YuBeljahr
#4: «Kein negatives Wort in der Kolumne, bissoguet!»

Wird diese Saison endlich ein YuBeljahr? Die vier Berner Autoren Pedro Lenz, Bänz Friedli, Bernhard Giger und Klaus Zaugg glauben fest daran, dass YB den FC Basel entthront. Sie begleiten ihren Verein auf dem Weg zum Titel mit einer wöchentlichen Meisterkolumne. Zumindest bis der Rückstand auf Basel 13 Punkte oder mehr beträgt.

Bänz Friedli
Bänz Friedli
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Jubel und Fassungslosigkeit: Die Moskauer Spieler freuen sich über ihr Tor, die Berner können nicht glauben, was passiert ist.

Jubel und Fassungslosigkeit: Die Moskauer Spieler freuen sich über ihr Tor, die Berner können nicht glauben, was passiert ist.

KEYSTONE

Und dann schiesst dieser Lappi das dümmste Eigentor der Geschichte... Aber beginnen wir von vorn: Verreist war ich. Endlich Ferien. Und Frauenfussball. Ich proste mir im holländischen Städtchen Doetinchem selber zu, weil unsere Schweizer Frauen eben im Stadion de Vijferberg die Isländerinnen so heroisch gebodigt haben, da erreicht mich aus der Heimat die Nachricht, YB habe zum Meisterschaftsauftakt den FC Basel geschlagen. Ach ja, die Young Boys gibts ja auch noch... Aber am Ende sind sie ja dann doch nur Zweite.

Niedergeschlagen: Xhaka nach Spielende.
6 Bilder
YB - FCB (34. Runde, Super League, 2016/17)
Wohl ein ganz böses Foul: Xhaka reklamiert schon im Fallen.
Zakaria (l.) und Xhaka gehen im Zweikampf auf Tuchfühlung.
Doumbia im Duell mit Rochat.
Der FC Basel bejubelt das erste Tor.

Niedergeschlagen: Xhaka nach Spielende.

Keystone

Tage später, ich spaziere gerade an der Ostsee, meldet sich diese Zeitung. Die Berner seien stärker denn je, man starte eine Kolumne: YB-Anhänger, die des Schreibens mächtig sind, sollen das Team begleiten, solang der Titel rechnerisch möglich sei. «Wird ja nicht allzu lange dauern», raune ich. Sich mit Zweckpessimismus zu schützen, hat man gelernt in all den Jahren. Nein, nein, schwärmt Phippu per WhatsApp – ich bin in einem Strandhaus in Dänemark angelangt –, diesmal sei YB wirklich super. Irgendwann nimmt es auch mir wieder den Ärmel rein, und ich verputze mein Roaming-Guthaben, um mir den Sieg gegen Kiew am Handy anzuschauen. Wahnsinn, die Champions League winkt!

Die Ferien sind vorbei, gegen Moskau sitze ich im Stadion. Was für ein Spiel! Sah ich YB je so stark? Aber dann, eben ... 92 Minuten lang dominieren und sich in der allerletzten Szene selbst abschiessen. «Geht es noch typischer YB?!», frage ich meine Sitznachbarin und will mir schon ein paar bittere Notizen machen, da ereilt mich eine Kurznachricht von Kollege Lenz: «YB forever! Und kein negatives Wort in der Kolumne, bissoguet!» Sein Wunsch sei mir Befehl.

Viel später dann, als ich mich in den Laken hin- und herdrehe, fällt mir ein, wie ich in der Zürcher Alternativliga – gegen Olympique Lettenwiese war es, glaub ich, vor drei, vier Jahren – diesen Querpass so unglücklich ablenkte, dass ich damit unseren Goalie düpierte ... Ein Scheisseigentor wars, in der Nachspielzeit. Aber keines, an dem 25 Millionen Franken hingen. Und jetzt tut er mir leid, dieser Kasim Adams Nuhu. Sehr leid. Ich nehme an, auch er liegt noch wach.