Angola - Togo

24 Jahre Haft wegen Angriffs auf Togos Fussball-Nationalteam

Der Assistenz-Trainer wird beerdigt (Archiv)

Der Assistenz-Trainer wird beerdigt (Archiv)

Knapp ein Jahr nach dem tödlichen Angriff auf Togos Fussball-Nationalmannschaft hat die angolanische Justiz einen Mann zu einer 24-jährigen Haftstrafe verurteilt. Ein weiterer Angeklagter sei freigesprochen worden, sagte der Anwalt des Verurteilten am Mittwoch.

Der Generalstaatsanwalt der Exklave Cabinda, in der sich der Angriff am 8. Januar ereignete, bestätigte den Schuldspruch für den einen Angeklagten. Bei dem Angriff auf den Bus-Konvoi des togoischen Teams kurz vor dem Start des Afrika-Fussballcups in Angola waren der Assistenz-Trainer und der Pressesprecher des Teams getötet worden. Togo zog sich nach dem Anschlag vom Afrika-Cup zurück.

Zu dem Angriff bekannten sich Rebellen der Befreiungsfront der Exklave Cabinda (FLEC). Der Generalstaatsanwalt sagte, der Verurteilte habe sich am Angriffsort befunden. Auch seien ihm Verbindungen zur FLEC nachgewiesen worden. Beide Angeklagte hatten ihre Unschuld beteuert.

Eine Mitarbeiterin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte das Urteil. Es habe keine "glaubwürdigen Ermittlungen" gegeben, sagte Lisa Rimli. So hätten beide Angeklagte ihr gesagt, sie hätten auf Portugiesisch verfasste Geständnisse unterschreiben müssen, obwohl sie die Sprache nicht verstünden.

Ein Übersetzer sei ihnen nicht gestellt worden. Offenbar habe die angolanische Justiz vor dem Jahrestag des Angriffs unbedingt einen Schuldspruch fällen wollen, sagte Rimli.

Die Exklave Cabinda wurde nach der Unabhängigkeit von Portugal 1975 von Angola annektiert, seitdem kämpfen Rebellen für eine Unabhängigkeit des Gebiets im Westen Afrikas. Der ölreiche Landstreifen liegt am Atlantischen Ozean zwischen der Republik Kongo und der Demokratischen Republik Kongo.

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