel heranstolziert.

Grandios war er, dieser bitterkalte Dezemberabend, an dem die Young Boys so unsagbar souverän vorgemacht haben, dass sie in der Königsklasse angekommen sind. Aber ob es das noch mal geben wird? Vielleicht, so wurde im Vorfeld der letzten Runde dieser Champions-League-Kampagne vielerorts spekuliert, vielleicht war der erste Auftritt in der europäischen Königsklasse auch bereits der letzte.

Für Klubs aus kleinen Ligen wird es dort noch schwieriger werden, man will sie eigentlich gar nicht mehr dabeihaben, sie stören nur. Eine geschlossene Liga ausschliesslich für Grossklubs, davon träumen sie in den Teppichetagen in München, Paris und Turin. Darüber, wer dort mitmachen dürfte, würde dann nicht mehr fussballerisches Können entscheiden, sondern das Vereinsbudget.

Sollen sie doch machen! Sie werden so was von scheitern. Weil der Fussball eben nicht Holliday on Ice ist, wo die Stars Pirouetten drehen, sondern ein Spektakel wie am Mittwochabend, ein Spiel, das zwar Regeln hat – dass CR7 im entscheidenden Moment halt im Abseits steht zum Beispiel –, aber keine Gesetze kennt, weil alles, weil jeder Ausgang möglich ist.

Für die Bosse der Grossklubs ist das eine Horrorvorstellung. Für alle anderen entzündet sich genau daran die Leidenschaft, die den Fussball ausmacht. Das Wissen darum, dass auch YB die Chance hat, königlich zu sein.